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Kosta Runjaic tritt mit Kaiserslautern zum Auftakt in Duisburg an
Kosta Runjaic beerbte im September 2013 Franco Foda als Kaiserslauterer Coach © Getty Images

München - Vor dem Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Paderborn spricht FCK-Coach Kosta Runjaic bei SPORT1 über das Anspruchsdenken in der Pfalz und seine Zukunft.

Beim Blick auf die aktuelle Tabelle der Zweiten Liga rümpft so mancher Fan des 1. FC Kaiserslautern schon die Nase. Der Verein steht nach den ersten drei Spielen auf Platz acht. Dies würde also auch im nächsten Jahr bedeuten: Zweitklassigkeit.  (DATENCENTER: Spielplan/Ergebnisse).

Oder wie es in der Schule früher hieß: 'Klassenziel verpasst'. Vom Ziel Wiederaufstieg träumen die Fans des Pfälzer Traditionsvereins jetzt schon seit 2012. Am Montag empfangen die "Roten Teufel" auf dem Betzenberg den SC Paderborn (ab 19.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm, LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER).

Die Ostwestfalen kommen nach dem 0:6 vor Wochenfrist zu Hause gegen den SV Sandhausen schwer angeschlagen daher, doch für FCK-Coach Kosta Runjaic ist das keine Garantie für einen Erfolg.

"Kapitale Niederlage"

"Wir werden nicht den Fehler machen, diese in der Tat kapitale Niederlage als Indikator für die Stärke des Gegners heranzuziehen“, sagte der 44-Jährige zu SPORT1.

"Ich bin sicher, Paderborn wird gegen uns eine andere Spannung haben und sich entsprechend präsentieren. Wir müssen von Anfang an hochkonzentriert sein und mehr auf uns und unser Spiel schauen als auf die anderen."

Mit den ersten Spielen - ein Sieg, zwei Remis und ein mehr als glückliches Weiterkommen im Pokal - ist Runjaic nur bedingt zufrieden.

"Es hätte besser laufen können, aber auch schlechter. Daher bin ich in der Summe nicht unzufrieden." Den Pokalsieg im Elfmeterschießen beim Drittligisten Hansa Rostock bewertet er "anders". Man habe schließlich "nicht Lotto gespielt, sondern Fußball".

Dann fügte Runjaic noch hinzu: "Und in einem gegnerischen Stadion vor dieser lautstarken Kulisse im Elfmeterschießen die Nerven zu behalten, hat mehr mit Können zu tun als mit Glück."

Aufstieg leichtfertig verspielt

Weder Pech noch Glück war in der Schlussphase der vergangenen Saison der verspielte Aufstieg in die Bundesliga. Es war reines Unvermögen. Lange stand der Verein auf Platz zwei, hätte das große Ziel aus eigener Kraft schaffen können, doch am Ende wurde es Platz vier.

Wie schon in der Saison 2013/14. Für die Fans in der Pfalz war der verpasste Aufstieg schlimm, doch Runjaic stellt klar: "Der Aufstieg war nicht das erklärte Ziel. Wir hatten andere Ziele und diese wurden übererfüllt."

Und weiter: "Als wir zum Saisonende oben dran waren, entstand natürlich der Wunsch, es zu packen. Aber in Bezug auf die konkrete Zielerreichung sollten wir bei aller Emotion bei den Fakten bleiben."

Gerüchte um Abschied?

Nicht gerne hörten die FCK-Anhänger im Sommer zudem die aufkommenden Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied von Runjaic. Eintracht Frankfurt soll um ihn gebuhlt haben. Für Runjaic selbst war dies alles aber offenbar kein Thema. "Zunächst einmal stellte sich die Frage gar nicht, denn ich hatte und habe ja einen Vertrag bis 2016."

Doch ein echtes Treuebekenntnis kommt nicht von ihm. "Aktuell interessiert mich jetzt erst einmal nur die Wegstrecke bis zur Winterpause." Wie es in Zukunft weitergehe werde man "zu gegebener Zeit" besprechen.

Sehnsucht nach der Bundesliga

"Ich mache meine Arbeit hier gerne und kann mir natürlich vorstellen, auch weiter hier zu arbeiten", sagt der gebürtige Wiener. "Aber ich will mich nicht zu wichtig nehmen, es geht aus meiner Sicht nicht um einzelne Personen, sondern um den FCK als Gesamtheit."

Man habe sich dort “gemeinsam für einen neuen Weg entschieden, den sollten wir auch alle gemeinsam gehen und unterstützen. Und zwar auch dann, wenn mal nicht alles optimal läuft."

Verjüngungskur beim FCK

Dieser Weg beinhaltete in der Sommerpause eine erneute strikte Verjüngungskur des Kaders. Darüber jammert Runjaic nicht. "Wenn mich das frustrieren würde, dürfte ich diesen Job nicht machen." Fußball sei schließlich "ein schnelllebiges Geschäft, da muss man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und damit umgehen".

Aber natürlich sei es "eine große Herausforderung, diese erheblichen personellen Umbrüche beim FCK in einer so kurzen Zeitspanne zu managen". Wie weit der Trainer mit diesem Unterfangen bei den Pfälzern ist, steht heute gegen Paderborn auf dem Prüfstand.

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