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1. FC Koeln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga
Stefan Kuntz (l., mit Coach Kosta Runjaic) ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender beim FCK © Getty Images

München - Vor dem Start in die restlichen 15 Spiele sprechen Lauterns Boss Stefan Kuntz und FCK-Trainer Kosta Runjaic bei SPORT1 über die Lage bei den "Roten Teufeln".

Die Grundstimmung beim 1. FC Kaiserslautern ist positiv. Nach 19 Spielen belegt der Pfälzer Traditionsverein Platz fünf in der Tabelle.

Der Traum vom Aufstieg in die Bundesliga lebt weiter. Nach einem personellen Umbruch im vergangenen Sommer haben es die Verantwortlichen um Klub-Boss Stefan Kuntz, Trainer Kosta Runjaic und Sportchef Markus Schupp geschafft mit dem jüngsten Team in der Zweiten Liga für Furore zu sorgen und Euphorie zu entfachen.

In der Winterpause wurde diese Freude jedoch etwas getrübt, als bekannt wurde, dass der Vertrag mit Torwart und Leistungsträger Tobias Sippel nicht verlängert wird.

Zudem ließ man in Srdjan Lakic den Kapitän zum SC Paderborn ziehen. Nach Marc Torrejon verließ in dieser Saison damit zum zweiten Mal der Spielführer den FCK. Lauterns Eigengewächs Willi Orban trägt ab jetzt die Binde.

Vor dem Spiel bei Eintracht Braunschweig am Sonntag (ab 13 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVE TICKER) sprechen Kuntz und Runjaic im SPORT1-Interview über alle Brennpunkte rund um die "Roten Teufel". 

SPORT1: Herr Runjaic, mit welchem Gefühl gehen Sie und der FCK in die restlichen Saisonspiele?

Kosta Runjaic: Wir haben uns sehr intensiv vorbereitet, hatten aufschlussreiche Testspiele. Wir sind positiv gestimmt und freuen uns, wenn es jetzt in der Liga wieder losgeht.

SPORT1: Herr Kuntz, der FCK besitzt im Aufstiegskampf alle Chancen - auch aufgrund der guten Stimmung im jungen Team. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage?

Stefan Kuntz: Wir sind sehr zufrieden mit unserer aktuellen Situation und arbeiten weiter hart an der Entwicklung unserer Spieler.

SPORT1: Worauf haben Sie in der Vorbereitung am meisten Wert gelegt?

Runjaic: Wir hatten in der Hinrunde klare Defizite bei unserer Chancenverwertung. Das war einer der Schwerpunkte während unserer Vorbereitung.

SPORT1: Wie machen sich die Neuzugänge Erik Thommy und Mateusz Klich?

Runjaic: Beide bringen alles mit, was wir von Spielern erwarten. Sie haben bisher in der Vorbereitung sehr gut mitgearbeitet und das Verständnis mit den Mitspielern auf dem Platz klappt immer besser. Beide helfen uns als Mannschaft noch variabler zu agieren, so dass wir schwerer auszurechnen sind.

SPORT1: Im Mittelfeld kämpfen jetzt ein Dutzend Spieler um vier bis fünf Positionen - wie halten Sie die alle bei Laune?

Runjaic: Wir haben in dieser Saison eine sehr gute Stimmung im Kader, jeder ist Teil der Mannschaft, auch wenn er nicht spielt. Wir kommunizieren viel miteinander, jeder weiß immer woran er ist. 

1. FC Kaiserslautern Torwart Tobias Sippel
Auf Abschiedstour: Tobias Sippel spielt seit 1998 als Torwart beim 1. FC Kaiserslautern © Getty Images

SPORT1: Für etwas Unruhe sorgte mitten in der Vorbereitung die Nachricht, dass für Tobias Sippel im Sommer Schluss ist beim FCK. Hat man da jetzt nicht unnötigerweise ein Fass aufgemacht?

Kuntz: Wir haben die großen Verdienste von Tobi für den Verein berücksichtigt und die Lage frühzeitig bewertet und transparent kommuniziert. Das ist offen und fair.

Runjaic: Es gehört zu den Mechanismen in diesem Geschäft, dass es aufgrund von individuellen Vertragssituationen zu solchen Situationen kommt. Damit muss man professionell umgehen und das tut Tobias Sippel genauso wie wir als Trainerteam.

SPORT1: Das Ziel wurde zwar im Sommer nicht ausgegeben, aber wie realistisch ist der Aufstieg?

Runjaic: Die aktuelle Tabelle zeigt es, viele Teams liegen oben ganz dicht zusammen hinter Ingolstadt. Es ist davon auszugehen, dass es bis zum Schluss weiter eng bleiben wird. Wir schauen auf uns, haben den Anspruch uns als Team kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ob es am Ende reicht für einen Aufstiegsplatz, werden wir sehen.

SPORT1: Warum hat man Srdjan Lakic ziehen lassen, der eigentlich bleiben wollte und immerhin bester Torschütze und Kapitän war?

Kuntz: In einem Gespräch hat uns Srdjan Lakic mitgeteilt, das Angebot vom SC Paderborn annehmen zu wollen. Wir haben zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass wir einen adäquaten Ersatz finden.

SPORT1: Der wurde mit Simon Zoller gefunden. Wie kam es zur überraschenden Rückkehr von ihm?

Runjaic: Markus Schupp und ich sind im ständigen Austausch und haben immer Spieler im Kopf, die vom Typ her zu uns passen. Simon hat damals zu uns gepasst und passt auch jetzt. Als sich die Chance ergab, haben wir sie genutzt. Ich freue mich, dass wir wieder zusammen arbeiten.

Kuntz: Simon kennt große Teile der Mannschaft, den Trainer und das Umfeld hier am Betzenberg. Die Eingewöhnungszeit müsste für ihn daher sehr kurz sein. Er erhöht qualitativ für Kosta Runjaic die Möglichkeiten in der Offensive.

SPORT1: Es hieß, dass Lakic zuletzt die fehlende Rückendeckung durch den Verein beklagte.

Kuntz: Diese Aussage hat er im Gespräch mit Kosta Runjaic, Markus Schupp (FCK-Sportchef, Anm. d. Red.) und mir dementiert. Das ist eine Erfindung eines Journalisten.

SPORT1: Müssen bei Nichtaufstieg weitere Leistungsträger abgegeben werden, um Löcher im Etat zu stopfen?

Kuntz: Wer sagt denn, dass bei uns Löcher gestopft werden müssen? Wir planen mit einem leichten Plus.

SPORT1: Wie sieht es bezüglich der geplanten Vertragsverlängerungen mit den umworbenen Abwehrtalenten Dominique Heintz und Willi Orban aus?

Kuntz: Wir sind aktuell in Gesprächen mit den Spielern und ihren Beratern. Wenn es etwas zu vermelden gibt, dann werden wir dies machen.

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