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Zahirat Juseinov (rechts) ist Co-Trainer der Flüchtlingsmannschaft Welcome United. Nun soll er abgeschoben werden. Der Klub wehrt sich. © Picture-Alliance/dpa

Welcome United ist die erste Flüchtlingsmannschaft, die am Ligabetrieb teilnimmt. Dem Vorzeigeprojekt droht ein herber Rückschlag: Der Co-Trainer soll Deutschland verlassen.

Beim Team Welcome United des Brandenburger Regionalligisten SV Babelsberg 03 wird Integration großgeschrieben. In dieser Mannschaft sind Flüchtlinge nicht nur willkommen, sondern integraler Bestandteil. Der Klub hat in den letzten Monaten große Unterstützung auch von Prominenten bekommen, auch Schauspieler Til Schweiger unterstützt das Vorzeigeprojekt.

Nun aber ist das Entsetzen groß beim SV Babelsberg. Der Co-Trainer Zahirat Juseinov soll abgeschoben werden. "Bis Anfang kommender Woche muss sich Zahirat Juseinov überlegen, ob er freiwillig nach Mazedonien zurückkehrt. Ansonsten wird er mit Zwang abgeschoben", bestätigte Vereinschef Archibald Horlitz am Samstag übereinstimmende Medienberichte.

"Verstehen die Welt nicht mehr"

"Wir verstehen die Welt nicht mehr: Von allen Seiten werden wir für unsere Integrationsarbeit ausgezeichnet. Und jetzt will man uns einfach so zerstören", sagte Horlitz weiter.

Welcome United wurde von Fans der SV Babelsberg im Sommer 2015 gegründet. Der Verein unterstützte die Fans und nahm die Mannschaft auf. Als erste Flüchtlingsmannschaft in Deutschland hat Welcome United in dieser Saison den Liga-Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse Havelland aufgenommen.

Klub startete Online-Petition

Der Klub will sich die Abschiebung nicht gefallen lassen und hat bereits eine eine Online-Petition gestartet. Zudem soll die Brandenburger Härtefallkommission eingeschaltet werden.

"Zahirat lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Er hat eine offizielle Arbeitserlaubnis und hat einen Job. Seine Kinder sprechen besser Deutsch als ihre Muttersprache. Ich nenne das voll integriert", sagte Horlitz.

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