München - Im SPORT1-Interview spricht Thomas Müller über den nimmersatten FC Bayern und das Gipfeltreffen mit dem VfL Wolfsburg unter traurigen Vorzeichen.

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Von Christian Ortlepp

Der Meistertitel scheint dem FC Bayern München nach einer dominanten Hinrunde schon sicher. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg beträgt komfortable elf Punkte, und die Münchener zeigten auch am Ende eines schlauchenden Jahres 2014 keine Ermüdungserscheinungen.

Den letzten Schliff in der Vorbereitung wollen sich die Münchner jetzt beim Test in Bochum holen (ab 17.45 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM)

Vor dem Rückrundenauftakt am Freitag spricht Thomas Müller im exklusiven Interview mit SPORT1 über den nimmersatten FC Bayern, den schweren Stand der Talente und das bevorstehende Gipfeltreffen beim VfL Wolfsburg, das nach dem Unfalltod von Wolfsburgs Junior Malanda unter besonderen Vorzeichen steht.

Das komplette SPORT1-Interview sehen Sie am Sonntag ab 13 Uhr bei Bundesliga Aktuell Spezial.

Thomas Müller über...

...den Rückrundenauftakt beim VfL Wolfsburg:

"Das Spiel gegen Wolfsburg am 1. Spieltag war nicht so einfach und dann doch auch sehr knapp. Ich würde das damalige Endergebnis sofort wieder nehmen, auch wenn wir natürlich noch einen Tick überzeugender spielen wollen. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert, man muss sich alles hart erarbeiten."

Thomas Müller FC Bayern München VfL Wolfsburg
In der Hinrunde traf Thomas Müller gegen den VfL Wolfsburg © getty

 ...Wolfsburg als Bayern-Jäger:

"In meiner persönlichen Tabelle vorher war der Name VfL Wolfsburg natürlich schon unter den Top Sechs. Dass Dortmund, Schalke und Leverkusen nicht an Wolfsburg vorbei gekommen sind, war natürlich schon ein Tick überraschend. Im bisherigen Saisonverlauf hatten sie ein paar Serien, wo sie auch mal fünf, sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Da waren sie schon sehr überzeugend. Von der Qualität der Mannschaft sind sie auch ganz gut, auch wenn jeder eigentlich Borussia Dortmund in der Rolle gesehen hätte, uns zu verfolgen, aber so ist es nun mal. Diese Position haben sich die Wolfsburger aber auch verdient. Wir wollen jetzt natürlich die Chance nutzen, gleich im ersten Spiel für klare Verhältnisse zu sorgen, aber es wird nicht leicht."

 ...den Tod von Junior Malanda:

"Ich weiß nicht, ob der Todesfall das erste Bundesligaspiel prägt, aber das wird sicherlich zu Recht ein Thema sein. Ich möchte nicht in der Haut der Wolfsburger stecken, einen Mitspieler auf diese Art und Weise zu verlieren. Ich denke, es wird im Vorfeld sicherlich nochmal ein Thema sein. Aber sobald der Schiedsrichter angepfiffen hat, ist für die Spieler der Sport wichtig."

"Ich habe Gott sei Dank keine Erfahrungen damit, und kann deswegen auch keine großen Reden schwingen, wie man sich das vorzustellen hat. Ich stelle es mir auf jeden Fall extrem schwierig und sehr hart vor."

...den Titelkampf in der Liga:

"Die erste Halbserie lief so, wie es keiner der Experten vorausgesagt hat. Ich will eigentlich auch nicht groß über andere Mannschaften sprechen, wie sie sich zu verhalten haben. Von der Qualität her hat Dortmund sicherlich eine Siegesserie von mehreren Spielen drin. Der Konkurrent mit Dortmund, mit dem wir vor der Saison gerechnet hätten, ist jetzt zumindest in der Liga nicht da. Jetzt haben wir Wolfsburg als Verfolger und müssen schauen, dass wir von ihnen noch weiter weg kommen."

