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Gelsenkirchen und München - Schalke denkt über eine einmalige und freiwillige Zahlung von 1000 Euro seiner Mitglieder nach. Damit könnte auch das Gehalt des umworbenen Weltmeisters gestemmt werden.

Horst Heldt brachte den Spagat auf den Punkt.

"Es gibt den großen Wunsch unserer Fans und Mitglieder, ein eingetragener Verein zu bleiben. Darüber hinaus müssen wir aber auch wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben", sagte der Manager von Schalke 04 auf der Pressekonferenz vor dem 146. Revierderby bei Borussia Dortmund (Sa., ab 15.15 Uhr im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Heldts Einlassung bezieht sich auf ein von Klubboss Clemens Tönnies öffentlich gemachtes und inzwischen heiß diskutiertes Denkmodell.

Die Rechnung geht wie folgt: Schalkes Mitglieder zahlen freiwillig einen einmaligen Beitrag von 1000 Euro. Kämen alle Mitglieder dieser Aufforderung nach, würden auf einen Schlag 132 Millionen Euro in die Kasse von S04 fließen. Die finanziellen Verbindlichkeiten von etwa 171 Millionen wären auf einen Schlag weitgehend getilgt. Der Klub würde pro Jahr rund 25 Millionen an Zins und Tilgung sparen.

"Ohne Fremdbestimmung"

"Und das ohne Fremdinvestoren, ohne Fremdbestimmung", betonte Mediendirektor Thomas Spiegel.

Horst Heldt (l.) und Clemens Tönnies
Horst Heldt (l.) und Clemens Tönnies © getty

Im Leitbild des FC Schalke 04 lautet der erste Punkt: "Der Name unseres Vereins ist und bleibt Fußball-Club Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. Er ist und bleibt ein Verein im Sinne des deutschen Vereinsrechts."

Während etwa Revierrivale Dortmund im Jahr 2000 als Kommanditgesellschaft auf Aktien an die Börse ging, setzen die Knappen fußball-romantisch auf ein Modell mit großer Nähe zur Fan-Basis.

Dabei hat Schalkes Hinwendung zu den eigenen Anhängern bei der Beschaffung finanzieller Ressourcen durchaus schon Tradition.

Bongartz-Mark und Fan-Anleihe

Mitte der Siebziger Jahre erhoben die Knappen die sogenannte "Bongartz-Mark". Die Eintrittspreise im damaligen Parkstadion wurden um eine D-Mark erhöht, um den Transfer von Hannes Bongartz von der SG Wattenscheid 09 zu finanzieren.

Seit 2010 können die Anhänger dem Verein mit einer Fan-Anleihe unter die Arme greifen. Die Anleihe wurde 2012 auf ein Volumen von 50 Millionen Euro aufgestockt.

Jetzt könnte das nächste Werkzeug der Geldbeschaffung aus dem Schalker Baukasten geholt werden.

Mit dem Geld könnten die Schalker unter anderem das Gehalt des umworbenen Sami Khedira oder eines Stars ähnlicher Kragenweite stemmen.

Man könne eben nicht die "günstigsten Eintrittspreise, die günstigsten Bier- und Würstchenpreise" haben und gleichzeitig mit Real Madrid oder dem FC Bayern München mithalten, sagte Tönnies - und nimmt die Mitglieder sanft in die Pflicht.

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