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AD-Carries erfuhren im November massive Änderungen © Riot Games

Mit Miss Fortune, Caitlyn, Corki, Kog’Maw, Quinn und Graves wurden sechs AD-Carries zur Pre-Season überarbeitet. Nicht alle kamen dabei gut weg.

Von Marco Gnyp

Season 5 ist beendet und League of Legends wird, wie jedes Jahr, fast vollständig umgekrempelt. Dieses Mal hat es vor allem die Rolle des AD-Carrys getroffen. Gleich sechs Champions auf dieser Position haben große Änderungen erfahren, durch welche ihre Identität noch weiter geschärft wurde.

Miss Fortune mit mehr Schaden

Miss Fortunes neue passive Fähigkeit "Love Tap" erlaubt es ihren Auto-Attacks, Extra-Schaden auszuteilen, wenn sie ihr Ziel wechselt – ideal für eine 2v2-Lane. Double Up (Q) kann Love Tap aktivieren, sodass raffinierte MF-Spieler sterbende Minions dazu benutzen können, um massiven Schaden aus einer sicheren Position zu verursachen.

Miss Fortune freut sich über zusätzliche Durchschlagskraft © Riot Games

Die Kombination von Love Tap, Double Up und ihrem Steroid Strut (W) ist sehr gut geeignet, um mit der gegnerischen Duo-Lane effektiv zu traden. (Anm. der Redaktion: Steroids in League of Legends sind Verstärkungen die ein Spieler auf ein befreundetes Team-Mitglied wirkt und ihn somit für den Kampf verbessert.) Wenn der feindliche Tower früh zerstört wird, kann MF zur Mid-Lane rotieren und mit ihrem verstärkten Ultimate "Bullet Time" den Tower belagern.

Vor allem das neue "Essence Reaver" in Kombination mit "Infinity Edge" hat sich bisher als führender Item-Build etabliert, um die neuen Stärken rund um den Multi-Target-Schaden bestmöglich auszuspielen.

Potential in der kompetitiven Szene: 4/5

Belagerungskönigin Caitlyn

Opfer von ihrer "Yordle Snap Trap" (W) und von ihrem "90 Caliber Net" (E) kann Caitlyn nun sogar aus 1300 Units Entfernung mit einem Auto-Attack treffen.

Über eine größere Distanz kann kein Champion Caitlyn etwas vormachen © Riot Games

Nicht nur das steigert ihre Belagerungs-Fähigkeit. Caitlyn ist nun in der Lage drei ihrer Fallen mit sich zu tragen, wie die Pilze von Teemo. Dadurch ergeben sich ebenfalls neue Möglichkeiten. Caitlyns größtes Problem war stets ihre Schwächephase im Mid-Game. Erst mit drei bis vier großen Items wurde ihr Schaden langsam spürbar. Bisher scheint sich das mit den neuen Items kaum geändert zu haben, lediglich das verbesserte Kit hilft ihr in dieser Hinsicht etwas. Die neuen Bonus-Effekte sind aber nur ein mäßiger Ausgleich.

Potential in der kompetitiven Szene: 3/5

Corki: Mehr magisch als physisch

Corkis "Gatling Gun" (E) reduziert seit 5.22 auch die gegnerische Magieresistenz und seine Auto-Attacks verursachen gleichmäßig physischen und magischen Schaden (jeweils 55%).

Bruchpilot Corki durchlebt einen Wandel zum AP-Carry © Riot Games

Seine Valkyrie (W) bringt mit dem neuen Package zusätzlichen Schaden und Distanz. Dementsprechen könnten sich dadurch neue Anwendungsmöglichkeiten in Team-Fights ergeben.

Insgesamt wird es noch schwerer sein, effizient Items gegen den Schaden von Corki zu kaufen. Besonders attraktiv dürfte er deshalb in Kompositionen sein, wo beide Solo-Laner in erster Linie physischen Schaden verursachen. Denn mit dem erhöhten magischen Schaden fällt Corki wohl noch härter im Late-Game ab als zuvor.

Potential in der kompetitiven Szene: 4/5

Graves bevorzugt den Nahkampf

Graves ist lieber mittendrin, statt nur dabei © Riot Games

Graves erhielt vermutlich die größten mechanischen Änderungen mit dem Pre-Season-Patch. Seine Auto-Attack-Range wurde auf 425 reduziert, dafür sein Nahkampfschaden mit dem neuen Skill "End of the Line" (Q) massiv erhöht.

Diesem Skill kann aber aufgrund der Verzögerung teilweise ausgewichen werden. Vor allem mobile Champions mit einer hohen Reichweite werden Graves große Probleme bereiten, sodass ihn seine noch besseren Resistenzen durch "Quickdraw" (E) nicht in jeder Situation retten werden.

Potential in der kompetitiven Szene: 4/5

Kog’Maw sucht nach neuen Items

Kog’Maw mutiert mit 5.22 zum Maschinengewehr © Riot Games

Seit 5.22 ist Kog’Maw der einzige Champion im Spiel, der mehr als 2,5 Attack-Speed haben kann. Das Cap wurde während der Dauer von "Bio-Arcane Barrage" (W) verdoppelt, allerdings gleichzeitig auch der Schaden von Kog’Maw gegen Nicht-Minions während dieser Zeit auf 55% reduziert. Das Ultimate "Living Artillery" (R) verursacht gegen Ziele mit wenig Leben mehr Schaden. Seine Core-Items "Infinity Edge" und vor allem "Blade of the Ruined King" wurden zuletzt stark abgeschwächt. Von den neuen Items profitiert der Hyper-Carry kaum, da seine AD-Ratios niedrig bis nicht existent sind. Insgesamt scheint Kog’Maw mit den Änderungen an Stärke verloren zu haben, sodass er und manche Items in Zukunft Fine-Tuning benötigen werden.

Potential in der kompetitiven Szene: 2/5

Quinn weiterhin ohne Tempo und Range

Quinn war seit ihrer Einführung einer der unbeliebtesten und schwächsten Champions in der kompetitiven Szene. Das Ultimate "Behind Enemy Lines" (R) kann sie nun zwar dauerhaft aktivieren, aber ihre fehlende Mobilität in Team-Fights und die niedrige Reichweite (525) sind weiterhin große Problemstellen. 

Quinn und Valor heben weiterhin nicht ab © Riot Games

Für Ladder-Spiele ist das verbesserte Ultimate ganz nett, aber in Turnier-Matches ist die Vision-Control und die Koordination innerhalb eines Teams deutlich besser, sodass Quinn wohl weiterhin keinen Höhenflug haben wird.

Potential in der kompetitiven Szene: 1/5

 

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