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Arjen Robben (l.) erzielt gegen den Hamburger SV seine Saisontore 13 und 14
Arjen Robben (l.) erzielt gegen den Hamburger SV seine Saisontore 13 und 14 © imago

München - Nach dem Kantersieg über den Hamburger SV genießen die Münchner den Moment, Boss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Pep Guardiola denken aber schon an die Champions League.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel, Christian Ortlepp, Christoph Lother und Sebastian Sattler

Arjen Robben grinste, dann bot er Bastian Schweinsteiger seinen rechten Schuh zum Putzen an. Der tat so, als ob er den Stiefel des Niederländers polieren würde. Das 4:0 hatte der tatsächlich mit dem Fuß erzielt, den er sonst nur braucht, um nicht umzufallen. 

"Arjen hat eigentlich gar keinen rechten Fuß", erklärte Schweinsteiger seine Geste später bei Sky. "Dass er heute einen mit rechts gemacht hat, freut uns sehr."

Der FC Bayern hatte seinen Spaß beim 8:0-Kantersieg über den Hamburger SV. (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Es war der vierthöchste Bundesliga-Sieg der Münchner und eine perfekte Vorbereitung für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag bei Schachtjor Donezk.

Schweinsteiger schwingt das Zepter

Schweinsteiger war dabei nicht nur in Sachen Schuhhygiene führend. Oft auf Höhe der Abwehrkette dirigierte Schweinsteiger das Münchner Spiel, das kurzfristige Fehlen von Xabi Alonso, bei dem der Oberschenkel zwickte, blieb so ohne Folgen.

Auch weil der FCB gegen einen desolaten HSV mehr Spielwitz zeigte, als zuvor in allen drei Rückrundenspielen zusammen.

"Wir haben viel gesprochen"

"Wir haben ganz einfach gespielt, viel gesprochen, gute Bewegungen gehabt", kommentierte Schweinsteiger.

Hochzufrieden verließ er am Samstagabend die Allianz Arena - genauso wie die Teamkollegen. "Solche Momente muss man genießen", meinte Robben.

Seit Wochen ist der Niederländer in überragender Form und freute sich, dass auch die anderen Offensivspieler in Schwung kommen.

Mario Götze und Thomas Müller trafen je doppelt und auch Robert Lewandowski war zur Stelle, steuerte das sechste Tor bei. Der Pole ließ zwar zuvor Chancen aus, fühlte sich auf der linken Seite, die er anfangs bekleidete, auch nicht richtig wohl. Aber am Ende jubelte er doch. Nach seinen mäßigen Auftritten zuletzt hatte das befreiende Wirkung.

Lewandowski hält dem Druck stand

"Für einen Stürmer ist ein Tor immer gut. Wenn du zwei, drei Spiele nicht triffst, fragen die Medien gleich: Warum ist das so?", gestand er. "Dann musst du ruhig bleiben und hart arbeiten. Ich weiß, dass die Erwartungen sehr hoch sind."

Seinem Trainer ist das ebenfalls nur allzu bewusst.

Pep Guardiola hatte Lewandowski noch unter der Woche verteidigt und darauf hingewiesen, dass sich das Team zu wenig Torchancen erarbeite. Der erste Rückrundensieg, das 2:0 beim VfB Stuttgart, war schließlich kein Fußballfest.

Guardiola zufrieden

"Unser Aufbauspiel war schneller als zuletzt", urteilte der Spanier daher nach dem Kantersieg zum Valentinstag. "Ich bin zufrieden, dass unsere Spielweise zurück ist. Jetzt fokussieren wir uns auf die Champions League."

Die hatte auch Mittelfeldspieler Juan Bernat im Gespräch mit SPORT1 im Sinn: "Wir haben eine tolle Partie gespielt. Jetzt können wir an das sehr wichtige Spiel am Dienstag denken. Das heute wird der ganzen Mannschaft viel Selbstvertrauen geben."

Die Münchner sogen fleißig Honig aus ihrer Torgala gegen einen HSV, der nach dem 3:0 zur Pause praktisch aufgegeben hatte. Karl-Heinz Rummenigge war das einerlei, zumal der FCB-Vorstandsboss reichlich Zeichen gesehen hatte, dass seine Roten jetzt die Trendwende geschafft haben.

Extralob für Ribery und Robben

Franck Ribery, Rafinha und Holger Badstuber feierten nach Verletzungen ihr Comeback. Badstuber spielte dabei nach fünfmonatiger Pause erstmals wieder über 90 Minuten, Ribery traf als Joker zum 7:0.

"Wir sind froh, dass alle zurückgekommen sind und gut gespielt haben", sagte Rummenigge. "Franck hat dem Team Impulse gegeben, gezeigt, dass er uns sehr gut tut. Das macht unseren Kader ein Stück breiter und gibt uns ein Stück mehr Qualität in dieser Phase, in der der Dreitagesrhythmus losgeht."

Und dann huldigte auch Rummenigge noch Superstar Robben - nicht per Schuhputzgeste wie Schweinsteiger, sondern mit großen Worten: "Er ist für mich der beste Feldspieler der Welt, weil er weltklasse spielt und viele Tore schießt."

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