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Die Trainer Markus Gisdol, Thomas Schaaf und Kaspar Hjulmand
Markus Gisdol und Thomas Schaaf können es in die Europa League schaffen. Kaspar Hjulmand will die Klasse halten © Getty/SPORT1

München - Am Freitag startet die Rückrunde der Bundesliga. Wer ist wie drauf? Und wer verstärkt wen? SPORT1 checkt die Liga. Heute: Platz 7 bis 12.

In drei Tagen geht es in der Bundesliga wieder zur Sache.

Der souveräne Tabellenführer FC Bayern München eröffnet am Freitag gegen Verfolger VfL Wolfsburg die Rückrunde - mit einem Sieg könnte der Rekordmeister der Konkurrenz auf 14 Punkte enteilen.

Hinter dem Ligakrösus tobt ein spannender Kampf um die internationalen Plätze. Und ab Platz 10 beginnt bereits das große Zittern im Abstiegskampf (Ligacheck: Platz 13 bis 18).

Welche Teams dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Europapokal machen? Welche Klubs müssen ihre Blicke eher nach unten richten?

SPORT1 macht den großen Formcheck vor dem Rückrundenauftakt - die Plätze 7 bis 12.

Platz 7: TSG 1899 Hoffenheim (26 Punkte, 29:25 Tore)

Personal: Auf dem Transfermarkt hielt sich die TSG zurück und vermeldete bislang noch keinen Zugang - warum auch? Schließlich hat das vorhandene Personal in der Hinrunde größtenteils überzeugt. Stattdessen wurde der Kader ein wenig verkleinert. Unter anderem verließen die Reservisten Koen Casteels und Patrick Schorr den Klub. Jannik Vestergaard steht kurz vor einem Wechsel zu Werder Bremen.

Form: Trainer Markus Gisdol sprach nach dem letzten Testspiel gegen Astra Giurgiu (3:1) von einer "gelungenen Vorbereitung". In ihren vier Testspielen blieb die TSG ungeschlagen. Dabei ließen die Kraichgauer mit einem 7:0-Schützenfest gegen Bröndby IF aufhorchen. Zum Rückrundenstart dürfte auch der im letzten Test geschonte Kevin Volland wieder zur Verfügung stehen. Einzig Innenverteidiger Niklas Süle wird wegen seines Kreuzbandrisses wohl für den Rest der Saison ausfallen.

Kevin Volland bleibt 1899 treu
Kevin Volland erzielte in der Hinrunde drei Treffer für Hoffenheim © Getty Images

Prognose: Nach neun Spielen waren die Kraichgauer noch ungeschlagen, anschließend hatte das Team mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Das internationale Geschäft liegt dennoch in Reichweite, der Rückstand auf den FC Augsburg auf Platz 6 beträgt nur einen Zähler. Im direkten Duell zum Rückrundenstart kann sich das bereits ändern. Mit mehr Konstanz ist am Ende der Rückrunde die Europa League drin.

Platz 8: Hannover 96 (24 Punkte, 21:26 Tore)

Personal: Ähnlich wie 1899 Hoffenheim hielt sich auch Hannover 96 auf dem Transfermarkt zurück. Die Verpflichtung des 19-jährigen Petar Stojanovic ist geplatzt, weil man sich mit NK Maribor nicht einigen konnte. Auf der anderen Seite räumten die Niedersachsen in ihrem Kader etwas auf, Vladimir Rankovic, Florian Ballas, Stefan Thesker und Franca verabschiedeten sich.

Form: Die 96er sind das einzige Team mit einer negativen Tordifferenz in der oberen Tabellenhälfte. In der Offensive ist Torjäger Joselu mit sieben Treffern der Alleinunterhalter, Rückkehrer Didier Ya Konan soll ihn in der zweiten Saisonhälfte unterstützen. In der Vorbereitung geizte Hannover mit Toren, immerhin präsentierte sich die Defensive um Marcelo und Christian Schulz gefestigter. Die Niederlage im letzten Härtetest gegen Werder Bremen (2:3) kann den positiven Gesamteindruck nicht trüben. "Die Mannschaft ist in einem guten Zustand", betont Trainer Tayfun Korkut.

