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Ingolstadt liegt in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Front
Ingolstadt liegt in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Front © Getty Images

Der ERC fegt Gastgeber Adler Mannheim im dritten Finalspiel vom Eis. Im zweiten Drittel spielt sich der Meister in einen Rausch. Zwei Siege fehlen noch zum zweiten Titel.

Mit meisterlicher Effizienz hat Titelverteidiger ERC Ingolstadt einen großen Schritt zu seinem zweiten Coup in zwölf Monaten gemacht.

Die eiskalt konternden Oberbayern deklassierten im dritten Playoff-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den Vorrundenprimus Adler Mannheim mit 6:1 (1:1, 4:0, 1:0) und gingen in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Führung. Zwei Siege fehlen dem Überraschungsmeister von 2014 noch zum zweiten Titelgewinn der Klubgeschichte.

"Wir wussten, dass Mannheim eine Reaktion zeigen würde und haben das erste Drittel gut überstanden", sagte Ingolstadts Patrick Hager bei ServusTV: "Im zweiten Drittel sind wir dann immer besser in Schwung gekommen und haben die schlaueren Entscheidungen getroffen. Wir wissen aber, dass es jetzt nicht immer so weitergehen muss."

Mannheim mit dem Rücken zur Wand

Bereits am Freitag (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) können die Schanzer um "Iron Man" Patrick Köppchen, der trotz angebrochener Nase sein 482. DEL-Spiel in Folge bestritt, in eigener Halle für eine Vorentscheidung sorgen.

Der Favorit Mannheim um den früheren NHL-Profi Jochen Hecht steht bereits mit dem Rücken zur Wand. Die Adler, die nach dem 2:1 nach Verlängerung zum Auftakt schon am vergangenen Sonntag 2:5 in Ingolstadt verloren hatten, warten seit acht Jahren auf ihren siebten Meistertitel.

Michel Periard (4.), Brendan Brooks (22.), Aaron Brocklehurst (26.), Jared Ross (39.), John Laliberte (39.) und Brandon Buck (44.) erzielten vor 13.600 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena die Tore für die abgezockten Ingolstädter. Für die enttäuschenden Gastgeber traf nur Kai Hospelt (6.).

Adler verpennen wieder den Start

Die Mannheimer Spätstarter verschliefen erneut den Beginn. Im ersten Überzahlspiel brachten Hecht und Co. wenig zustande, auch ihr insgesamt 13. Powerplay in der Endspielserie blieb ohne Erfolg.

Im Halbfinale gegen Wolfsburg hatte die Angriffsmaschine des Vorrundenersten noch acht von insgesamt 19 Toren in Überzahl erzielt.

Ingolstadt war konsequenter: Nur vier Sekunden nachdem Mannheims Nationalspieler Denis Reul auf der Strafbank Platz genommen hatte, erzielte Periard die Führung. Für die Adler war es der siebte 0:1-Rückstand in den letzten acht Playoff-Spielen.

Endras mit schwachem Tag

Die Mannheimer Comeback-Könige, die gegen Wolfsburg dreimal ein 0:3 gedreht hatten, meldeten sich aber nur 108 Sekunden später zurück. Hospelt fälschte einen Schuss von Jonathan Rheault unhaltbar für Nationaltorwart Timo Pielmeier ab.

Das Spiel verflachte danach, Mannheim lähmte der Druck des Favoriten vor eigenem Publikum, Ingolstadt wartete auf Fehler. Den nächsten machte ausgerechnet Dennis Endras, der Held der Heim-WM 2010. Der Nationaltorwart ließ den Puck nach Brooks' Schuss durch die Beine rutschen.

Hecht, vor seinem Wechsel in die NHL 1997 und 1998 mit Mannheim Meister, versuchte mit einigen harten Checks seine Teamkollegen wachzurütteln.

Doch die Nervosität stieg, das Selbstvertrauen schwand - der Favorit kam nicht ins Spiel. Und die Gäste nutzten jeden Fehler eiskalt aus. Beim 1:3 sah Endras erneut nicht gut aus, vor dem
vierten Tor nahm Patrick Hager seinem Nationalmannschaftskollegen Christoph Ullmann hinter dem Mannheimer Tor den Puck ab.

Nach dem 1:5 hatte Endras genug, der eindeutige Verlierer im Duell der Nationaltorhüter ging entnervt vom Eis.

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