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Gelsenkirchen - Die Verantwortlichen des FC Schalke 04 nennen das eigene League of Legends-Team eine "Investition in die Zukunft". Teams in weiteren Titeln sollen bald folgen.

Der FC Schalke 04 gab am Montag den Einstieg in den eSports offiziell bekannt. Der zweitgrößte deutsche Fußball-Verein geht ab Juni mit einem eigenen Team in der europäischen League of Legends Championship Series an den Start.

Gleiche Werte bei Team und Verein

Moritz Beckers-Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Schalke 04 Arena Management GmbH, eröffnete die Pressekonferenz mit der Begründung für das Engagement des Vereins im eSports: "Wir haben dies nicht kurzfristig, sondern nach langen Analysen und Beobachtungen entschieden. Die eSports-Welt ist ein globales Phänomen. Wir sehen beim eSport Synergien zum klassischen Sport. Die Spieler passen mit ihrer Art und Weise zu unserem Verein."

Beckers-Schwarz ergänzte: "Wir haben lange analysiert, welche Sportart wir neben Fußball professionell betreiben wollen. Wir haben uns gegen eine klassische Sportart, sondern für einen großen Wachstumsmarkt entschieden. Wir blicken damit in die Zukunft."

Jacob "Maelk" Toft-Andersen, Manager des Teams stimmte zu: "Wir haben das Team gewählt, weil es hart arbeitet und wir an die Spieler glauben. Das geht mit den Werten, die der Verein Schalke 04 schätzt, einher."

Expansion auf andere Titel ist sicher

Für den Verein sei dieser Schritt eine Investition in die Zukunft. "Gerade die jüngeren Leute identifizieren sich mit dem eSports und damit auch mit Titeln wie League of Legends", so Beckers-Schwarz weiter. "CS:GO sehen wir aktuell nicht als passenden Titel für S04, obwohl wir uns des Stellenwertes des Spiels in der Szene durchaus bewusst sind."

Das bedeutet aber nicht, dass der Verein nur bei League of Legends bleibt. Toft-Andersen verriet: "Es ist zu 100% sicher, dass wir auch in anderen Titeln einsteigen werden. Demnächst wird es eine Ankündigung zu FIFA geben. Auch Titel wie Overwatch oder Dota 2 sind interessant. Das ist eine Sache der Zukunft."

Die Knappen haben zunächst das Team Elements übernommen und werden mit diesem am 2. Juni in die neue Saison der europäischen Serie LCS starten.

Auf die Frage, inwiefern der Verein in seiner Gesamtheit dem neuen League of Legends-Team helfen wird, erklärte Beckers-Schwarz: "Unsere Spieler werden wir genauso, wie die Fußballer, medizinisch betreuen. Wir wollen Spieler, die professionell aufgestellt sind. Deswegen werden wir unsere Kontakte und Möglichkeiten in dieser Hinsicht nutzen."

Wunsch: LoL-WM-Finale in der Veltins-Arena

In der jüngsten Vergangenheit wurden beispielsweise in der Commerzbank Arena und in der Lanxess-Arena eSports-Events in den Titeln Dota 2 sowie Counter-Strike: Global Offensive veranstaltet. Das Finale der LoL-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr fand in der Berliner Mercedes-Benz Arena statt.

Die Verantwortlichen stünden mit Publisher Riot Games in Kontakt, um möglicherweise irgendwann das WM-Finale in die Veltins-Arena zu holen. Ein weiterer Schritt in der fernen Zukunft sei zudem, einzelne Spiele und Spieltage der LCS in das eigene Stadion zu holen.

Tim Reichert, Head of Esport bei Schalke 04, kann sich zukünftig weitere Klubs in dieser Branche vorstellen: "Ich bin sehr sicher, dass andere Clubs nachziehen werden. Es ist ein Markt, der viel Synergien bei Sportvereinen entwickelt. Wir hoffen darauf, dass wir diese Derbys und Duelle, die es im Fußball gibt, auch hier sehen werden."

LCS-Team: Top 3 langfristig das Ziel

Toft-Andersen äußerte sich auch zur Zielsetzung des LoL-Teams: "Wir haben keine Sorgen, dass das Team schlecht abschneiden wird. Im Gegenteil: Wir wollen nach vorne schauen und die PlayOffs erreichen. Im nächsten Jahr ist eine Top 3-Platzierung das Ziel."

Der Langzeit-Plan sei zudem, zwei Teams zu haben: ein LCS-Team und ein Nachwuchs-Team der Knappenschmiede. "Das LCS-Team würde aus logistischen Gründen in Berlin sein, das Nachwuchs-Team dafür aber in Gelsenkirchen verbleiben", so der Däne weiter.

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Patrick "Nyph" Funke, Trainer des LCS-Teams, erklärte, warum der Verein auch in dieser Hinsicht helfen kann: "Die Möglichkeiten bei Schalke sind deutlich größer, als bei üblichen eSports-Teams. In der nächsten Saison wird sich Vieles ändern. Wir wollen die Infrastruktur nutzen, um eine gute mentale und physische Basis zu schaffen. Das wird uns sehr helfen."

Die fünf Spieler des LoL-Teams haben, wie im professionellen E-Sport üblich, einen Trainer und einen Analysten an ihrer Seite. Zusätzlich erwartet sie bei Schalke eine medizinische Betreuung im physischen und mentalen Bereich.

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