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Dembele
Dortmunds Ousmane Dembele (2.v.l.) ist umgeben von kickenden Namensvettern © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images/Imago

München - BVB-Star Ousmane Dembele ist nicht allein: Immer mehr Top-Fußballer heißen Dembele. SPORT1 erklärt, was dahintersteckt - und beugt Verwechslungen vor.

Es ist nicht so, dass der Name Dembele einen dazu verdammt, ein herausragender Fußballspieler zu werden.

Habib Dembele zum Beispiel: in seinem Heimatland Mali ein hoch anerkannter Schauspieler, Theaterautor und Komiker. Mamadou Dembele, soeben verstorben: regierte die Nation zwei Jahre lang als Premierminister. Oder Fatoumata Dembele Diarra: erfolgreiche Juristin, Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Viele andere Dembeles allerdings, das fällt schon auf, machen Karriere im Fußball. Ein Trend, der aktuell besonders auffällig ist.

Ousmane, Mousa, Moussa, Karamoko...

Es ist ja nicht nur Ousmane Dembele, der gerade bei Borussia Dortmund durchstartet.

Da ist auch Mousa Dembele von Tottenham Hotspur, nicht zu verwechseln mit Moussa Dembele von Celtic Glasgow, der am Mittwoch in der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach (20.45 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm). Der wiederum nicht verwandt und verschwägert ist mit dem anderen Dembele im Verein, dem 13 Jahre alten Wunderkind Karamoko Dembele.

Und das sind bei weitem noch nicht alle Dembeles: Es gibt da noch Mana Dembele vom AC Le Havre. Mahamadou Dembele in der Jugend von Paris St. Germain. Einen weiteren Moussa Dembele im Nachwuchs von Red Bull Salzburg. Und überhaupt.

Über 30 Fußball-Dembeles spucken die einschlägigen Datenbanken aus, quer durch alle Spielklassen bis hinunter zur Kreisliga Zugspitze 2, wo Abdoulaye Dembele für den TSV Fürstenfeldbruck West verteidigt.

Westafrikas Antwort auf Müller

Es ist ein kurioser Zufall, dass in diesem Jahr gleich mehrere Dembele-Karrieren abgehoben sind. Dass es generell so viele von ihnen gibt, ist aber letztlich nicht kurioser als die auffällige Häufigkeit deutschsprachiger Fußballer namens Müller.

Dembele ist einfach ähnlich weit verbreitet in Westafrika, vor allem in Mali, wo Dembele ein typischer Nachname bei den Bambara- und Malinke-Ethnien ist, ebenso übrigens wie die Nachnamen Diarra, Sissoko und Traore - bei Fußballfans wird es da auch klingeln.

Um aber sicherzugehen, dass keiner mehr bei den Dembeles durcheinanderkommt - die wichtigsten vier im Kurzporträt:

Ousmane Dembele (Borussia Dortmund):

Den Verantwortlichen der Dortmunder ist der Flügelflitzer mit malischen Wurzeln schon 2015 aufgefallen, als er für Stade Rennes in seiner ersten Saison als Profi in 26 Spielen zwölf Tore schoss und fünf vorbereitete.

Ousmane Dembele wechselte 2016 aus Rennes nach Dortmund © Getty Images

Im Mai diesen Jahres wurde der 19-Jährige zum besten Nachwuchsspieler der französischen Eliteliga gewählt. Neben Dortmund war auch der gesamte europäische Hochadel des Fußballs hinter ihm her.

Mit seinem Spielwitz dribbelte er sich im Rekordtempo durch die Junioren-Auswahlmannschaften Frankreichs und bestritt am 1. September 2016 mit gerade einmal 19 Jahren sein Debüt für die A-Nationalmannschaft.

Mousa Dembele (Tottenham Hotspur):

Der Sohn eines malischen Vaters ist mit seinen 29 Jahren und 67 Länderspielen für Belgien der Etablierteste unter den Dembeles.

Tottenham Hotspur FC v AS Monaco FC - UEFA Champions League
Mousa Dembele spielt seit 2012 bei Tottenham Hotspur © Getty Images

Bei der EM 2016 kam der Mittelfeldakteur zwar nur zu einem Kurzeinsatz beim Sieg über Irland, für die Spurs hingegen ist er nach wie vor von großer Bedeutung. Trainer Mauricio Pochettino schätzt Dembeles überragendes Auge für die Situation, sein Spielverständnis und seine Zweikampfstärke.

Moussa Dembele (Celtic Glasgow):

Zu Beginn seiner Karriere noch häufig mit Fast-Namensvetter Mousa verwechselt, geht der französische U21-Nationalspieler malischer Herkunft mittlerweile seinen eigenen Weg. Der führte den 20-Jährigen im vergangenen Sommer vom FC Fulham zum schottischen Serienmeister nach Glasgow.

Dort hat er sich spätestens mit seiner Drei-Tore-Gala am 10. September im Old-Firm-Derby gegen die Rangers in die Herzen der Fans geschossen.  

Celtic FC v Manchester City FC - UEFA Champions League
Moussa Dembele wechselte 2016 vom FC Fulham zu Celtic © Getty Images

Auch in der Champions League kennt man den Mittelstürmer mittlerweile. Beim hochklassigen 3:3 gegen Pep Guardiolas Manchester City traf er doppelt.

Karamoko Dembele (Celtic Glasgow):

So weit wie seine Namensvetter ist Karamoko noch nicht. Aber der in London geborene Sohn ivorischer Eltern könnte sie schon sehr schnell einholen. Denn der gerade erst 13-jährige Junge befindet sich bereits jetzt auf der Überholspur.

Vor ein paar Tagen wurde das Kind in Celtics U20-Auswahl (!) berufen und kam gegen die Hearts of Midlothian auch tatsächlich zum Einsatz. Mit solchen Aktionen will Celtic offensichtlich das kleine Juwel davon überzeugen, in Glasgow zu bleiben.

Zu den zahlreichen Interessenten gehört auch der FC Barcelona - seit Dembele in einem U14-Spiel beider Vereine den Barca-Nachwuchs vorgeführt hatte.

Man sieht: Die Dembeles werden die Fußballnation noch eine Weile in Atem halten, Nachwuchsprobleme scheinen sie auch nicht zu haben.

Welcher Klub wohl den nächsten Dembele entdeckt? Gute Chancen hat der portugiesische Erstligist SC Braga. In dessen Scouting-Abteilung arbeitet ein gewisser Siramana Dembele.

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