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Freiburg - Absteiger SC Freiburg springt nach einem verrückten Spiel gegen Nürnberg an die Spitze der Zweiten Liga. Petersen gelingt ein Blitz-Hattrick. Bulthuis verliert die Nerven.

Neun Tore, drei Elfmeter und ein Blitz-Hattrick von Nils Petersen: In einem an Spektakel kaum zu überbietenden Montagsspiel hat der Torjäger des SC Freiburg den Bundesliga-Absteiger fast im Alleingang an die an die Spitze der 2. Bundesliga geschossen.

Der 26-Jährige erzielte beim furiosen 6:3 (4:1) zum Saisonstart gegen den 1. FC Nürnberg in den ersten 13 Minuten stolze drei Tore. Damit gelang dem ehemaligen Bayern-Profi der früheste Dreierpack der Liga-Geschichte und zugleich der drittschnellste.

"Schöner kann man sich ein Montagabendspiel nicht vorstellen", sagte Matchwinner Petersen zu SPORT1.

Petersen verwandelte in der 8. und 11. Minute jeweils einen Foulelfmeter, ehe er aus einer Abseitsposition mit einem Rechtsschuss (13.) erfolgreich war.

"Ich weiß gar nicht, wie lang es gedauert hat", sagte Petersen hinterher. Darauf angesprochen, dass er nur fünf Minuten für seine drei Tore brauchte, antwortete der Stürmer augenzwinkernd: "Ja gut, mit den Elfmetern ging es ja ruck zuck."

Nürnberg macht es noch mal spannend

Mike Frantz (41.) sorgte in einer turbulenten Partie gar für das 4:0, ehe es noch einmal spannend wurde. Kevin Möhwald (44.), Hanno Behrens (47.) und Alessandro Schöpf (53., Foulelfmeter) verkürzten für den Club auf 3:4 (das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Erst die Tore von Maximilian Philipp (61.) und des gerade erst eingewechselten Julian Schuster (90.+1) brachten die Entscheidung zu Gunsten des Sport-Clubs. In der Schlussphase sah Nürnbergs Dave Bulthuis (84.) wegen Schiedsrichterbeleidigung zudem noch die Rote Karte. Er hatte dem Assistenten den Vogel gezeigt.

"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, da hat der Rhythmus gestimmt und wir hatten die nötige Power im Strafraum", urteilte Freiburgs Trainer Streich nach dem Abpfiff. "Nach der Halbzeit war es nicht so erfreulich, weil wir da ziemlich verschlafen waren. Ich habe viele gute Sachen gesehen. Aber es soll keiner auf die Idee kommen, diesen Sieg überzubewerten. Das wäre der erste Schritt in die ganz falsche Richtung." 

Gäste-Trainer Rene Weiler fand nach der Niederlage deutliche Worte für die Leistung seiner Mannschaft. "Wir können nichts beschönigen. Das war ein schlechter Auftritt. Zum Teil war es haarsträubend, so kann man nicht auftreten", sagte der Schweizer im Gespräch mit SPORT1. "Selbstverständlich kocht man da innerlich. Das ist ein kleinerer Fußball-Albtraum. Wir wurden hier richtig durchgeschüttelt."

Petersen weckt Erinnerungen

Torjäger Petersen, den Freiburg erst im Sommer fest von Werder Bremen verpflichtet hatte, weckte mit seinem Dreierpack Erinnerungen an sein Debüt im Breisgau.

Ende Januar hatte die damalige Leihgabe im ersten Spiel für den SCF gegen Eintracht Frankfurt (4:1) ebenfalls drei Tore erzielt. Damals benötigte er 24 Minuten.

Nun brauchte er ganze fünf Minuten für drei Tore, der schnellste Hattrick der Liga bleibt aber Helmut Hampl von Hessen Kassel (1983) und Werner Lenz von Union Solingen (1979) vorbehalten. Beide hatten jeweils nur vier Minuten benötigt.

Neues Freiburger Team überzeugt

Freiburg waren die Umbauten der Sommerpause mit 15 Neuzugängen und zwölf Abgängen kaum anzumerken, auch die zwischenzeitliche Aufholjagd der Gäste warf das Team von Trainer Christian Streich nicht aus der Bahn.

Aufstiegsaspirant Nürnberg konnte vor allem in der ersten Halbzeit phasenweise mit dem hohen Tempo der Hausherren kaum Schritt halten, wartet nun bereits seit dem 23. März 2009 auf einen Sieg gegen Freiburg und findet sich zunächst am Tabellenende wieder.

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