Joselu von Hannover 96 jubelt
Joselu ist mit sieben Toren bester Angreifer bei Hannover 96 © Getty Images

Prognose: Nach der Hinrunde auf Platz acht hat Präsident Martin Kind die Mannschaft in die Pflicht genommen. "Platz 6 sollte unser Ziel sein", sagte Kind der "Neuen Presse". Die Europa-League-Ränge liegen bei nur drei Punkten Rückstand absolut in Reichweite. Dazu müssen die 96er aber ihre Auswärtsschwäche überwinden - nur zwei Siege in der Fremde sind für höhere Ambitionen einfach zu wenig.

Platz 9: Eintracht Frankfurt (23 Punkte, 34:34 Tore)

Personal: Der wichtigste Neuzugang der Eintracht kommt aus den eigenen Reihen: Carlos Zambrano feierte im letzten Testspiel gegen Servette Genf (3:4) sein Comeback. Wegen eines Außenbandrisses im Knie stand der Peruaner seit Mitte Oktober nicht zur Verfügung. Die beiden Neuverpflichtungen Emil Balayev und Yusupha Yaffa sind eher der Kategorie Perspektivspieler zuzuordnen.

Carlos Zambrano von Eintracht Frankfurt im Zweikampf mit Klaas-Jan Huntelaar
Carlos Zambrano wechselte vom FC St. Pauli zu Eintracht Frankfurt © Getty Images

Form: Mit 34 Toren stellen die Hessen die zweitstärkste Offensive der Liga, mit 34 Gegentoren aber auch die drittschlechteste Defensive. Und offenbar gelang es nicht, in der Winterpause die richtige Balance zu finden, wie die 3:4-Pleite im letzten Test gegen Genf bewiesen hat. "Ich bin im höchsten Maße unzufrieden. Wir haben nicht das abgerufen, was wir können. Und das ärgert mich", schimpfte Trainer Thomas Schaaf.

Prognose: In der Offensive hängt viel von Toptorjäger Alex Meier ab. In der Hinrunde erzielte der 32-Jährige 13 Treffer. Mit einer ähnlich guten Ausbeute könnte er die Frankfurter in den Europapokal schießen. Bekommt die Eintracht jedoch die Defensivprobleme nicht in den Griff, kann es in der Rückrunde auch schnell bergab gehen.

Platz 10: SC Paderborn (19 Punkte, 21:26 Tore)

Personal: Der Mittelfußbruch von Marvin Ducksch hat Michael Born zum Nachdenken gebracht. Eigentlich wollte der Manager mit dem vorhandenen Personal in die Rückrunde gehen. Nun mangelt es im Angriff aber an Alternativen. Es könnte also sein, dass Paderborn nachlegt. Der Klub bemüht sich um Srdjan Lakic. Allerdings fordert der 1. FC Kaiserslautern für seinen Angreifer eine hohe Ablösesumme.

Andre Breitenreiter vom SC Paderborn guckt
Andre Breitenreiter stieg 2014 mit dem SC Paderborn auf © Getty Images

Form: Paderborn schloss die Testphase mit zwei Partien gegen Zweitligisten ab. Es lief wenig rund. Gegen Darmstadt 98 gab es in Belek ein 1:1. Das Heimspiel gegen den FC St. Pauli verloren die Westfalen mit 0:2. Doch Andre Breitenreiter bewahrt Ruhe. "Die Erkenntnisse aus diesem Spiel sind gering, der Schneefall ließ keine reguläre Generalprobe zu. Für die nächste Woche sind viele Plätze noch frei. In Mainz werden wir anders auftreten", sagte Paderborns Trainer nach dem Spiel gegen die Hamburger.

Prognose: Vor der Saison war Paderborn bei Tippspielen als Absteiger gesetzt. Doch in der Hinrunde hat das Team seine Bundesliga-Tauglichkeit erfolgreich nachgewiesen. Trotzdem dürfte der SCP bis zum 34. Spieltag gegen den Abstieg kämpfen. Sollte am Ende Platz 15 oder besser rauskommen, steigt die nächste Party in Ostwestfalen.  

