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Raymond van Barneveld ringt "The Bullet" nieder und bejubelt einen 12-Darter. Jetzt wartet Michael van Gerwen, dem ein unfassbares Leg gelingt. Wade macht kurzen Prozess.

Nichts für schwache Nerven bei der Darts-WM in London (täglich LIVE im TV auf SPORT1, SPORT1+ und im LIVESTREAM):

Der frühere Titelträger Raymond van Barneveld hat nach einem wahren Krimi das Achtelfinale erreicht. Der 48 Jahre alte Niederländer behielt im hochumkämpften Zweitrundenmatch gegen den Engländer Stephen Bunting knapp mit 4:3 die Oberhand.

Durch seinen Sieg machte der Champion von 2007 das Traumduell in der Runde der letzten 16 perfekt und trifft nun auf Michael van Gerwen, der dem Engländer Darren Webster mit 4:0 keine Chance ließ.

Am Dienstag nun kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Landsmänner. Van Barneveld schickte bei SPORT1 unmittelbar nach seinem Match bereits eine Kampfansage an die Nummer 1 der Welt: "Ich kann van Gerwen schlagen." 

Van Gerwen wie vom anderen Stern

Der ließ nach seinem Stotterstart ins Turnier gegen den Deutschen Rene Eidams im Duell mit dem "Demolition Man" zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seinem Sieg aufkommen und unterstrich einmal mehr, absoluter Topfavorit auf den WM-Sieg zu sein.

Mit einem Average von 110.67 gelang "Mighty Mike" ein persönlicher Rekord und zudem der vierthöchste Average, der jemals bei einer Weltmeisterschaft gespielt wurde. Van Gerwen gab zudem nur ein einziges Leg ab.

Nach nur 28 Minuten war das Match durch. "Es lief einfach alles perfekt", sagte van Gerwen. "Ich habe mich Anfang bis Ende wohl gefühlt, das war schon bemerkenswert gut."

Dem Duell mit van Barneveld sah er gelassen entgegen. "Er ist natürlich ein Weltklassespieler. Aber wenn ich so weiterspiele, sollte mir nichts passieren, dann bin ich der klare Favorit."

Der Turnierbaum der Darts-WM
© SPORT1

Krimi zwischen "Barney" und "The Bullet"  

Während van Gerwen brillierte, mutierte "Barneys" siegreicher Auftritt zum Thriller: Bunting erwischte den besseren Start - auch weil van Barneveld mit einer ungemein schwachen Doppelquote loslegte.

Danach fand der Ex-Weltmeister immer besser seinen Rhythmus - und schlug zurück.

Fortan entwickelte sich die Partie zu einem wahren Break-Festival, Ausgleich folgte auf Ausgleich. Die Entscheidung fiel dann im siebten und entscheidenden Durchgang beim Stand von 3:3.

Bitter: "The Bullet" gelang in dieser Phase mit seinen ersten zwölf Darts kein einziges Triple.

Diese Chance ließ sich van Barneveld nicht entgehen: Nachdem der erste  Matchdart auf Tops noch drüberging, blieb "Barney" eiskalt - sehr zur Freude von Fußball-Weltmeister Toni Kroos, der den Niederländer via twitter anfeuerte und dessen Sieg hinterher feierte.

Bunting stellte mit 15 wenigstens eine neue Turnier-Bestmarke in Sachen 180er auf.

Wade souverän - van der Voort kämpft sich durch

Weniger spektakulär gestaltete sich der klare 4:0-Erfolg von James Wade über Wes Newton.

"The Machine" ließ "The Warrior", der mit einem Average von 85 und eine Doppelquote von 17.65 Prozent ganz schwach agierte, nicht den Hauch einer Chance.

Wesentlich mehr kämpfen musste da schon Vincent van der Voort. "The Dutch Destroyer" aus den Niederlanden behauptete sich nach einer harten Auseinandersetzung gegen den Australier Kyle Anderson mit 4:2. 

Dabei lagt van der Voort bereits auf der Verliererstraße. "The Origin" von Down under sicherte sich in einem Break-Festival knapp die ersten beiden Sätze.

Dann indes schlug van der Voort zurück, verzeichnete eine wesentlich bessere Doppelquote und schnupperte zwischenzeitlich sogar noch am Neun-Darter.

Mit einer 134 checkte der Niederländer am Ende beeindruckend aus.

Hopp-Bezwinger sorgt weiter für Furore

Auch van der Voorts Landsmann Benito van de Pas steht in der Runde der letzten 16. Der Brillenträger, dem während seiner Partie die Sehhilfe fast verlustig ging, rang den Belgier Dimitri van den Bergh in einem umkämpften Duell mit 4:2 nieder.

Zum Auftakt hatte der 22-Jährige den Deutschen Max Hopp ausgeschaltet.

Van de Pas erwischte den besseren Start, hatte es aber mit einem harten Widersacher zu tun. Die Folge: Van den Bergh schaffte mehrfach den Anschluss und war drauf und dran, die Partie zu drehen.

Ein Break im sechsten Satz gab dann aber letztlich den Ausschlag zugunsten des Niederländers (Der Turnierbaum der WM).

Entsprechend groß war die Freude beim Sieger. Als sein finaler Pfeil den Weg ins Ziel fand, jubelte van de Pas so ausgelassen, dass er beinahe seine Brille verlor. 

Auch "Bully Boy" weiter  

In der Begegnung zuvor war bereits Michael Smith in die dritte Runde eingezogen. 

Der Engländer behauptetet sich mit 4:2 gegen seinen Landsmann Steve Beaton. Auch dieses Duell war von einem stetigen Auf- und Ab gekennzeichnet.

"Bully Boy" gewann zum Auftakt die Legs eins und zwei, ehe Beaton aufdrehte und mit drei Legs in Folge doch noch 1:0 in Führung gehen konnte. Im zweiten Satz setzte sich Smith dann souverän ohne Break durch und sicherte sich kurz darauf auch den dritten.

Beaton konnte noch mal auf 2:3 verkürzen, ließ aber die nötige Konstanz vermissen und musste sich letztlich geschlagen geben.

"Ich habe im ersten Satz nicht gut gespielt, war aber dann in den wichtigen Momenten da", zog Sieger Smith hinterher ein zufriedenes Fazit.

Die Duelle des Sonntags im Überblick:

Michael van Gerwen - Darren Webster 4:0

James Wade - Wes Newton 4:0

Raymond van Barneveld - Stephen Bunting 4:3

Vincent van der Voort - Kyle Anderson 4:2

Dimitri van den Bergh - Benito van de Pas 2:4

Michael Smith - Steve Beaton 4:2

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