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SC Freiburg v Fortuna Duesseldorf  - 2. Bundesliga
Das war ein kurzes "Vergnügen": Marco Kurz muss seinen Hut nehmen © Getty Images

Nach wenigen Monaten ist für Marco Kurz in Düsseldorf schon Feierabend. Der Verein trennt sich von dem erfolglosen Trainer, SPORT1 kennt den Nachfolger.

36 Tage hatte die Trainersuche bei Fortuna Düsseldorf gedauert, nach 81 weiteren Tagen und einer desaströsen Bilanz ist Marco Kurz seinen Job wieder los und sein Nachfolger steht schon fest.

Der akut abstiegsbedrohte Zweitligist hat sich nach der 0:1-Pleite in Sandhausen von seinem Trainer getrennt und greift damit nach dem letzten Strohhalm im Kampf gegen den Sturz in die Drittklassigkeit.

Der Nachfolger für den am 23. Dezember verpflichteten Kurz steht schon fest.

Nach Informationen von SPORT1 hat Friedhelm Funkel bereits bei der Fortuna unterschrieben. Bereits vor der Verpflichtung des jetzt entlassenen Kurz hatte sich der 62-jährige bei SPORT1 ins Gespräch gebracht: "Ich würde mich natürlich mit den Verantwortlichen unterhalten und dann muss man sehen, ob es passt.", sagte Funkel damals

Auch Peter Neururer, der vor der Jahrtausendwende schon einmal bei der Fortuna auf der Trainerbank saß, war als möglicher Nachfolger gehandelt worden.

Vernichtende Bilanz für Kurz

"Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Partien lassen keine andere Entscheidung zu. Wir konnten nicht erkennen, dass es ein Aufbäumen gegen den Abstieg gibt", hatte F95-Vorstand Paul Jäger zu Kurz' Entlassung gesagt.

Er stellte damit auch dem 46 Jahre alten Kurz ein vernichtendes Zeugnis aus, das die blanken Zahlen untermauern: Aus den sieben Spielen seit seiner Verpflichtung holte der deutsche Meister von 1933 vier Punkte, ein direkter Abstiegsplatz ist nur einen Zähler entfernt.

Düsseldorfer Niedergang seit 2013

1. FC Kaiserslautern v 1860 Muenchen - Second Bundesliga
Friedhelm Funkel könnte schon bald für Marco Kurz übernehmen © Getty Images

"Es geht nur darum, die Fortuna zu retten und den Abstieg zu verhindern. Die Maßnahme soll der Mannschaft in unserer schwierigen Situation den nötigen Impuls geben", sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi, dessen persönliche Bilanz ebenfalls ernüchternd ist: Seit seinem Amtsantritt im Juni 2015 hat der frühere Bundesliga-Profi jetzt schon zwei Trainer entlassen.

Der Nachfolger von Kurz wird - die Interimslösungen Oliver Reck, Taskin Aksoy und Hermann mit eingerechnet - der neunte Trainer der Düsseldorfer seit dem Bundesliga-Abstieg 2013. Der Niedergang der Fortuna geht seit der Erstliga-Hinrunde 2012/13 ohne Unterbrechung weiter - ein Absturz in die 3. Liga würde den Traditionsklub auch wirtschaftlich vor große Probleme stellen.

Nur vier Siege in 42 Spielen

Kurz selbst steht indes vor den Scherben seiner Trainerlaufbahn. In seinen letzten 42 Erst- und Zweitliga-Spielen als Chefcoach für Kaiserslautern, Hoffenheim, Ingolstadt und Düsseldorf holte er ganze vier Siege.

Hoffenheim trennte sich nach zehn Spielen von Kurz, der FCI nach neun, die Fortuna nun nach sieben.

In Düsseldorf wurde Kurz vor allem sein Hang zu kompromissloser Schönfärberei zum Verhängnis.

"Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren das bessere Team und wollten mehr Fußball spielen. Doch in der zweiten Hälfte wurden dann fast nur noch lange Bälle geschlagen, der entscheidende landet bei Sandhausen", lautete seine Analyse seiner letzten Pleite. Die Ansicht hatte er ziemlich exklusiv.

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