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Arminia Bielefeld entlässt nach zehn Spielen ohne Sieg Trainer Rüdiger Rehm. Andre Breitenreiter ist nun im Gespräch - aber nicht nur bei diesem Zweitligisten.

Notbremse auf der Alm: Nach nur 124 Tagen hat Zweitligist Arminia Bielefeld das Kapitel Rüdiger Rehm beendet und sich am Samstagvormittag vom erst im Juni mit großen Hoffnungen verpflichteten Trainer getrennt.

15 Stunden nach der 0:4-Pleite gegen Fortuna Düsseldorf und dem zwischenzeitlichen Sturz ans Tabellenende zogen die in zehn Ligaspielen sieglosen Ostwestfalen die Konsequenzen aus dem kapitalen Fehlstart.

Rump übernimmt vorerst

"Die Trennung ist uns nicht leicht gefallen. Rehm und Co-Trainer Mike Krannich haben sich seit ihrem Amtsbeginn voll und ganz in den Dienst des Klubs gestellt. Leider ist der erhoffte sportliche Erfolg ausgeblieben. Als Resultat der zuletzt enttäuschenden Entwicklungen sahen wir uns gezwungen zu handeln", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi.

Vorerst wird die Mannschaft vom bisherigen Assistenten Carsten Rump trainiert, währenddessen führe man Gespräche mit Kandidaten, erklärte Arabi. Es sei "aber unwahrscheinlich, dass wir bis Dienstag zu einer Lösung kommen", sagte Arabi. Am Dienstag spielt Bielefeld im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden.

Als möglicher Rehm-Nachfolger gilt Andre Breitenreiter, der einst den SC Paderborn zu einem überraschenden Höhenflug verholfen hatte.

Der 37 Jahre alte Rehm, der zuvor beim Drittligisten Sonnenhof Großaspach mit bescheidenen Mitteln um den Aufstieg mitgespielt hatte, war am 20. Juni als Nachfolger des erfolgreichen Norbert Meier vorgestellt und mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet worden.

"Ein Vereinswechsel kam für mich nur dann in Frage, wenn die sportliche Leitung zu hundert Prozent von meiner Arbeit überzeugt ist", hatte Rehm bei seiner Vorstellung gesagt, "dieses Gefühl hatte ich bei Arminia zu jeder Zeit."

Keine Entwicklung mehr erkannt

Nach nur fünf Punkten aus zehn Spielen war das Vertrauen nun frühzeitig aufgebraucht. Seit zwei bis drei Wochen habe man keine weitere Entwicklung mehr erkannt. "Deshalb haben wir das Projekt schweren Herzens aufgegeben", erklärte Finanzgeschäftsführer Gerrit Meinke am Samstag.

Rehm und Meier, der die Armina 2015 zurück in Liga zwei geführt und als Tabellenzwölfter souverän den Klassenerhalt geschafft hatte, waren im Sommer Teil des größten Stühlerückens im deutschen Profifußball der jüngeren Vergangenheit gewesen.

Rehms Vorgänger Meier hatte beim Bundesligisten Darmstadt 98 Dirk Schuster ersetzt, der wiederum beim FC Augsburg auf Markus Weinzierl folgte, nachdem dieser zu Schalke 04 gewechselt war.

Auch nach unten hin hatte es eine Kettenreaktion gegeben, die bis in Liga fünf reichte. Alle beteiligten Trainer hatten ihren bisherigen Verein trotz noch laufender Verträge verlassen.

Breitenreiter zur Arminia?

Nach Rehms Entlassung könnte sich der Kreis womöglich schließen: Breitenreiter, Weinzierls Vorgänger auf Schalke, ist noch vereinslos und hatte einst Bielefelds ostwestfälischen Nachbarn SC Paderborn in die Bundesliga geführt.

Allerdings dürfte Breitenreiter die Arminia in Sachen Gehalt deutlich teurer kommen als Rehm, obendrein wird er auch bei 1860 München gehandelt - wobei sich Sportchef Thomas Eichin nach dem 1:2 beim VfB Stuttgart über eine Meldung erboste, dass er mit Breitenreiter schon Kontakt aufgenommen hätte. "Wenn ich höre, dass ich mit Andre Breitenreiter gesprochen hätte: Ich finde das unmöglich", erklärte er.

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