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Prag - Kanada demütigt im Endspiel Russland. Was die Truppe von Coach Todd McLellan spielt, ist Eishockey nahe der Perfektion. Für Sidney Crosby ist der WM-Titel das fehlende letzte Puzzleteil.

Von der Eishockey-WM berichtet Rainer Nachtwey

Um 23:13 Uhr ist es soweit. Sidney Crosby streckt den WM-Pokal in die Höhe. Er hat es geschafft. Kanada ist Weltmeister.

Jetzt kann er den Haken hinter das WM-Gold setzen. Dieser Titel war es noch, der ihm, dem wohl besten, dem komplettesten Eishockey-Spieler der Gegenwart, gefehlt hat. Gefehlt für die Eintrittskarte in den Triple Gold Club. Er ist das neueste Mitglied des elitären Klubs, der nun 26 Spieler umfasst.

Mit der 6:1-Demonstration im Finale gegen Titelverteidiger Russland ist Kanada Weltmeister. Und es ist Crosbys Vollendung. Stanley Cup, Olympia-Gold, WM-Titel. Er hat nun alles gewonnen.

"Das ist großartig. Aber dafür werde ich wohl noch etwas brauchen, bis ich es begreife. Wir hatten eine super Truppe, eine verschworene Truppe", sagte Crosby. "Das ist schon etwas sehr Spezielles. Wir haben das erreicht, für das wir hierhergekommen sind."

Kanada dominiert die WM

Die Kanadier haben es aber nicht nur irgendwie erreicht. Sie haben es mit Perfektion abgeschlossen.

Angefangen mit dem 6:1 im ersten Spiel gegen Lettland, über das 6:4 nach 0:3-Rückstand gegen Schweden, die beiden zweistelligen Siege gegen Deutschland und Österreich, das nur vom Ergebnis her knappe 2:0 gegen Tschechien im Halbfinale bis zur Demonstration der Stärke im Finale gegen die Sbornaja.

"Ich glaube, das zweite Drittel kann man als perfekt bezeichnen", sagte Ryan O'Reilly im Gespräch mit SPORT1. Das war es, definitiv. Da spielten die Kanadier nicht, sie zauberten. Sie ließen nur einen einzigen Torschuss der Russen zu und erzielten Traumtore wie das 4:0 durch Tyler Seguin.

Eine Million für perfektes Turnier

10 Spiele, 10 Siege in regulärer Spielzeit. Nur drei Mannschaften war dies vorher gelungen. Zuletzt dem Finalgegner im Vorjahr, den sie nun auseinandergenommen, gedemütigt hatten. Für die perfekte WM gab es noch einen Bonus in Höhe von einer Millionen Schweizer Franken.

66 geschossene Tore, so viele wie Schweiz, Deutschland, Frankreich, Lettland, Österreich und Slowenien zusammen in insgesamt 42 Vorrundenspielen.

Aber Kanada war nicht Crosby allein. Es war die Mannschaft, die Eishockey zelebrierte, vom anderen Stern spielte. "Das war das beste Team, mit dem ich gespielt habe. Die Tiefe, wie die Jungs zusammen gearbeitet haben. Dieser Zusammenhalt", sagt O'Reilly.

Viel Lob für Architekt McLellan

Derjenige, dem es gelungen war, diesen Zusammenhalt zu schaffen, diese 25 herausragenden Einzelkönner als Team einzuschwören, war Coach Todd McLellan. Und deshalb wurden die Spieler auch nicht müde, sein Wirken herauszustellen.

Am Ende war sein Team eine perfekt eingestellte Maschine, bei der ein Rädchen ins andere griff, die aber auch den Willen, dieses Ziel zu erreichen, ausstrahlte.

"Das hat mit Tag eins angefangen, als wir uns getroffen haben", sagte Tyson Barrie zu SPORT1. "Die Coaches haben ein System für uns gefunden, das genau zu uns passt. Jeder passt in seine Rolle. Und mit dem Umfang an Können und Talent, das wir haben, ist es nur eine Frage der Zusammenstellung - und der Einstellung: Team geht vor dem einzelnen."

Und keiner lebte es besser vor als Sidney Crosby.

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