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Gute Laune: Trainer Jos Luhukay (l.) und sein Assistent Olaf Janßen wollen mit dem VfB wieder aufsteigen

München - Der VfB Stuttgart will den Betriebsunfall Abstieg korrigieren. Bekannte Gesichter haben den Klub verlassen. Das neue Trainerteam und die Neuzugänge machen Hoffnung.

39 Jahre lang spielte der VfB Stuttgart ununterbrochen in der Bundesliga - nach dem Abstieg ist der VfB der Klub, auf den sich in der Zweiten Liga alle Blicke richten.

Im ersten Montagsduell der Saison wird er zum Abschluss des ersten Spieltags den FC St. Pauli empfangen (Mo., ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), die Erwartungshaltung: groß, natürlich.

Stuttgart gilt als Topfavorit - aber kann es dem Anspruch gerecht werden?

Personeller Umbruch nach dem Abstieg

Wie so oft nach einem Abstieg gab es auch bei den Schwaben einen großen Umbruch. Viele bewährte Akteure (unter anderem Martin Harnik, Timo Werner, Daniel Didavi) verließen den Verein und spülten dem Klub rund 40 Millionen Euro in die Kassen. Für sieben Millionen wurden neue Spieler verpflichtet. 

Neben dem Topstürmer der abgelaufenen Saison Simon Terodde (vom VfL Bochum) gehören noch Jean Zimmer (1. FC Kaiserslautern) und Hajime Hosogai (Hertha BSC) zu den bekanntesten Neuzugängen. Diese Drei dürften auf Anhieb ihren Platz in der ersten Elf sicher haben. 

Neu ist der Trainer. Nach dem Abstieg war schnell klar, wer die Mission Wiederaufstieg angehen soll. Kein Geringerer als Jos Luhukay.

Mit dem 53-Jährigen wurde ein Aufstiegsexperte verpflichtet. Schon mit Borussia Mönchengladbach (2008), dem FC Augsburg (2011) und mit Hertha BSC (2013) gelang dem Niederländer der Aufstieg. Nun soll er das auch mit den Stuttgartern schaffen.

Janßen ein alter Bekannter

Auch Olaf Janßen ist ein alter Bekannter im deutschen Profifußball. Der 49-Jährige war Spieler, Co-Trainer, Manager und Chefcoach. Kein Wunder also, dass Luhukay ihn anrief, als er auf der Suche nach einem Assistenten für die neue Herausforderung war.

Schon in Augsburg arbeitete er mit Luhukay zusammen, als Janßen für die Analysen im Hintergrund zuständig war.

"Ich finde wichtig, dass wir uns über den Beruf kennen- und schätzen gelernt haben. Der Kontakt zu Jos ist die ganze Zeit nie abgerissen und wir sind uns auch menschlich näher gekommen“, sagte der 49-Jährige im Gespräch mit SPORT1. "Ich habe ein sehr gutes Bauchgefühl bei der ganzen Sache."

Premiere mit neuem Trainerteam

Luhukay arbeitet beim VfB erstmals mit einem neuen Trainerteam. Auch dabei: Der Niederländer Remy Reynierse. "Ich habe rund zehn Jahre mit Markus Gellhaus gearbeitet, sieben Jahre mit Rob Reekers. Zusammen haben wir viel erreicht und Erfolg gehabt, aber nach meiner Zeit bei Hertha BSC wollte ich neue Menschen um mich herum haben", sagte Luhukay SPORT1.

"Da war Olaf einer der ersten, den ich gefragt habe, ob er sich das vorstellen kann und antun will. Er und Remy haben sehr positiv reagiert und jetzt stehen wir vor einer großen Aufgabe beim VfB."

Fast wären Luhukay und Janßen bei Hannover 96 gelandet, denn wie SPORT1 aus dem Umfeld der Niedersachen erfuhr, waren die Verhandlungen weit fortgeschritten.

Königstransfer Terodde

Doch jetzt heißt für beide im Ländle die Mission Wiederaufstieg. "Hinter dieser Entscheidung stehe ich zu 100 Prozent", betonte Luhukay nochmal. "Ich habe in den vergangenen Monaten gemerkt, dass ich nicht in Vergessenheit geraten bin. Ich hatte auch andere Optionen und habe diese auch mit großer Wertschätzung wahrgenommen, aber am Ende konnte ich mich nur für einen Klub entscheiden."

Der neue VfB macht Lust auf mehr, doch der Kader ist nicht komplett. In der Offensive hakt es noch. Froh ist man über Königstransfer Terodde. "Seine Entwicklung ist enorm. Er ist ein toller Spieler und auch ein großartiger Mensch", sagte Janßen.

Am Ende wird er aber vor allem an Toren gemessen. Und daran, ob der VfB den Betriebsunfall Abstieg direkt wieder korrigieren kann.

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