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Ingo Wellenreuther ist seit November 2010 Präsident des Karlsruher SC
Ingo Wellenreuther ist seit November 2010 Präsident beim Karlsruher SC © Getty Images

Bei SPORT1 kann Ingo Wellenreuther die Abneigungen gegen RB Leipzig nachvollziehen. Die jüngsten Anfeindungen verurteilt der Präsident des Karlsruher SC jedoch.

Ungeachtet der jüngsten Anfeindungen gegen RB Leipzig kann Ingo Wellenreuther die Abneigungen gegen den Retortenklub aus der 2. Fußball-Bundesliga nachvollziehen.

"Ich kann schon den Unmut der Fans gegenüber dem Konstrukt RB Leipzig verstehen", sagte der Präsident des Karlsruher SC bei SPORT1 am Rande des Topspiels der Badener bei Spitzenreiter FC Ingolstadt (3:1). 

Wellenreuther verurteilte indes: "Aber die Methoden und Reaktionen darauf sind unangemessen. Das lassen wir uns auch nicht gefallen."

Der KSC sei "auch nicht erpressbar. Das haben wir so an unsere Mitarbeiter herausgegeben. Drohungen und Erpressungen gegenüber dem Verein akzeptieren wir nicht."

"Bei uns ist klipp und klar vereinbart, dass jegliche Gewalt abgelehnt und sanktioniert wird", sagte Wellenreuther bei Sport im Dritten des SWR-Fernsehens.

Mit den Fangruppen bestehe ein Konsens. "Strafrechtliche Sanktionen, Vereinsausschlüsse, Stadionverbote oder Regressforderungen wenn irgendetwas passiert", sagte der KSC-Boss: "Weil der Verein sich auch als Opfer sieht. Wir werden vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verurteilt für Fehlverhalten von Fans, und das akzeptieren wir nicht. Das versuchen wir auch umzulegen."

Umstrittener Trikot-Rücktausch

Zur Erinnerung: Am vergangenen Montag hatten sich die Karlsruher Verantwortlichen nach der Partie gegen die Leipziger (0:0) von den eigenen Fans zu einem Rücktausch nötigen lassen.

"Das (Trikot, Anm. d. Red.) wurde herausgegeben, um eine Eskalation zu vermeiden", sagte Wellenreuther nun.

Ähnlich hatte das bei SPORT1 zuvor bereits Jens Todt erklärt.

"Wir können den Vorfall bestätigen", sagte der KSC-Sportdirektor. "Dieser wurde von dem Mitarbeiter in diesem konkreten Moment so gehandhabt, da er deeskalieren wollte. Wir haben das intern aufgearbeitet und besprochen und uns darauf verständigt, uns künftig nicht noch einmal zu so etwas drängen zu lassen."

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatten der Leipziger Diego Demme und der Karlsruher Philipp Max die Trikots untereinander getauscht.

KSC-Fans blockieren RB-Bus

Die KSC-Fans, die die Abfahrt der Gästemannschaft mit einer Blockade lange Zeit verhinderten, hatten daraufhin lautstark einen Trikot-Rücktausch von den KSC-Verantwortlichen gefordert.

Daraufhin war ein KSC-Sicherheitsbeauftragte mit dem Demme-Trikot in den Händen in die Gäste-Kabine gekommen und hatte um einen Rücktausch gebeten.

Während des Spiels hatten KSC-Fans zwei große Banner mit verunglimpfendem Inhalt in Richtung der Gäste gezeigt.

Dazu soll der Leipziger Mannschaftsbus am Wildparkstadion von Anhängern der Gastgeber an der Abfahrt gehindert worden sein.

Attacke wohl auch auf Rangnick

Dies gilt auch für den Wagen von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, gegen den außerdem getreten und gespuckt worden sein soll. Auch Farbbeutel sollen geworfen worden sein.

Der KSC reagierte auf die Vorkommnisse mit einem sechs Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog.

Der KSC kündigte zudem an, die polizeilichen Berichte anzufordern, "um die Personalien der Täter festzustellen und weitere Maßnahmen zu ergreifen", wie es hieß.

Als Reaktion auf die Schmähplakate und -banner sprachen die Verantwortlichen darüber hinaus ein generelles Verbot von Bannern für die nächsten drei Heimspiele aus.

Dies betrifft das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern (22. März), sowie die Partien gegen den FC St. Pauli (10. April) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (26. April/alle Sky).

Auch die "Einleitung von Vereinsausschlussverfahren gegen mehrere Personen" werde derzeit geprüft.

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