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Tyson Fury sagte seinen Kampf gegen Wladimir Klitschko verletzungsbedingt ab
Tyson Fury besiegte im November 2015 Wladimir Klitschko und wurde Weltmeister. © Getty Images

München - Tyson Fury ist am Boden, Boxen ist aktuell kein Thema. In einem Interview spricht er über Kokain- und Alkoholsucht, Depressionen und räumt eine vorgeschobene Verletzung ein.

Schwergewichts-Champion Tyson Fury hat seit Monaten nicht trainiert. Stattdessen trank er Alkohol und schnupfte Kokain. In einem Interview mit dem Rolling Stone hat er jetzt offen über seine Eskapaden gesprochen.

"Ich habe viel, viel Kokain genommen. Sehr viel", sagte Fury. "Es ist mein Leben, ich kann machen, was ich will."

Gleichzeitig gab der extrovertierte Box-Champion einen Einblick in die vergangenen Monate seines Lebens: "Ich war lange nicht mehr in der Trainingshalle, habe seit Monaten nicht trainiert. Ich hatte Depressionen, ich will nicht mehr leben. Kokain ist eine Kleinigkeit im Vergleich dazu", schilderte er.

Fußverletzung als Vorwand

Außerdem gab Fury zu, die Fußverletzung als Vorwand zur Absage des Klitschko-Rückkampfes angegeben zu haben: "Um ehrlich zu sein, ja", sagte er. "Ich habe ja nicht trainiert. Stattdessen habe ich getrunken, um zu vergessen, was mit mir passiert."

Fury muss nach einem positiven Kokain-Test und der sportlichen Inaktivität, die sich vorerst wohl fortsetzen wird, ohnehin fürchten, dass ihm seine Titel aberkannt werden. Am Montag hatte er erst seinen Rücktritt verkündet, war dann zurückgerudert.

Für das Management von Wladimir Klitschko ist ein Rückkampf sowieso "kein Thema mehr". Stattdessen will Klitschko bald gegen Anthony Joshua antreten.

Fury wittert Verschwörung

Im Moment hat Fury ganz andere Probleme. "Ich habe meine Dämonen, ich versuche sie loszuwerden", sagte er. "Es geht um mein Privatleben. Sie sagen, ich sei bipolar, ich sei manisch-depressiv. Ich hoffe, es bringt mich jemand um, bevor ich mich selbst umbringe, sonst gehe ich in die Hölle."

Harter Tobak. Fury sieht auch die Medien und eine "Hexenjagd" nach seinem Titelgewinn als Ursache für die momentane Situation und wittert eine Verschwörung. "Sie wollen mich im Boxsport loswerden, weil sie mich nicht bändigen können."

Hass und Beschimpfungen

Auch seine Herkunft als irischer Nomade sieht er als Grund. "Es gibt Hass gegenüber Wandernden und Zigeunern auf der ganzen Welt." Fury sieht sich in den sozialen Netzwerken, wo er den Namen "Gypsy King" trägt, täglich Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesetzt. Allerdings hat er sich die Kritik mit beleidigenden Äußerungen über Frauen und Homosexualität auch selbst zuzuschreiben.

Furys Anwalt Lewis Power hatte gerade erst erklärt, er halte seinen Mandanten für "nicht zurechnungsfähig".

Abschließend meinte Fury in dem Interview: "Es ist alles total verrückt, aber das ist mir egal. Sie haben gewonnen. Das ist es. Ich bin fett wie ein Schwein. Ich bin ein emotionales Wrack. Ich bin auf einer Mission. Ich versuche, mein Leben in den Griff zu bekommen."

Auf dem Weg der Besserung?

Dass er zumindest wieder auf dem richtigen Weg ist, zeigte ein Tweet kurz nach der Veröffentlichung des Gesprächs.

Darin schreibt Fury: "Die gute Nachricht ist, ich bekomme jetzt Hilfe. Ich werde stärker zurückkommen, versucht mich aufzuhalten. Gott ist groß, gesegnet sei Jesus."

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