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Hamburg - Die Rückkehr von Ivica Olic versetzt das Umfeld des Hamburger SV in Euphorie. Doch ganz sorgenfrei geht das Team von Trainer Joe Zinnbauer nicht in die Rückrunde.

Als Ivica Olic endlich die Freigabe für seinen Herzensklub hatte, gab es kein Halten mehr.

"Ich habe meine Fußballschuhe genommen, meine Frau angerufen und bin losgefahren", sagte der 35-Jährige bei seiner emotionalen Vorstellung beim Hamburger SV und fügte hinzu: "Es war der Traum meiner Familie, nach Hamburg zurückzukehren."

Ivica Olic wechselte vom VfL Wolfsburg zum Hamburger SV
Ivica Olic hatte für den VfL Wolfsburg seit 2012 in 78 Spielen 28 Tore geschossen © getty

Schon am Samstag steht der Kroate im Kader von Trainer Joe Zinnbauer.

Nach zähen Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg schafften es HSV-Sportchef Peter Knäbel und Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer schließlich doch noch, ihren Wunschspieler vor dem Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Köln für 1,5 Millionen Euro vom Liga-Konkurrenten loszueisen.

Transfer ein "wichtiges Signal"

"Es ist mehr als ein Transfer. Das ist ein wichtiges Signal für die Fans und an unsere Konkurrenz", sagte Knäbel über Olic, der sich von 2007 bis 2009 in die Herzen der Hamburger gespielt hatte.

Weshalb die leidgeprüften Hanseaten den nimmermüden Kämpfer trotz seines fortgeschrittenen Fußballer-Alters noch einmal bis 2016 unter Vertrag nahmen, verdeutlichte Olic am Tag seiner Rückkehr: "Ich habe keine Angst, keinen Druck. Wir müssen einfach alles geben", sagte der frühere Profi des FC Bayern und verabschiedete sich sogleich zum Training.

"Es ist wichtig, dass man Identifikationsfiguren hat, Vorbilder hat", sagte derweil Knäbel über seine erste Verpflichtung als HSV-Sportchef: "Er passt zudem zu den Stürmern, die wir schon haben."

Olic soll Lasogga Beine machen

Auch Beiersdorfer ist stolz auf den Coup. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte er Olic an die Elbe gelockt. 48 Tore erzielte der Stürmer anschließend in 115 Pflichtspielen für den HSV.

Die Verantwortlichen des Bundesliga-Dinos hoffen, dass auch Sorgenkind Pierre-Michel Lasogga an Olics Seite endlich wieder aufblüht. In der ersten Saisonhälfte waren dem Toptorjäger der Vorsaison lediglich zwei Treffer gelungen, dem ganzen Team des aktuellen Tabellen-14. nur magere neun.

"Olic und ich - das könnte super passen", zeigte sich Lasogga erfreut. In der Hinrunde hatte er aufgrund schwacher Leistungen und seiner häufigen Verletzungsprobleme zunehmend kritische Fragen beantworten müssen. Von einem spielenden Stürmer an seiner Seite könnte der abschlussstarke Angreifer nun profitieren.

Euphorie trotz Personalsorgen

Nach Bekanntgabe des Millionen-Investments von Unternehmer Klaus-Michael Kühne, der künftigen Umbenennung der Arena in "Volksparkstadion" und dem jetzigen Transfercoup mit Olic herrscht plötzlich so etwas wie Euphorie und Aufbruchstimmung rund um den leidgeprüften HSV.

Doch Trainer Zinnbauer geht alles andere als sorgenfrei in den Rückrunden-Auftakt gegen Köln.

In Innenverteidiger Cleber (Muskelfaserriss), Mittelfeldspieler Valon Behrami, Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier (beide Knieprobleme) und Spielmacher Lewis Holtby (Schlüsselbeinbruch) fallen gleich vier Stammspieler aus. Gerade im defensiven Mittelfeld klafft eine Lücke, die der Trainer wohl vorübergehend mit Heiko Westermann schließen muss.

Doch derartige Probleme können den Optimismus des neuen Vorarbeiters im HSV-Angriff nicht bremsen. "Ich habe viele Spiele in der Champions League oder in der Europa League gespielt. Ich will das auch mit dem HSV", sagte Olic und fügte gewohnt optimistisch hinzu: "Das ist machbar."

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