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Sami Allagui trifft für Mainz 05 an alter Wirkungsstätte in Berlin © Getty Images

Berlin - Sami Allagui trifft für Mainz bei seinem alten Arbeitgeber und lässt Trainer Kasper Hjulmand aufatmen. Okazaki bricht den Rekord.

Kasper Hjulmand lief quer über den Rasen des Berliner Olympiastadions, um jeden seiner Spieler einzeln zu herzen.

Die Erleichterung beim 1,92 Meter großen Trainer-Hünen von Mainz 05 über den ersten Saisonsieg war riesig.

Auch seine Torschützen Shinji Okazaki und Sami Allagui hatten nach dem 3:1 (1:0) bei erschreckend schwachen Berliner (BERICHT: Mainz holt ersten Ligasieg mit Hjulmand) besonderen Grund zur Freude.

"Wir sind sehr glücklich mit den drei Punkten. Die Mannschaft hat heute viel Herz und eine sehr gute Mentalität gezeigt", sagte der Däne, der nach zwei Unentschieden in der Liga und dem Aus im DFB-Pokal und in der Europa League schon in der Kritik stand.

"Wir sind noch in der Entwicklung, und dafür sind die drei Punkte sehr, sehr wichtig", ergänzte Hjulmand.

Nach dem verpatzten Saisonstart hatte die Vereinsspitze zu ihm gehalten und fünf Last-Minute-Neuzugänge geholt.

"Wir haben viel über einen Neustart gesprochen. Jetzt wissen wir, mit welchen Spielern wir arbeiten können. Das ist gut für einen Trainer", sagte der 42-Jährige, dessen Mannschaft mit nun fünf Punkten aus drei Spielen im Soll liegt.

Strutz erleichtert: "Schwere Zeit"

"Dieses Erfolgserlebnis in der Umbruchphase freut mich besonders für den Trainer", sagte ein ebenfalls erleichterter FSV-Präsident Harald Strutz.

Trainer und Mannschaft hätten in den letzten Wochen durch die Veränderungen viel Kritik einstecken müssen.

"Glauben Sie mir, dass war eine schwere Zeit. Ich habe in Mainz schon viel erlebt, aber die letzten Wochen waren echt hart", sagte Strutz.

Einer der fünf Neuzugänge, die kurz vor Schließung der Transferliste geholt wurden, war Allagui.

Allagui trifft gegen Ex-Klub

Der Außenstürmer war von Hertha nach Mainz zurückgekehrt.

Mit dem 2:0 (70.) sorgte der tunesische Nationalspieler nicht nur für die Vorentscheidung der Partie, sondern machte seinem Ruf als Debüt-Torschütze alle Ehre.

Bei seinen vier Wechseln in der Bundesliga seit 2010 hatte Allagui jeweils im ersten Spiel getroffen.

"Ich glaube nicht an Zufälle. Vielleicht ist ein Stürmer in ersten Spielen besonders motiviert", meinte er selbst.

So klang das Tor von Sami Allagui bei SPORT1.fm:

Japanischer Toptorschütze

Auch Teamkollege Shinji Okazaki war sichtlich zufrieden.

Mit seinen Toren Nummer 27 und 28 ließ der 28-Jährige den früheren Kölner Angreifer Yasuhiko Okudera (26 Treffer) hinter sich und ist nun alleiniger japanischer Toptorschütze der Bundesliga.

"Normalerweise zähle ich meine Tore nicht. Doch ich hatte auch schwere Jahre in Deutschland, deshalb freut mich der Rekord sehr", sagte er.

Mit betretenen Gesichtern schlichen indes die Spieler von Hertha BSC aus dem Stadion. Wieder gab es keinen Sieg, wieder klingelte es hinten mehrfach.

Neun Gegentore haben die Berliner in nur drei Spielen kassiert.

Luhukay kritisiert sein Team

"Das hat mit fehlender Konsequenz und Naivität zu tun. Mainz hat vier Chancen und macht drei Tore. Und wir?", sagte Luhukay fragend, dessen Team lediglich durch einen verwandelten Handelfmeter des eingewechselten Ronny zum Torerfolg kam.

Erst spät wurde der neue Berlin-Star Salomon Kalou von Luhukay gebracht.

"Er ist erst am Mittwoch nach 14, 15 Stunden Flug zu uns gestoßen. Nach zwei Trainingseinheiten fehlte ihm noch die Bindung zum Spiel", erklärte Luhukay.

Doch kaum stand der Champions-League-Sieger von 2012 in der 70. Minute auf dem Platz, sorgte sein Vorgänger Allagui mit dem Mainzer 2:0 für die Entscheidung.

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