Platz 11: 1. FC Köln (19 Punkte, 17:23 Tore)

Personal: Der Aufsteiger feilt kurz vor dem Transferschluss am großen Coup. Köln ist sich mit dem Ex-Hoffenheimer Carlos Eduardo einig. Nun geht der Ablösepoker mit Rubin Kasan in die heiße Phase. Mit Tomas Kalas haben die Kölner nur einen Profi ziehen lassen. Die Chelsea-Leihgabe spielte unter Trainer Peter Stöger aber keine Rolle. Allerdings müssen sich die FC-Fans auf ein Karriereende von Patrick Helmes einstellen. Der Angreifer pausiert mit einem Knorpelschaden in der Hüfte bereits seit einem halben Jahr. Die Hoffnungen auf ein Comeback werden geringer.

Form: Drei Siege, drei Spiele - so lautet Kölns Testspielbilanz. Die Erfolge gegen Fluminense und Corinthians brachten den Domstädtern den Gewinn des Florida Cups und jede Menge Selbstvertrauen. Besonders Sorgenkinder wie Slawomir Peszko und Simon Zoller konnten sich steigern, dafür kommt Yuya Osako weiter nicht in den Tritt. Verletzungssorgen hat Trainer Peter Stöger nicht. Bis auf Helmes dürften alle Spieler zum Rückrundenstart fit sein.

Simon Zoller vom 1. FC Köln im Zweikampf mit Sokratis
Simon Zoller hat ein Bundesliga-Tor erzielt © Getty Images

Prognose: Beim FC kommt viel auf den Start an. Da geht es zunächst zum Hamburger SV bevor mit dem VfB Stuttgart und SC Paderborn zwei weitere direkte Konkurrenten nach Köln kommen. Rettet der Aufsteiger seine Form aus der Vorbereitung, könnte man den Vorsprung auf die Abstiegszone schnell ausbauen. Wenn die Kölner zudem ihren Heimkomplex ablegen, gibt es auch in der kommenden Saison Erstliga-Fußball in Müngersdorf.

Platz 12: 1. FSV Mainz 05 (18 Punkte, 19:23 Tore)

Personal: Zwei Neue hat Manager Christian Heidel bereits verpflichtet. Linksverteidiger Pierre Bengtsson dürfte zum Auftakt gegen Paderborn beginnen. Schalke-Leihgabe Christian Clemens braucht nach einer verkorksten Hinrunde noch einige Wochen, um zu alter Form zu finden. Toptorjäger Shinji Okazaki bleibt den Mainzern trotz Angeboten aus England treu. Nicolas Castillo soll ihn demnächst unterstützen. Der FSV wird den Chilenen wohl vom FC Brügge ausleihen. Auch so verfügt Trainer Kasper Hjulmand über mehr Alternativen, da die Rekonvaleszenten Niko Bungert, Julian Baumgartlinger, Stefan Bell und Jonas Hofmann zurückkommen.

Form: Zum Abschluss der Vorbereitung setzte es für Mainz eine Klatsche. Welche Fehler das Team beim 1:4 gegen Bayern Leverkusen gemacht hat, wissen nur die Spieler und der Trainerstab. Die Partie fand nämlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ansonsten stand die Defensive gut, im Angriff lief wenig. Okazaki war mit Japan beim Asien Cup im Einsatz, kehrte aber mit einer Verletzung zurück.

Shinji Okazaki
Shinji Okazaki ist der torgefährlichste Japaner der Bundesliga © Getty

Prognose: Für Christian Heidel ist die Situation prekär, zumal für ihn ein Konkurrent wegfällt. "Wer glaubt, dass Dortmund etwas mit dem Abstieg zu tun hat, der hat keine Ahnung. Dortmund wird eine viel bessere Rückrunde spielen und ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem Dortmund ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun hat", sagte der FSV-Sportdirektor im SPORT1-Interview. Aber auch Mainz besitzt die nötige Klasse, um im Abstiegskampf zu bestehen. Ein Platz zwischen zehn und 13 ist drin. Nur wenn sich die Verletzungsmisere der Hinrunde fortsetzt, wird es eng.

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