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In San Jose werden fünf Spieler auf der Bühne stehen © Riot Games

Berlin - Auch der zweite deutsche LoL-Topspieler trägt nun Schwarz Bei SPORT1 spricht Teamchef xPeke über den Transfer von PowerOfEvil und die Doppelbesetzung der Mid-Lane.

Von Karina Ziminaite und Johannes Gorzel

Nachdem vor einigen Tagen bereits das Gerücht die Runde machte, dass mit PowerOfEvil und Amazing demnächst das deutsche Traumduo zusammen bei Origen spielen soll, folgte heute die offizielle Verkündung: xPeke wechselt auf die Rolle des sechsten Spielers und ebnet den Weg für eine Doppelbesetzung der Mid-Lane.

Nicht ganz wie bei SK Telecom T1

SPORT1: Seit wann habt ihr PowerOfEvil ins Auge gefasst und wieso fiel die Wahl auf ihn?

xPeke: Es war direkt nach den Worlds. Ich hatte kaum Zeit zu trainieren und sprach mit meinen Teamkollegen, wen wir für die Intel Extreme Masters in San Jose als Ersatzspieler engagieren könnten.

Dabei kam von ihrer Seite die Frage auf, ob ich damit einen Ersatzspieler für das gesamte Jahr oder nur für die IEM meinte.

Zu diesem Zeitpunkt kam mir der Gedanke, dass wir tatsächlich eine Doppelbesetzung der Mid-Lane versuchen könnte. Man sollte sich das jedoch nicht so vorstellen wie bei SK Telecom T1, denn Easyhoon und Faker trainieren täglich und sind immer einsatzbereit.

Ich werde nur dann verfügbar sein, wenn ich wirklich Zeit hatte, um zu trainieren.

Ich befasste mich also damit, welche Mid-Laner verfügbar waren. Dabei erinnerte ich mich daran, dass PowerOfEvil für Angebote offen war.

Ich kontaktierte ihn via Skype, um zu überprüfen, ob er noch unter Vertrag stand und das war nicht der Fall. Das geschah alles in der letzten Woche. Es lief sehr spontan ab.

SPORT1: Ihr kennt euch bereits aus der LCS. Was denkst du über ihn als Spieler und als Menschen?

xPeke: In der LCS grüßte man sich vielleicht ab und zu aber ich kenne ihn noch nicht wirklich. Bisher mag ich PowerOfEvil sehr. Natürlich benötigt er etwas Zeit, um sich einzuleben, denn die anderen Teamkollegen kennen sich schon seit einem Jahr.

Vielleicht hält er sich noch zurück, jedoch nimmt er an allen Konversationen aktiv teil und wundert sich auch nicht über unsere dummen Witze. Ich bin mir sicher, dass er super zu uns passen wird.

Als Spieler respektiere ich ihn sehr. Ich halte ihn für einen begabten Mid-Laner und er zeigte im letzten Split konstant starke Leistungen.

Es ist natürlich nicht leicht zu beurteilen, wie er sich im Spiel bei uns einfügt – der Spielstil von Unicorns of Love unterscheidet sich sehr von unserem. Seine Lane wusste er jedoch immer zu dominieren.

Er hatte nie wirklich ein Spiel, bei dem man ihn stark kritisieren musste. Meistens war er derjenige, der bei UoL hervorstach.

10 Tage Training

SPORT1: Das Zeitfenster bis zur IEM in San Jose ist sehr klein. Könnt ihr euch rechtzeitig mit ihm einspielen?

xPeke: Wir müssen schauen, wie es läuft. Ich sprach mit PowerOfEvil und erklärte ihm, dass er sich keinen großen Kopf um die IEM machen muss. Letztlich ist San Jose zwar ein tolles Turnier, bei dem wir gerne gewinnen würden, jedoch ist es nicht wirklich wichtig. Bis dahin wird das Team zusammen nur zehn Tage trainiert haben und deshalb wird ihm niemand wegen eines schlechten Resultats böse sein.

Diese Woche wird entscheiden, wie schnell sich unser Team einspielen kann. Wir können noch nicht einschätzen, wie schnell er sich anpasst. Bislang ist PowerOfEvil sehr ruhig, doch auch das ist normal, wenn man einem neuen Team beitritt.

Wenn man sich schnell aufeinander anpasst, dann werden wir als sehr starkes Team auftreten. Und falls nicht, dann liegt unser Fokus auf der LCS. 

SPORT1: Und wie sieht es mit einem Coach aus?

xPeke: Das ist noch nicht entschieden. Wir benötigen bis zum Start der LCS einen Coach. Ich spiele mit dem Gedanken, das vielleicht selbst zu übernehmen. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mir das zutraue.

Die Gerüchte, dass Hermit Origen verlässt, sind auch nicht unbedingt begründet. Er befindet sich nur in Nordamerika, weil er dort lebt. Das Thema haben wir mit ihm noch gar nicht angesprochen.

In San Jose werden wir keinen Coach vor Ort haben. Derzeit coachen wir uns quasi selbst und suchen gleichzeitig nach einer Lösung. Das ist alles nicht so einfach, weil nur sehr wenige Coaches zu uns passen würden.

Hermit hat uns sehr geholfen. Jedoch war er nie wirklich ein Coach – eher ein Analyst. Wir sind uns bisher nicht im Klaren, wen wir für diese Position zukünftig haben wollen.

Der zweite Teil des Interviews erscheint morgen. Dabei geht xPeke genauer auf die Gesamtsituation ein und verrät weitere Details zur Vorbereitung für die IEM.

Zum englischen Interview.

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