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Premier League Trophäe
Die englische Premier League ist die Ausgabenkönigin dieses Transfersommers © Getty Images

Der Transferwahn in Europas Top-Ligen erreicht neue Dimensionen. Speziell Premier-League-Klubs werfen mit irrsinnigen Summen um sich. Ein Ausgaben-Ranking.

Zum Winter hin wird in Deutschland traditionell ein unrühmlicher Begriff zum Unwort des Jahres gekürt. Womöglich bedient sich die Jury diesmal im Fußball-Geschäft. Denn dort kristallisiert sich ein heißer Anwärter für die Wahl heraus: Transferwahn.

Derzeit verwenden viele Medien und Experten diese Bezeichnung, um das zu bewerten, was sich dieser Tage zugetragen hat im internationalen Spitzenfußball: eine Fülle an Spielerwechseln, Ablösesummen in astronomischen Höhen und - daraus resultierend - irrwitzige Transferausgaben.

Eine Übersicht von transfermarkt.de über die Transferbilanzen der fünf europäischen Top-Ligen zeigt: Die Bundesliga kann noch nicht einmal viel für diesen Trend. Ihre Vereine haben insgesamt seriös gewirtschaftet. Es sind die Klubs anderer Nationen, allen voran aus der englischen Premier League, die den Fußball in bedenkliche finanzielle Dimensionen befördern. 

Platz 1: Premier League (England)

Verein mit den meisten Ausgaben: Manchester City (203,38 Mio. Euro)

Teuerster Einkauf: Kevin de Bruyne (74 Mio. Euro/Manchester City)

Teuerster Verkauf: Angel di Maria (63 Mio. Euro/Manchester United)

Ausgaben (aller Vereine):  1,17 Mrd. Euro

Einnahme (aller Vereine):  591,80 Mio. Euro

GESAMTBILANZ:  -580,80 Mio. Euro

Platz 2: Serie A (Italien)

Verein mit den meisten Ausgaben: Juventus Turin (127,4 Mio. Euro)

Teuerster Einkauf: Paulo Dybala (32 Mio. Euro/Juventus Turin)

Teuerster Verkauf: Arturo Vidal (37 Mio. Euro/Juventus Turin)

Ausgaben (aller Vereine):  576,45 Mio. Euro

Einnahmen (aller Vereine):  504,68 Mio. Euro

GESAMTBILANZ:  -71,77 Mio. Euro

Platz 3: Primera Division (Spanien)

Verein mit den meisten Ausgaben: FC Valencia (142 Mio. Euro)

Teuerster Einkauf: Jackson Martinez (35 Mio. Euro/Atletico Madrid) und Mateo Kovacic (35 Mio. Euro/Real Madrid)

Teuerster Verkauf: Nicolas Otamendi (44,6 Mio. Euro/FC Valencia)

Ausgaben (aller Vereine):  572,95 Mio. Euro

Einnahmen (aller Vereine):  387,05 Mio. Euro

GESAMTBILANZ:  -185,90 Mio. Euro

Platz 4: Bundesliga (Deutschland)

Verein mit den meisten Ausgaben: FC Bayern München (86 Mio. Euro)

Teuerster Einkauf: Arturo Vidal (37 Mio. Euro/FC Bayern München)

Teuerster Verkauf: Kevin de Bruyne (74 Mio. Euro/VfL Wolfsburg)

Ausgaben (aller Vereine):  410,43 Mio. Euro

Einnahmen (aller Vereine):  477,55 Mio. Euro

GEAMTBILANZ:  67,12 Mio. Euro

Platz 5: Ligue 1 (Frankreich)

Verein mit den meisten Ausgaben: Paris Saint-Germain (116,1 Mio. Euro)

Teuerster Einkauf: Angel di Maria (63 Mio. Euro/Paris Saint-Germain)

Teuerster Verkauf: Anthony Martial (50 Mio. Euro/AS Monaco)

Ausgaben (aller Vereine):  307,15 Mio. Euro

Einnahmen (aller Vereine):  403,45 Mio. Euro

GESAMTBILANZ:  96,30 Mio. Euro

Auffällig ist: Mit Ausnahme der französischen Ligue 1 ist die Bundesliga die einzige europäische Top-Liga, die am Ende der Sommer-Wechselperiode einen Transferüberschuss erzielt hat. Alle anderen Ligen haben mehr ausgegeben als eingenommen.

Zum Vergleich: Die Premier-League-Klubs haben hat mehr als eine halbe Milliarde Euro mehr in Transfers gesteckt, als sie durch solche selbst eingenommen haben. Und das in Zeiten, in denen die UEFA das Financial Fair Play zur Regel machen will. 

Zur Einschränkung sei gesagt: Die Bundesliga profitiert bei ihrer positiven Gesamtbilanz natürlich auch vom Rekordtransfer des ehemaligen Wolfsburgers Kevin de Bruyne. Der Belgier ist für 74 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt. Zuvor hatte bereits TSG Hoffenheim den Brasilianer Roberto Firmino für 40 Millionen Euro an den FC Liverpool abgegeben. 

Meister Bayern München hat derweil mit 86 Millionen Euro deutlich mehr in neue Spieler investiert, als er für die Ablösesummen von Schweinsteiger, Dante und Co. eingenommen hat (31,5 Millionen Euro). 

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