Stuttgart - Borussia Dortmund klettert nach dem Sieg beim VfB Stuttgart. Das Team tankt Selbstvertrauen für Juventus und Schalke. Zwei Spieler bleiben auf der Strecke.

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Neven Subotic nippte an seinem Kaffeebecher, bevor er über ein großes Problem bei Borussia Dortmund sprach.

"Wir müssen jetzt nach Paderborn fliegen, weil der Flughafen in Dortmund gesperrt ist", sagte der Abwehrspieler nach dem 3:2 beim VfB Stuttgart.

So schnell kann es gehen: Vor drei Wochen beklagten sie sich beim BVB noch über frühe Gegentore, vergebene Großchancen und schwere Verletzungen. Nun stöhnen sie über die Tücken der Heimreise.

Zur Subotics Verteidigung muss gesagt werden: Die Flughafen-Anekdote erzählte er mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Ansonsten sprach der Serbe auch in Stuttgart fußballerische Probleme an. "Wir haben teilweise gut gespielt, aber nicht über einen langen Zeitraum. Da müssen wir uns mehr vornehmen für die nächsten Spiele", betonte er (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

Drei Siege in Serie

Für ihn war der Erfolg "der Schritt in die richtige Richtung".

Die Dortmunder sind aktuell auf Klettertour. Nach dem 19. Spieltag waren sie noch Tabellenletzter, den Rückflug nach Westfalen traten sie als Zehnter an. Drei Siege in Serie - das ist in dieser Saison für den BVB ein Novum (DATENCENTER: Tabelle).

Jürgen Klopps Schützlinge werden sich nun zwar hüten, den Klassenerhalt zu feiern. Trotzdem: Der Abstiegskampf ist zumindest in der kommenden Woche kein Thema.

In den anstehenden Partien geht es um andere Dinge. Beispielsweise um weitere Millionen-Einnahmen in der Champions League. Im Achtelfinal-Hinspiel bei Juventus Turin (Di., ab 20.15 LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER bei SPORT1) will der BVB die Grundlage für das Weiterkommen schaffen. "Ich denke, dass wir durch die drei Siege viel Selbstvertrauen getankt haben", sagte Ilkay Gündogan.

Das dürfte auch für das nächste Bundesliga-Spiel gelten. Dann steht das Revierderby auf dem Programm. Dortmund will gegen den FC Schalke 04 das 1:2 aus dem Hinspiel wiedergutmachen.

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Viertes Rückrundentor für Aubameyang

Rechtzeitig zur Woche der Wahrheit finden immer mehr Schlüsselspieler zu alter Form zurück.

Pierre-Emerick Aubameyang erzielte bereits seinen vierten Rückrundentreffer (25.). Marco Reus knüpfte an die starken Leistungen der Vorwoche und sorgte in der 89. Minute für die Entscheidung.

Auch der zuletzt oft kritisierte Shinji Kagawa trumpfte mit zwei Vorlagen auf. Gündogans Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 bereitete er per Hacke vor (39.). Der Torschütze selber bevorzugte beim Abschluss die Picke. "In der Situation blieb mir nichts anderes über. Das war das einzige, was ich machen konnte. Zum Glück geht der dann auch rein", rechtfertigte Edeltechniker Gündogan seinen Abschluss.

Sahin im Glück

Glück hatte auch sein Nebenmann. Nuri Sahin säbelte Georg Niedermeier um und verursachte so einen Strafstoß.

"Das war ein hundertprozentiger Elfmeter", gestand der Türke. Da Niedermeier den Ball nur noch über die Linie hätte schieben müssen, wäre ein Platzverweis die logische Konsequenz gewesen. Schiedsrichter Deniz Akytekin verschonte Sahin. Der Übeltäter selber sprach von "Auslegungssache".

In anderen Situationen lagen Aytekin und seine Assistenten dafür richtig. Sie erkannten stets, dass Henrikh Mkhitaryan seine Traumpässe zum falschen Moment spielte - immer dann, wenn seine Teamkollegen im Abseits standen.

Mkhitaryan und Immobile außer Form

Der 27,5-Millionen-Euro-Mann ist weiterhin ein Fremdkörper im Dortmunder Spiel. Mit Leistungen wie in Stuttgart dürfte Mkhitaryan keine große Zukunft beim BVB haben.

Ciro Immobile von Borussia Dortmund ist amtierender Torschützenkönig der Serie A
Ciro Immobile kommt beim BVB nicht zum Zug © Getty Images

Auch beim zweitteuersten Mann im Kader könnte es einen schnellen Abschied geben. Ciro Immobile kam in Stuttgart gar nicht zum Einsatz. Unter einer Kapuze versteckt schlich der Italiener später zum Mannschaftsbus.

Trubel brach am Freitagabend trotzdem um ihn aus. In einem Interview mit der SportWeek kritisierte Immobile einen Teil der deutschen Medien. Außerdem bedauerte er seine Mitspieler, dass ihn seine Mitspieler bis heute noch nicht zum Essen eingeladen hätten.

Der BVB dementierte zunächst, dass die Aussagen des Stürmers so gefallen sind, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke meldete sich schließlich zu Wort und hielt fest, man habe die Geschichte "aus der Welt geschafft". Am Samstag meldete sich Immobile dann auf "Facebook" zur Wort. Er bestätigte, dass Interview zu haben und entschuldigte sich gleichzeitig für einige Passagen.

Auch wenn die Angelegenheit damit geklärt hat: Immobile hat weiterhin größere Sorgen als nicht ausgesprochene Essenseinladungen und das Nachtflugverbot am Dortmunder Flughafen.

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