vergrößernverkleinern
Die Würzburger Führung fiel durch einen Elfmeter: Richard Weil (l.) behält die Nerven und bejubelt sein Tor mit Soriano © imago

Würzburg - Der Durchmarsch naht: Die Würzburger Kickers schocken den MSV Duisburg, gewinnen gegen den MSV Duisburg das Relegations-Hinspiel und stehen mit einem Bein in Liga zwei.

Das Aufstiegsmärchen und der Durchmarsch nahen:

Die Würzburger Kickers haben den ersten wichtigen Schritt Richtung Aufstieg getan. Der MSV Duisburg muss indes mehr denn je um den Klassenerhalt bangen (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Im Relegations-Hinspiel beim Drittliga-Dritten Würzburger Kickers unterlag der Fußball-Zweitligist 0:2 (0:1) und muss im Rückspiel am kommenden Dienstag (ab 19.10 Uhr im LIVETICKER) zur großen Aufholjagd blasen, um sich in allerletzter Minute doch noch zu retten.

Würzburger Durchmarsch möglich

Richard Weil (10./Foulelfmeter) und Daniel Nagy (80.) trafen für den Außenseiter, dem als zweitem Klub nach dem künftigen Bundesligisten RB Leipzig der direkte Durchmarsch von der vierten Liga in die zweithöchste Spielklasse gelingen könnte.

Für den MSV, der 31 Spieltage lang einen direkten Abstiegsrang belegte und sich einen erneuten Absturz aus finanzieller Sicht kaum leisten kann, traf Kevin Wolze (41.) nur den Pfosten. (Statistiken zum Spiel)

"Es gibt noch ein Rückspiel. Wir haben das ordentlich gemacht, aber es ist noch nichts passiert. Wir haben noch schwere 90 Minuten", sagte Kickers-Trainer Bernd Hollerbach in der ARD.

MSV hat noch Hoffnung

MSV-Sportdirektor Ivica Grlic versicherte: "Hoffnung haben wir immer. Wir glauben weiter, dass wir in der 2. Liga bleiben. Aber das Spiel heute war nicht viel."

Und Duisburgs Trainer Ilja Grujew sagte: "Wir werden am Dienstag alles versuchen."

Dass der MSV und die Kickers sich in den beiden Playoff-Spielen um den letzten noch offenen Platz im Bundesliga-Unterhaus duellieren würden, hatte vor Wochen wohl niemand für möglich gehalten.

Duisburg belegte zu diesem Zeitpunkt abgeschlagen und auf dem direkten Weg zurück in die 3. Liga einen Abstiegsplatz, die Würzburger ihrerseits fanden sich im gesicherten Mittelfeld wieder.

Hollerbach-Team entschlossener

Nach drei (Duisburg) beziehungsweise zwölf (Würzburg) Spielen ohne Niederlage kletterten beide Teams in der Tabelle aber noch entscheidend empor.

Am Freitagabend begannen vor 9806 Zuschauern im ausverkauften Stadion jedoch nur die Gastgeber mit breiter Brust.

Das Team des früheren Bundesliga-Profis Bernd Hollerbach agierte entschlossener, zeigte vor allem in den wichtigen Zweikämpfen die bessere Körpersprache und ging durch Weil verdient in Führung.

Die Gäste taten danach mehr für die Offensive und zeigten sich häufiger zumindest in der Nähe des gegnerischen Strafraums. 

Nagy trifft zum ersten Mal

Dadurch boten die Zebras den Kickers aber mehr Freiräume, was zu gefährlichen Kontern und durch Rico Benatelli (24.) und Elia Soriano (30.) beinahe zu Gegentreffern führte.

Pech hatte der MSV, als Wolze (41.) den Ausgleich um Zentimeter verpasste.

Nach dem Seitenwechsel zollten beide Mannschaften dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten Tribut.

Gelungene Kombinationen besaßen Seltenheitswert, Torchancen entstanden fast ausschließlich per Zufall.

So etwa in der 64. Minute, als der Ball überraschend Marco Haller vor die Füße sprang und der Würzburger aus knapp 16 Metern hätte erhöhen müssen. Dies tat Nagy zehn Minuten vor dem Ende mit seinem Premierentor für die Kickers im 26. Einsatz.

Böses Foul an Kurzweg

Neben dem Sportlichen gab es noch einen Aufreger: In der neunten Minute traf Duisburgs Kingsley Onuegbu den Würzburger Peter Kurzweg mit dem Fuß direkt am Kopf.

Die Folge: Eine stark blutende Platzwunde. Mit einem Kopfverband konnte Kurzweg aber weiterspielen.

Es war jene Szene, die zum Elfmeter und kurz darauf zur 1:0-Führung der Kickers führte.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel