vergrößernverkleinern
Fast alle LCS-Teams schreiben rote Zahlen. © Riot Games/SPORT1

Der Brief von H2K Gaming an die Community wirft weitere Fragen auf. In einem Interview erklärt der Vorsitzende Richard Lippe die Kosten für ein LCS-Team.

Von Luka Ziegler

Mit League of Legends als Profi-Spieler sein Geld verdienen - ein Traum für alle eSports-Fans. Aus unternehmerischer Sicht kann der Traum der Spieler, jedoch schnell zum Alptraum der Manager werden. Denn fast alle Teams in der League of Legends Championship Series schreiben rote Zahlen.

Ein Brief von H2K-Gaming CEO Susan Tully und dem stellvertrenden Vorsitzenden Richard Lippe an die League of Legends Community kritisiert Riot Games für die Verteilung der Gelder. Während Riot mit Sponsoren, In-Game-Verkäufen und Streams sehr viel Gewinn macht, bleiben die Teams in der Gewinnbeteiligung aus.

In einem Interview mit esportsobserver.com erklärt der stellvertrende Vorsitzende von H2K Gaming, Richard Lippe, die Kosten eines LCS Teams.

Fast alle LCS-Teams schreiben rote Zahlen

Im Brief sprachen die Verantwortlichen von hohen Verlusten. Lippe erklärt, dass die Verlustrechnung bei allen Teams der EU LCS ähnlich sei, aber auch für viele Teams aus der NA LCS gilt. Als Beispiel nennt er das amerikanische Team Phoenix 1. Deren Managing-Partner Michael Moore verkündete ein Verlust von 500.000 US-Dollar für die Niederlage seines Teams beim Spring Split.

Um finanzielle Stabilität der Teams garantieren zu können, fordert Lippe mindestens 700.000 US-Dollar jährliche Unterstützung von Riot Games. Das haben die verantwortlichen Teams aus EU und NA LCS gemeinsam besprochen und sie seien ungefährt auf diese Summe gekommen. Selbst mit dieser finanziellen Unterstützung sei jedoch ein finanzieller Verlust trotzdem nicht ausgeschlossen.

1.000.000 Euro für Spielergehälter

Das sind die Kosten, die Lippe im Interview bekanntgab. © SPORT1

Lippe erklärt, dass das Gehalt der EU-LCS-Spieler (je nach Skill-Level) zwischen 100.000 und 180.000 Euro variiert. Dazu kommen 14% Sozialversicherungkosten auf die Gehälter, welche das Team übernehmen muss. Bei fünf Spielern pro Team, inklusive ein oder zwei Ersatzspielern, kommt somit nur an Spielergehältern eine Summe von 1.000.000 Euro zusammen.

Lippe erklärt, dass die Spieler von H2K-Gaming mehr als die meisten Spieler in der EU LCS verdienen. Das läge an der Qualität der Spieler aber auch an der menschlichen Qualität seines Teams.

Kosten für Gaming-Haus, Versicherung und Co.

Zu den Spielergehältern kommen Kosten für den Coach des Teams und weiteres Personal, welches das Team unterstützt. Die administrativen Kosten inklusive Ausgaben für das Management, Buchhaltung, Rechtsabteilung, Versicherungen und Reisekosten belaufen sich auf 350.000 Dollar. Dazu kommen 60.000 Euro jährlich für das Haus, in welchem die Spieler leben und trainieren. Zusätzlich gibt es Marketing-Kosten, welche zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Monat variieren können.

Um die Teams finanziell zu entlasten hat Lippe einen einfachen Vorschlag. Fans sollen Skins für die Teams designen, welche man dann innerhalb des Spiels kaufen kann - sowohl im Summer als auch im Spring Split. Der Gewinn aus diesen Skin-Verkäufen könnte den Teams zu Gute kommen. Lippe ist davon überzeugt, dass diese Idee auch bei den Fans gut ankommt.

Das komplette Interview mit Richard Lippe gibt es auf esportsobserver.com.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel