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Bamberg - Der Titelverteidiger erlebt beim Finalspiel 3 in Bamberg ein Deja-vu und steht mit dem Rücken zur Wand. Dennis Schröder gibt SPORT1 ein Versprechen, John Bryant hadert.

Aus Bamberg berichtet Jan Bergholz

Am Mittwoch war der FC Bayern München zwischenzeitlich mit einer Hand an der Meister-Trophäe, nun ist sie für den Titelverteidiger plötzlich weit entfernt.

Entgegen aller Beteuerungen ist der Last-Second-Schock vom zweiten Finalspiel der Beko BBL noch nicht abgeschüttelt. Schlimmer noch: Bayerns böse Geister kehrten in Form von Müdigkeit und Ideenlosigkeit im dritten Duell mit den Brose Baskets zurück. Auch in Bamberg brachen die Münchner beim 79:91 (44:44) nach der Halbzeit völlig ein.

Erneut schien der Bamberger Trainer Andrea Trinchieri in der Kabine die richtigen Worte und Umstellungen gefunden zu haben. Der Lohn ist eine 2:1-Führung und ein Matchball am Mittwoch in Spiel 4 (20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER).

Miserables drittes Viertel

Mit einem 14:0-Run überrollten die Gastgeber den amtierenden Meister im dritten Viertel und setzten den Grundstein für einen anschließend nie gefährdeten Sieg.

Alles, was beim FCB im ersten Durchgang klappte, war auf einmal passé - die Hoheit bei den Rebounds, das starke Spiel am Brett. Center John Bryant konnte nicht an seine Leistung aus den ersten 20 Minuten anknüpfen, als er nach Belieben dominierte und für 17 Punkte verantwortlich war.

"Ihre Intensität hat dafür gesorgt, dass unsere Offense nicht mehr die Spielzüge laufen konnte und wir den Ball nicht in die Mitte zu mir bekamen", haderte Bryant bei SPORT1 mit dem Spielverlauf.

Gavel schmerzlich vermisst

Sein starkes Spiel am Brett machte zumindest in der ersten Spielhälfte den Ausfall Anton Gavels vergessen. Doch mit zunehmender Spielzeit wurde deutlich, dass der Leader sowohl im Ballvortrag als auch in der Defensive an allen Ecken und Enden fehlte.

Nihad Djedovic, Kapitän Bryce Taylor und Heiko Schaffartzik enttäuschten und erlebten gegen die starken Bamberger Guards Brad Wanamaker (14 Punkte, 12 Assists) sowie Janis Strelnieks (16 Punkte) einen gebrauchten Tag.

"Natürlich ist Gavel ein wichtiger Spieler für uns, aber wir müssen uns auf sein Fehlen einstellen und selbst mehr in den Vorschein treten", erklärte Taylor SPORT1 - und fügte angesichts von lediglich drei Wurfversuchen selbstkritisch hinzu, aggressiver agieren zu müssen.

Schröder auch in Spiel 4 vor Ort

Gavel selbst wich der Frage, wie seine Einsatzchancen für Spiel 4 stünden, aus und erklärte lediglich, dass es ihm gut gehe.

Sollte er bis dahin seine Hüftverletzung auskuriert haben, wird er erneut vor Bambergs Edelfan Dennis Schröder auflaufen. Der deutsche Guard in Diensten vom NBA-Team Atlanta Hawks versprach bei SPORT1: "Natürlich werde ich am Mittwoch da sein. Ich werde Daniel Theis solange unterstützen, bis er es gewinnt." Sein Kumpel aus Braunschweiger Tagen spielte mit sechs Punkten und fünf Rebounds eine solide Partie.

Serie gegen Berlin macht Mut

Hoffnung schöpft Gegner Bayern aus der jüngsten Vergangenheit. "Wir haben uns bereits in so einer Situation befunden. Deshalb sind wir weiterhin zuversichtlich, nach Hause zu gehen und es nochmal zu schaffen", spielte Taylor auf die Halbfinalserie gegen ALBA Berlin an.

Dort konnten er und seine Kollegen beim Stand von 1:2 noch den Kopf aus der Schlinge ziehen.

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