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Der Neymar-Transfer löst eine Kettenreaktion am Transfermarkt aus. Ein Crash scheint nur eine Frage der Zeit. Ein Finanzexperte warnt, Rummenigge ebenso.

Neymar hat alles verändert. Seitdem der brasilianische Superstar für 222 Millionen zu Paris Saint-Germain gewechselt ist, herrscht auf dem Transfermarkt in Europa Ausnahmezustand.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnt in der FAZ vor einer Kettenreaktion. "Die 222 Millionen Euro Ablöse sind jetzt im Fußballkreislauf. Barcelona wird einkaufen. Sie wollen ja offensichtlich Dembele aus Dortmund. In der Folge würde der BVB wieder neu investieren. Die Erfahrung zeigt, die Ablösesummen und Gehälter werden durch solche außergewöhnlichen Deals weiter steigen – auch in Deutschland."

Neymar-Deal hat Transfermarkt angeheizt

Fakt ist: Die Preise im Fußball steigen so schnell wie allgemein in der westlichen Wirtschaft zuletzt vor 70 Jahren. Für Dortmunds Ousmane Dembele ist der FC Barcelona dem Vernehmen nach bereit, 120 Millionen Euro zahlen. Und zwar für einen Spieler, für den der BVB vor einem Jahr gerade einmal 15 Millionen Euro gezahlt hat.

Wie lange kann ein solcher Ausnahmezustand anhalten? 

Robert Wilson, Sportexperte der britischen Sheffield Hallam University, sieht bereits Anzeichen für einen Crash. Der Neymar-Deal habe "den europäischen Transfermarkt angeheizt, der bereits eine Hyperinflation erlebt", sagte er im Gespräch mit dem Finanzdienst Bloomberg.

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Aus der Wirtschaftsgeschichte ist bekannt, dass bislang jede Hyperinflation in einem Crash endete. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist die Inflation von 1923, die zu einem Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft führte. Die Frage ist also nicht ob, sondern wann die Blase platzt.

Rummenigge: "Bundesliga braucht Niveau"

Marcus Silbe, Analyst beim Finanzhaus Oddo BHF, richtet in der Welt bereits einen Appell an die Vereine: "Klubs sollten nicht vorschnell für hohe Summen ihre Stars verkaufen", sagte er. "Auf dem Papier sieht ein Transfer vielleicht gut aus, aber selbst 100 Millionen Euro sind keine Garantie dafür, einen adäquaten Ersatz zu bekommen."

Heißt im Klartext: Sollte der BVB Dembele für viel Geld verkaufen, wüssten andere Klubs, dass in Dortmund eine Menge Geld vorhanden ist. Sollte der BVB einen Ersatz für Dembele verpflichten wollen, würde die Ablösesumme im Verhandlungspoker wahrscheinlich bewusst in die Höhe getrieben. Womit die Hyperinflation weiter voranschreiten würde.

Nicht zuletzt deshalb sagte Bayern-Boss Rummenigge in der FAZ: "Manchmal muss ich mich über meine Kollegen in der Bundesliga wundern, wenn die den Eindruck vermitteln, dass wir in Deutschland Spieler preiswert ausbilden und dann teuer verscherbeln. Aber es geht doch vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Klubs. Dafür braucht die Bundesliga ein adäquates Niveau."

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