"Stoppen soll uns keiner. Wir wollen natürlich weiter marschieren und Spiele gewinnen. Deswegen sind wir schon sehr gut im Plan und haben auch nicht vor, dass uns da etwas dazwischen kommt. Der Vorsprung ist sehr komfortabel aber man muss auch schauen, dass man ihn mindestens beibehält. Wir brauchen einfach Siege, wie es vom FC Bayern immer erwartet wird."

 ...das letztjährige Champions-League-Aus gegen Real:

"Wir sind ja nicht an dem Punkt gescheitert, dass die Bundesliga schon entschieden war, sondern an dem Punkt, dass wir gegen Real Madrid verloren haben. Natürlich weiß ich auch, dass um dieses Madrid-Spiel herum die Ergebnisse und Auftritte nicht mehr so gut waren wie die Wochen davor. Wir sind Menschen und Menschen können nicht jeden Tag die gleiche Leistung abliefern. Wir arbeiten auf jeden Fall darauf hin, dass es dieses Jahr wieder einen Schritt weiter geht, aber in der Champions League wird einem nichts geschenkt, egal ob im Achtelfinale oder Halbfinale."

...den Titelhunger der Bayern:

"Ich spiele mit super Spielern zusammen. Wir kriegen durch unsere Punktausbeute immer ein gutes Feedback. Wir machen gute Arbeit. Zwangsläufig kommt man dann in Regionen, in denen man immer um die Titel mitspielt. Egal in welchem Wettbewerb. Wenn es dieses Jahr so kommen sollte, dass wir wieder die Chance haben, dann werden wir auch sehr gerne zupacken. Dann wäre es sicherlich nicht ganz normal, wenn wir das wieder schaffen sollten. Aber es wäre jetzt nicht so, dass ich da komplett überrascht wäre. Wir haben die Ziele und arbeiten darauf hin. Aber auch immer mit dem Schuss des realistischen Blicks hinter die Kulissen, was alles nötig ist, um die Ziele zu erreichen. Wir sind also nicht überheblich, sondern sehr konzentriert und fokussiert."

...den Konkurrenzkampf im Bayern-Kader:

"Wir haben vereinsintern einen guten Konkurrenzkampf, der sicherlich auch dazu beiträgt, dass jeder jeden Tag Leistung bringen muss. Dann haben wir einen Trainer, der jeden Tag Leistung fordert und sich nicht zufrieden im Liegestuhl zurücklehnt, sondern der immer nach dem Besseren strebt. Dann haben wir noch Matthias Sammer in der Hinterhand, der jetzt auch kein Liegestuhlkandidat ist."

...Talente beim FC Bayern:

"Es ist grundsätzlich aus Sicht eines Jugendspielers bei Bayern immer schon schwierig gewesen, wirklich den Durchbruch zu den Profis zu schaffen und sich da auch festzuspielen. Owen Hargreaves, Basti und Philipp waren so Beispiele. Aber das war auch nicht jedes Jahr in aller Regelmäßigkeit einer. In der Periode seit Holger und ich als junge Spieler dabei sind, waren wir sehr erfolgreich. Der FC Bayern hat nochmal eine extrem positive Entwicklung genommen, auch was die wirtschaftliche Lage angeht. Und dann wird es für Jugendspieler natürlich immer schwieriger. Einen Kader, den wir jetzt haben, mit dieser Leistungsdichte, wo der 15. Mann immer noch ein super Spieler ist. Das gab es die Zeiten vorher nicht und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass das immer schwieriger wird, es zu schaffen."

...Uli Hoeneß im Jugendbereich:

"Ich denke, dass das jetzt sicherlich der richtige Mann betreut. Ich weiß nicht genau, welche Fäden er zieht, aber der Jugendbereich wird sicherlich wieder in Zukunft auf sich aufmerksam machen."

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