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München - Gladbachs Manager Max Eberl fordert nach den Krawallen im Derby harte Strafen, FC-Trainer Stöger Zivilcourage. Der DFB leitet erste Ermittlungen ein.

Max Eberl fordert Gefängnisstrafen, Peter Stöger Zivilcourage: Nach den Krawallen beim 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln haben sich die Verantwortlichen für ein Umdenken und Tabubrüche ausgesprochen. Der Deutsche Fußball-Bund leitet indes erste Ermittlungen ein.

Borussia-Manager Eberl sprach im Volkswagen Doppelpass bei SPORT1 von "Menschen, die wenig im Hirn haben" und hofft nach dem Zwischenfall mit zwei Festnahmen und einem verletzten Polizisten, "dass diese Menschen hart bestraft werden. Dann müssen sie wie in England halt mal ins Gefängnis. Sie müssten einmal ihrem Arbeitgeber erklären, warum sie am Montag nicht zur Arbeit kommen können."

"Man kann das kontrollieren"

FC-Coach Peter Stöger lastete die Zwischenfälle auch all jenen Anhängern an, die sie nicht verhindert hatten.

"Vielleicht verliere ich Leute, die mir wohlgesinnt sind, aber ich habe das Gefühl, die Leute wollen das gar nicht kontrollieren", sagte Stöger. "Denn man kann das kontrollieren, es gibt doch auch normal denkende Menschen im Block. Und wir werden dauernd für Dinge bestraft, für die wir nichts können."

Stöger, dessen Klub nun ein Teilausschluss von Fans oder sogar ein Geisterspiel droht, deutete an, dass sich die Chaoten "möglicherweise wie Gewinner" fühlen, also in der Fan-Szene durchaus auch Anerkennung für ihr Handeln finden. "Aber diese Sache hat keine Gewinner."

FC-Fans hatten mit dem Abbrennen von Bengalos zunächst einen späteren Spielbeginn und eine Unterbrechung verursacht.

Nach dem Abpfiff stürmten dann 30 vermummte Chaoten das Spielfeld.

Vermummte Krawallmacher

Auch die Sorglosigkeit der Ordnungskräfte beim Schlusspfiff, die den Block offenbar nach dem Last-Minute-Tor von Granit Xhaka trotz der vorherigen Zwischenfälle nicht ausreichend sicherten, ärgerte Stöger. "Als ich gesehen habe, dass sie vermummt waren, war ich überrascht, dass jemand überrascht war, dass etwas passiert ist."

Zudem durften sich die Krawallmacher unter weißen Malerkostümen mit Kapuzen verstecken, obwohl laut Stadionordnung eigentlich keine Kostüme erlaubt waren, die keine Identifizierung ermöglichen.

"Es wurde klar kommuniziert, dass keine verkleideten Personen ins Stadion kommen sollten. Das war auch so. Das Tor fiel dann zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es ist schade, dass ein Spiel dann so endet", regte sich Eberl bei SPORT1 auf. "Aber ich glaube nicht, dass der Karneval direkt mit dieser Aktion zu tun hatte."

DFB leitet Ermittlungen ein

Der DFB bestätigte jedenfalls, dass nach den Ausschreitungen Ermittlungen eingeleitet werden. Im ersten Schritt werden beide Vereine Anfang der Woche angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert. Zur weiteren Zeitschiene und möglichen Sanktionen könne derzeit keine Auskunft gegeben werden, hieß es von Seiten des Verbands.

Kölns Präsident Werner Spinner zeigte sich "erschüttert". Näher äußern wollte sich der FC-Präsident vorerst nicht. "Wir werden uns zunächst einmal zusammensetzen, uns alle Informationen besorgen und alle Bilder anschauen", erklärte er. Danach will sich der FC dazu äußern, welche Maßnahmen er ergreifen will.

Die Strafe für den vorbelasteten FC, der im Vorjahr schon mal auf Bewährung zu einem Teilausschluss der Fans verurteilt wurde, "wird sicher deutlich werden", fürchtet auch Manager Jörg Schmadtke, der schon während des Spiels versucht hatte, die Fans in der Kurve zu beruhigen. Er kündigte an, "dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir damit umgehen."

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