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Unbeeindruckt vom Verlust des IBF-Titels: Enfant terrible Tyson Fury
Unbeeindruckt vom Verlust des IBF-Titels: Enfant terrible Tyson Fury © twitter.com/Tyson_Fury

Tyson Fury reagiert trotzig auf die Aberkennung seines IBF-Titels. Sein Promoter droht mit einer plakativen Aktion - und geht auf den Pflichtherausforderer los.

Tyson Fury hat mit Trotz auf die Aberkennung eines seiner vier Weltmeister-Gürtel, die er durch den Triumph über Wladimir Klitschko erobert hatte, reagiert.

"Sie sollen mir alle Gürtel nehmen, wenn sie wollen", sagte der Skandalboxer. "Aber sie können mir nicht wegnehmen, was ich getan und was ich erreicht habe."

Die International Boxing Federation (IBF) hatte Fury den Titel abgesprochen, da er sich im Vertrag mit Klitschko zu einem Rückkampf verpflichtet hat und damit nicht zunächst gegen Pflichtherausforderer Wjatscheslaw Glaskow antreten kann.

Wäre auch Klitschko bestraft worden?

Den Ukrainer führt die IBF, im Vergleich zur WBA, WBC und WBO der am wenigsten lukrative der großen vier Boxverbände, als Nummer 1.

Ihr Durchgreifen löste einige Verwunderung aus. Schließlich ist nicht davon auszugehen, dass der entthronte Vierfach-Champion Klitschko wegen Nichtantretens gegen Glaskow genauso abgestraft worden wäre.

Das hinterfragt zum Beispiel Victor M. Salazar Jr., Experte vonBoxingScene.com.

Schon aus praktischen Gründen kann ein Vierfach-Weltmeister schließlich nicht in kürzester Zeit gegen alle Pflichtherausforderer boxen.

Promoter geht auf Glaskow los

Furys Promoter Mick Hennessy drohte den IBF-Verantwortlichen bei ESPN sogar mit einer imageschädigenden Aktion, sollten sie an der Bestrafung festhalten: "Das sollten sich nicht tun, und wenn sie Tyson zu einem Kampf gegen Glaskow nötigen wollen, schmeißt Tyson am Ende den Gürtel bei einer großen Pressekonferenz in die Mülltonne."

Hennessy ging zudem auf den Osteuropäer - immerhin Nummer 6 des verbandsunabhängigen Rankings von BoxRec - los: "Glasgow bedeutet nichts; er hat null Wert."

Der "Zar" kämpft stattdessen - Berichten zufolge gegen den in bislang 23 Profifights ungeschlagenen Charles Martin (USA) - um den vakanten IBF-Titel. Dass Martin das für diesen Samstag angesetzte Duell mit seinem Landsmann Dominic Breazeale bestreitet, ist daher unwahrscheinlich.

Sechs Unternehmen streben nach Profit 

Im Rückkampf kann sich Klitschko mithin nur die Gürtel der WBO, WBA und IBO (International Boxing Organization).

Die IBO ist wie die WBF (World Boxing Federation) ein unbedeutenderer Verband als die vier großen. Seit 2013 ist der Kameruner Carlos Takam Schwergewichts-Champ der WBF.

Bei allen genannten Verbänden handelt es um gewinnorientierte Unternehmen, die stets versuchen, zwei vermarktbare Kontrahenten gegeneinander antreten zu lassen.

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