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FC St. Pauli v Fortuna Duesseldorf  - 2. Bundesliga
Kyoung-Rok Choi wechselte 2012 aus Südkorea in die U19 des FC St. Pauli © Getty Images

Hamburg - Dank Debütant Kyoung-Rok Choi hat St. Pauli das rettende Ufer wieder in Sicht. Trainer Lienen freut sich auf Optionen. Fortuna plant weiter für die Zweite Liga. Ein neuer Coach wird gehandelt.

Erster Heimsieg im Jahr 2015. Neue Hoffnung im Abstiegskampf. Und ein "kleener" Nobody startet durch: Ewald Lienen konnte nach dem Befreiungsschlag des FC St. Pauli nicht einmal eine leichte Magenverstimmung die Laune verderben.

Ein Kabinensnack aus Hühnchen und Reis setzte dem Trainer der Kiezkicker zu. Doch der 61-Jährige strahlte nach dem 4:0 (3:0) gegen Fortuna Düsseldorf übers ganze Gesicht.

"Die Jungs können Fußball spielen. Jeder hat gesehen, was plötzlich möglich ist, wenn Selbstvertrauen da ist", sagte Lienen, der mit seinem Team erstmals seit einem halben Jahr die direkten Abstiegsplätze der Zweiten Liga verließ (DATENCENTER: Tabelle).

Rettendes Ufer in Sicht

Die Hanseaten nutzten die Osterpatzer von 1860 München und der SpVgg Greuther Fürth in beeindruckender Manier aus und rückten bis auf einen Punkt ans rettende Ufer heran.

Dass sich das zuletzt triste Freudenhaus der Liga nach langer Durststrecke mal wieder in eine wilde Partyzone verwandelte, lag vor allem an einem 20 Jahre alten Greenhorn aus Südkorea. "Der Kleene ist da direkt hingelaufen, das ist kein Zufall", sagte Lienen liebevoll über Kyoung-Rok Choi.

Im Sommer 2012 wechselte er von der Ajou University in die U 19 des Kiezklubs, bis Lienen das Talent entdeckte und ihm gegen Fortuna eine Chance gab, die er nicht hätte besser nutzen können.

Choi "wie ein alter Hase"

Denn bei seinem Liga-Debüt gegen völlig perplexe Düsseldorfer bewies Choi einen blendenden Torriecher - und hauchte den Hamburgern mit seinem Doppelpack (9., 16.) und einer Vorlage für Daniel Buballa (51.) neues Leben ein.

"Der Junge hat gespielt wie ein alter Hase", schwärmte Mittelfeldabräumer Julian Koch. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 steuerte der wochenlang verletzte Waldemar Sobota bei (40.).

Lienen warnt vor Euphorie

Lienen eröffnen sich in den entscheidenden Wochen einer schwierigen Saison damit plötzlich personelle Alternativen, die den Konkurrenzkampf deutlich beleben. "Jetzt haben wir ein hohes Trainingsniveau und können uns richtig pushen", meinte der Trainer, der allerdings vor verfrühter Euphorie warnte.

Bereits am Freitag im Spiel beim Aufstiegsaspiranten Karlsruher SC erwartet St. Pauli ein wohl deutlich aggressiverer Gegner als die am Ostermontag völlig blutleeren Fortunen (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Keller bei Düsseldorf im Gespräch

"Wenn man neun oder zehn Ausfälle auf dem Platz hat, holt man in der Zweiten Liga keinen Punkt", sagte der völlig frustrierte Düsseldorfer Coach Taskin Aksoy, nachdem sich sein Team wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hatte.

Sportdirektor Helmut Schulte, der nach einer wenig erfreulichen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte nur noch den Kopf schüttelte, kann für eine weitere Saison im Bundesliga-Unterhaus planen. Als möglicher Kandidat für einen Neuaufbau wird der frühere Schalke-Trainer Jens Keller gehandelt.

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