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München - Die Verurteilung wegen Steuerbetrugs belastet das Image des Barca-Stars. Nur heimische Medien halten zu ihm. Eine Legende spottet. Die Pressestimmen.

Rein äußerlich kommt Lionel Messi in diesen Tagen wie ein gefallener Superstar daher. 

Erst kapitulierte Argentiniens Kapitän nach der Schmach bei der Copa America vor seiner Titel-Mission mit dem Nationalteam. Dann machte ihn die Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung zum verurteilten Straftäter. 

Angesichts der negativen Ereignisse, die derzeit auf den Weltfußballer einprasseln, könnte man zumindest auf die Idee kommen, sein Status als Fußball-Held könnte Kratzer erhalten. In den Medien. In der Öffentlichkeit. Bei Kritikern. Wo auch immer.

"Schlimmste Strafe" für Messi

Doch wenn es hart auf hart kommt, kann sich Messi noch immer auf die spanische Presse verlassen. Womöglich sind die Barca-treuen Sportzeitungen in Spanien seine größte Verteidigungsbastion. 

Ein Beispiel gefällig? Sport, das Hausblatt der Katalanen, titelte am Morgen nach dem Urteil: "Ohne Gnade".

Ungeachtet dessen, dass Messi von einer Gefängnisstrafe verschont wurde (bei drei Monaten mehr wäre Bewährung nicht mehr möglich gewesen), forderte Chefredakteur Ernest Folch in seinem Kommentar Reparationen für Barcas Wunderdribbler ein. Eine erneute Vertragsverlängerung - es wäre Messis achte im elften Jahr. 

"Die schlimmste Strafe verdient die beste Antwort: eine Verlängerung", schrieb Folch. "Messi braucht vom Verein jetzt mehr Unterstützung als jemals zuvor. Nach seinem Ende in der Nationalmannschaft und dem Steuerskandal sollte ihm klar gemacht werden, dass Barca für immer sein Zuhause ist." Ein solches Plädoyer stimmte noch nicht einmal der Klub selbst an.

Lineker spottet über Steuerbetrug

In einer Stellungnahme erklärte der Verein, er werde seinen Spieler "bei der Verteidigung seiner Ehrlichkeit und der Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen auch weiterhin mit allen Möglichkeiten unterstützen". Für Barca hätte Messi nach den vorliegenden Fakten "in keiner Weise zur Verantwortung gezogen" werden dürfen. 

Der Zeitung El Mundo Deportivo war Messis Fall noch nicht mal ein Platz auf dem Titelblatt wert. Der Tenor der Berichterstattung: Messi muss durch die verhängte Bewährung ohnehin nicht ins Gefängnis, sondern wird eine Geldstrafe bezahlen. 

Einen ähnlichen Ton stimmte Marca-Autor David Sanchez an. "Messi wird die Strafe bezahlen und gut ist. Und er wird auf dem Platz eine Antwort geben: mit Toren, Titel und dem Ballon d’Or. Es tut mir leid für die, die Messi im Gefängnis sehen wollen", sagte er in einem Video-Kommentar.

Soweit Messis Verteidigungsstrategen.

Zumindest etwas Kritik gab es dann doch. Fußball-Legende Garry Lineker spottete bei Twitter: "Messi wegen Steuerhinterziehung zu 21 Monaten Haft verurteilt - ins Gefängnis muss er aber nicht. Steuerbetrüger in aller Welt überlegen nach Spanien zu gehen."

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