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München - RB Leipzig bleibt im Moment nur eine Option bei der Trainerfrage. Ralf Rangnick ist dabei die Lösung, allerdings birgt das auch für den Macher ein Risiko.

Wenn alle Trainer absagen, dann ist es praktisch, noch einen vor Ort zu haben im Büro, getarnt als Sportdirektor. RB Leipzig entscheidet sich für Ralf Rangnick als neuen Mann auf der Bank. Bedeutet: Rangnick entscheidet sich für Rangnick.

Einerseits natürlich, weil der Sportdirektor Rangnick vom Trainer Rangnick überzeugt ist. Vor allem aber, weil sich scheinbar niemand anderes mit adäquaten Qualifikationen gefunden hat.

Notlösung ist "die sinnvollste"

Vom Beginn seines Engagements bei Red Bull an war nämlich klar: Was jetzt passiert ist, kann nur die Notlösung sein. Und auch keine für die Ewigkeit. Wenn auch "in dieser Situation für uns alle die sinnvollste", wie Rangnick es am Freitag ausdrückte.

Alexander Zorniger hatte er bereits im Februar aus Leipzig verabschiedet, weil der das gewünschte Tempo in Sachen Aufstieg nicht mitgehen wollte. Außerdem sollen da längst Verhandlungen mit Thomas Tuchel gelaufen sein, was Zorniger als Affront aufgefasst haben dürfte nach zwei Aufstiegen mit dem Verein.

Beierlorzer wird Rangnicks Co-Trainer

Achim Beierlorzer übernahm die Mannschaft interimsmäßig, er wird jetzt unter Rangnick wieder als Co-Trainer arbeiten.

Zorniger wusste, wie hoch die Ansprüche bei Rangnick und im Red-Bull-Imperium sind. Gleich nach seinem Amtsantritt tauschte der neue Sportdirektor den damaligen Trainer Peter Pacult durch Zorniger aus. In Salzburg ersetzte er Ricardo Moniz durch Roger Schmidt.

Tuchel war immer Rangnicks Wunschkandidat für RB Leipzig - einer, der strahlt wie die Bundesliga und gleichzeitig die Schufterei der zweiten Liga beherrscht.

Offerten ohne Wirkung

Nur: Tuchel wollte nicht. Leverkusens Nachwuchs-Cheftrainer Sascha Lewandowski allem Anschein nach auch nicht. In beiden Fällen vermochte der Klub auch nicht mit lukrativen Offerten das Personal zu ködern.

"Ich bin in der Tat jemand, der die Dinge nicht zufällig entwickelt, sondern auch Einfluss auf Entscheidungsprozesse nehmen möchte", sagte Rangnick einmal. Zorniger bekam das zu spüren genauso wie Schmidt in Salzburg.

Jetzt übernimmt Rangnick selbst den Job. Er wird sich an den eigenen Ansprüchen messen lassen.

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