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Helene Fischer Bastian Schweinsteiger Hoffmanns Erzählungen
"Ihren Ohrwum 'Atemlos' hat unser Team immer wieder im Chor geschmettert." Der Schweinsteiger am lautesten. © Getty Images

Kevin Trapp will für die neuen Teamkollegen in Paris "Atemlos" singen. Warum hat die Fischer den Fußball eigentlich so fest im Griff? Hoffmanns Erzählungen

Helene Fischer, das gleich mal vorab, ist natürlich eine tolle Künstlerin, ohne jede Frage.

Also das jedenfalls, was man heute damit meint, wenn man jemanden eine tolle Künstlerin nennt, bestimmt was Gutes.

Und ihre Lieder. Atemlos, nur als Beispiel: toll. Die anderen: auch. Und die Bühnenshows, und die ganzen tollen Produktlinien, und überhaupt: Helene Fischer ist einfach - was will man noch sagen.

Nichts Schlechtes auf jeden Fall, selbst wenn - Gott bewahre - man bei ihr irgendwas in diese Richtung denken würde.

Aber man hat auch gar nicht mehr das Gefühl, dass es eine gute Idee wäre, etwas Schlechtes über Helene Fischer zu sagen. Wenn man noch etwas werden will in dieser Branche.

Martin Hoffmann schreibt seit 2009 für SPORT1 die Kolumne "Hoffmanns Erzählungen"
Martin Hoffmann schreibt seit 2009 für SPORT1 die Kolumne "Hoffmanns Erzählungen" © SPORT1

Ich meine: Schauen Sie sich mal um, wer sich da alles positioniert hat.

Der Klopp: Fischer-Fan.

Der Breitenreiter, der Neue auf Schalke: Fischer-Fan.

Der Löw, der Flick, die Weltmeister sowieso alle: Fischer-Fans.

"Großartige Entertainerin", sagt Löw: "Grandiose Stimmungskanone." - "Die Frau hat Power." - "Ihren Ohrwum 'Atemlos' hat unser Team immer wieder im Chor geschmettert." Der Schweinsteiger am lautesten.

Das ist eine Hausnummer, ein Netzwerk, ich sag's Ihnen, da will man sich nicht anlegen. Man verbaut sich Dinge. Will man das?

Überlegen Sie mal. Haben Sie das irgendwen erlebt aus dem Fußball, der mal gesagt hätte: Helene Fischer, die find ich mittelprächtig - fast ein bisschen schlecht, einzelne Takte zumindest. Nein? Und wundern Sie sich?

Die Geschichte von dieser Woche sollte Sie da auch nicht wundern. Der Kevin Trapp, ein Junger, der noch was werden will. Geht deshalb ins Ausland, zu einem großen Klub, gute Sache, an sich ja schon.

Aber die langfristig noch bessere Sache, networkingmäßig, ist ja, dass er singen will, für die neuen Teamkollegen. Helene, klar.

Ein kluger Schachzug, man muss es sagen. Es wird sich rumsprechen, beim Löw, bei den anderen: Der Trapp, einer von uns. Kann nicht schaden.

Helene Fischer
Schauen Sie sich um, wer sich da alles positioniert hat in der Branche © Getty Images

Und es verbreitet sich so ja auch, immer weiter. Wenn der Trapp jetzt nach Frankreich geht, der Klopp, der Schweinsteiger nach England (also vielleicht, will ja hier keine Spekulationen befeuern), die ganzen Dortmunder - ja auch alles Helene-Fans - nach Asien, in die Premium-Märkte. Das wird ganz groß, ich sage es Ihnen.

Man denkt sich ja schon jetzt, was los sein wird, wenn sich der Trapp vor den Zlatan Ibrahimovic stellt und lossingt, das Helene-Lied, mit allem Drum und Dran: Dass er seine Augen schließt, jedes Tabu löscht, Küsse auf der Haut, Liebes-Tattoo, oho, oho. Atemlos, schwindelfrei, großes Kino.

Und stellen Sie sich mal vor, der Zlatan hört das, denkt drüber nach, geht das durch, Wort für Wort. Und denkt sich dann so: "Not bad."

Man muss schon sagen: Es war eine kokette Nummer von der Helene, damals, auf der Fanmeile, als sie so gesungen hat: "Atemlos durch die Nacht, sieh was Fußball mit uns macht."

Sie könnte ja längst singen: "Sieh, was ich mit dem Fußball gemacht habe."

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