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Gaara gehört zu den besten Hearthstone-Spielern der Welt © Gaara / Tempostorm

Gaara, einer der besten deutschen Spieler, zeigt, auf welches Deck er mittlerweile vertraut, um die Ladder zu erobern: Einen C'Thun Warrior.

Von Dorian Gorr

Mittlerweile ist die Hearthstone-Erweiterung Das Flüstern der Alten Götter seit einigen Wochen erhältlich – und hat für die kreativste Deckbauphase seit den Anfangstagen von Hearthstone gesorgt. Die Profispieler haben mittlerweile ihre vorläufigen Decks gefunden, mit denen sie die Ladder erobern und auch in Turnieren antreten.

Petar Stevanovic, besser bekannt als Gaara, gehört zu den besten Hearthstone-Spielern Deutschlands, wenn nicht sogar der Welt und ist insbesondere für seine ausgeklügelten Deckvarianten bekannt. Er gewann bereits große Major-Turniere wie die Dreamhack Bukarest und steht derzeit beim Team Tempo Storm unter Vertrag. Er hat SPORT1 sein aktuelles Lieblingsdeck vorgestellt, das er derzeit benutzt, um die Standard-Ladder hochzuklettern.

Der omnipräsente Old God

Kurz nach der Veröffentlichung von Das Flüstern der Alten Götter war C'Thun allgegenwärtig. Der Grund: Blizzard schenkte jedem Spieler den legendären Old God und obendrein ein paar Minions, die diese Karte stärken. Mittlerweile hat der große C'Thun-Boom nachgelassen, Gaara vertraut allerdings noch immer auf ein C'Thun-Deck.

So sieht die Variante des Krieger-Decks aus. © Dorian Gorr

„Der Warrior ist ideal für C'Thun-Decks und in meinen Augen auch sehr viel eher dafür geeignet als der sonst so beliebte C'Thun Druid. Als Warrior hat man nämlich Heilung in Form der Warrior-Heldenfähigkeit und vor allem Hard Removals, wie Execute und Shield Slam.“

Glaubt man Gaara, ist das Deck gegen jede andere Klasse gewappnet: „Ich spiele in meinem C'Thun Warrior zwei Doomsayer. Damit kann man wunderbar Aggro-Decks auskontern. Mit den Armor-Karten und der Heldenfähigkeit kann man sich außerdem wieder von dem ersten Aggro-Ansturm erholen und sich ins Late Game retten“, erklärt der Profi. „Zudem helfen Fiery War Axe, zweimal Brawl und die eben erwähnten Hard Removals dabei, das Board zu kontrollieren.“

Die Essenz des Decks

Der C'Thun Warrior dreht sich rund um die Legendary C'Thun. Diesen 10-Mana-Minion bufft man im Laufe des Spiels mit Karten wie C'Thun's Chosen, Beckoner of Evil und Disciple of C'Thun auf. Sobald C'Thun gespielt wird, verschießt er so viel Schaden, wie er Angriff hat. Im Normalfall sind das zwischen 10 und 16 Schaden, manchmal aber auch deutlich mehr – ein spektakuläres Finish!

Wichtig ist laut Gaara vor allem, dass C'Thun mindestens auf 10 Angriff kommt, da andere Karten in dem Deck nur dann richtig funktionieren. Gemeint sind Ancient Shieldbearer (verleiht dem Helden 10 Armor, sofern C'Thun den Schwellenwert 10 erreicht hat) und Twin Emperor Vek'lor, eine Legendary mit einem Wert von 4/6 und Spott, die sich dupliziert, sofern C'Thun den Schwellenwert erreicht hat.

„Der Twin Emperor ist vielleicht die beste Legendary der gesamten Erweiterung. Für sieben Mana zwei dicke Spott-Minions – das kann einem alleine das Spiel gewinnen“, weiß Gaara aus Erfahrung. Beide Karten, sowohl Ancient Shieldbearer als auch Twin Emperor Vek'lor, bieten obendrein eine hervorragende Synergie mit Brann Bronzebeard, dem Kampfschrei-Verdoppler aus der vorherigen Erweiterung Die Forscherliga.

„Wenn man Brann und Shieldbearer oder Twin Emperor in Runde zehn spielt, ist das Wahnsinn. Für zehn Mana drei Spott-Minions oder 20 Armor zu erhalten, kann sofort das Spiel drehen.“

Brann Bronzebeard ist außerdem hervorragend in Kombination mit den C'Thun-Buffs, die den Old God dann sogar doppelt pushen. „Brann ist in diesem Deck absolut Pflicht“, stellt Gaara klar und hebt die Legendary damit auf eine Ebene wie Warrior-Kernkarten a la Justicar Trueheart, Acolyte of Pain oder Shield Block.

Die Rückkehr von Deathwing

Um überhaupt soweit zu kommen, dass C'Thun das Board aufräumen und womöglich sogar den Gegner töten kann, braucht das Deck jedoch einen defensiv starken Start. Gaara vertraut dabei auf gleich zwei Doomsayer und auf zwei Ravaging Ghouls. Diese seien besonders wichtig, um das Execute als Removal zu aktivieren. Außerdem ist der eine Schadenspunkt, den der Ghoul verschießt, eine ideale Waffe gegen das derzeit wieder beliebte Zoolock-Deck.

Eine weitere Karte, die hervorragend mit C'Thun zusammen funktioniert, ist Doomcaller. Mit diesem Minion holt man einen bereits getöteten C'Thun zurück ins Deck und gibt ihm obendrein noch einmal +2/+2. „Dank Doomcaller kann man C'Thun relativ früh ausspielen. Man sollte dabei nur aufpassen, dass der Gegner keine Sylvanas mehr im Deck hat und ihn klauen kann oder dass ein gegnerischer Schamane ihn mit Hex wertlos macht“, erklärt Gaara sein Vorgehen.

Was Gaaras C'Thun Warrior von den Listen anderer Spieler unterscheidet, ist vor allem, dass er die Legendary Deathwing eingebaut hat, einen mächtigen 12/12-Drachen, der alles auf dem Board und sogar alle übrigen Handkarten vernichtet. „Deathwing ist so stark, weil seit dem Nerf kaum jemand Big Game Hunter spielt. Wenn man dabei ist, das Spiel zu verlieren, kann man mit ihm auf einen Schlag das ganze Board aufräumen. Gegen andere Control Decks spiele ich Deathwing als allerletzte Karte – meist hat der Gegner dann keine Möglichkeit mehr, mit so einem fetten Minion fertig zu werden.“

Grundsätzlich ist Gaara überzeugt, dass der C'Thun Warrior in fast allen Matchups bevorteilt ist, sofern der Draw stimmt. „Das einzige Problem ist manchmal, dass sich das Deck selbst besiegt. Wenn ich eine Starthand mit C'Thun und Deathwing habe, dann ist das gegen die meisten Klassen eine automatische Niederlage“, gibt Gaara zu.

„Aber grundsätzlich hat dieses Deck die Waffen, um mit jedem anderen Deck problemlos fertig zu werden. Auch deshalb nutze ich es derzeit, um in der Ladder hochzuklettern.“

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