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Svetislav Pesic (r.) sieht sich unter besonderer Beobachtung durch die Schiedsrichter
Svetislav Pesic (r.) sieht sich unter besonderer Beobachtung durch die Schiedsrichter © Imago

München - Der FC Bayern legt sich mit der Beko BBL an und verliert erneut. Die Streitigkeiten haben eine Vorgeschichte. Die Münchner reagieren scharf und wollen sportlich antworten.

Der FC Bayern Basketball und die Beko BBL werden wohl keine Freunde mehr.

Die Ereignisse im Playoff-Viertelfinale bei den MHP Riesen Ludwigsburg sind dabei nur der jüngste Vorfall in der Fehde zwischen dem Meister von 2014 und der Liga.

Doch was war passiert? Die Schiedsrichter schauten sich per "Instant Replay" eine spielentscheidende Szene bei Bayerns 69:75-Niederlage noch einmal an und entschieden zu Ungunsten der Münchner.

Schiris handeln regelwidrig

Doch die Unparteiischen hätten sich laut Regelwerk die Szene gar nicht anschauen dürfen, wie die BBL einräumte. Die Bayern legten deshalb Protest ein.

Dieser wurde jedoch durch eine "juristische Spitzfindigkeit" (FCB-Geschäftsführer Marko Pesic, Anm. der Red.) abgelehnt. Denn statt des Kapitäns Bryce Taylor oder des Trainers Svetislav Pesic hatte zunächst Assistenztrainer Philipp Köchling mündlich protestiert.

Der offizielle Protest des FC Bayern München mit der Unterschrift von Kapitän Bryce Taylor
Der offizielle Protest des FC Bayern München mit der Unterschrift von Kapitän Bryce Taylor © FC Bayern Basketball

2014 hatte die Liga nach einem Schiedsrichterfehler ein Wiederholungsspiel im Playoff-Viertelfinale noch zugelassen - nach einem Protest der Ludwigsburger.

"Vor zwei Jahren haben wir auf weitere juristische Schritte verzichtet, diesmal werden wir in jedem Fall dem Rat unserer Anwälte folgen", kündigte Pesic an.

Volle Konzentration auf Spiel 5

Zunächst wollen sich die Bayern "mit dieser Sache weniger beschäftigen" und sich voll und ganz auf das entscheidende fünfte Spiel gegen Ludwigsburg (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) konzentrieren, teilte der Verein auf SPORT1-Nachfrage mit.

Unabhängig vom Ausgang der Serie und den juristischen Streitereien ist es nicht die erste Auseinandersetzung mit den Schiedsrichtern.

Pesic' Kampf mit den Unparteiischen

Head Coach Svetislav Pesic, bekannt für sein energisches Coaching an der Seitenlinie, geriet bereits mehrfach mit den Unparteiischen aneinander.

Der ehemalige Bundestrainer kassierte dafür das eine oder andere technische Foul oder wurde sogar der Halle verwiesen.

Nach dem verlorenen Finale 2015 gegen die Brose Baskets Bamberg hatte Pesic sogar öffentlich gefordert, "dass Robert Lottermoser mich nicht mehr pfeift". Geldstrafe und Sperre folgten sofort.

Dabei gilt Lottermoser als bester deutscher Schiedsrichter. Der 39-Jährige pfiff neben dem Eurocup-Finale und dem Final Four der Euroleague auch bei der Europameisterschaft.

Genug von der BBL?

Im Heimspiel gegen Frankfurt im März wurde Pesic nach zwei technischen Fouls ebenfalls der Halle verwiesen. Im Anschluss hatte er seinen Rücktritt nach der Saison angekündigt, da ihn die Unparteiischen auf dem Kieker hätten.

"Wenn der FC Bayern nicht die Entscheidung getroffen hätte, eine Profi-Mannschaft zu formen, wäre ich nie im Leben noch einmal in Deutschland tätig geworden", sagte der 66-Jährige bei Telekom Basketball.

Nicht ausgeschlossen, dass Pesic der Liga den Rücken kehrt. Doch ob sich dadurch das Verhältnis des FC Bayern zur BBL verbessert, bleibt abzuwarten.

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