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Leverkusen - Bernd Leno spricht im SPORT1-Interview über seinen persönlichen Glücksfall Bayer Leverkusen, den Konkurrenzkampf unter Keepern und die Krise seines Ex-Klubs VfB Stuttgart.

Aus Leverkusen berichtet Thomas Klein

Bernd Leno kann zufrieden sein.

2011 wechselte er als Torwarttalent vom VfB Stuttgart zu Bayer Leverkusen. Dort hat er sich zu einem der stärksten Torhüter Deutschlands entwickelt. Im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Atletico Madrid glänzte er mit spektakulären Paraden. Nur bei der deutschen Nationalmannschaft wartet der 23-Jährige noch auf seine Chance.

Vor dem Duell mit seinem Ex-Klub (20 Uhr im LIVETICKER und auf SPORT1.fm) spricht Leno im exklusiven SPORT1-Interview über seinen persönlichen Glücksfall Bayer Leverkusen, den harten Konkurrenzkampf unter den deutschen Keepern und die Krise des VfB Stuttgart.

Bernd Leno über …

… Leverkusen unter Roger Schmidt:

"Das Klima ist einfach gut. Das merkt man auch in Phasen wie nach dem Wolfsburg- oder Augsburg-Spiel, wo wir in der letzten Sekunde das Spiel aus der Hand gegeben haben. Die Mannschaft hat in Ruhe analysiert, ist nicht auseinandergebrochen. Letztes Jahr ist es auseinandergebrochen. Da wurde die Verantwortung immer weitergeschoben. Das wurde jetzt nicht gemacht, und dann kam ein Spiel wie gegen Atletico zustande. Eine gute Mannschaft zeichnet sich immer dann aus, wenn es schlecht läuft. Und die wenigen schlechten Phasen dieser Saison haben wir sehr gut gemeistert."

… den Torwart und Menschen Bernd Leno:

"Ein ruhiger sachlicher Torwart, der nicht unnötig Show macht. Ich bin keiner, der seinem Mitspieler den Kopf abreißt oder gegen den Pfosten tritt. Ich versuche eher, meine Mitspieler positiv aufzubauen. Ich glaube, das wirkt auf die Mannschaft besser. Das spiegelt auch den Menschen Bernd Leno wieder. Ich bin ein bisschen ruhiger. Damit bin ich gut gefahren, dass ich mich nicht verbiegen lasse."

… den Konkurrenzkampf unter deutschen Keepern

"Unter den Torhütern in Deutschland bin ich vorne mit dabei. Neuer ist momentan unantastbar. Aber ich glaube, danach brauche ich mich nicht wirklich vor den anderen zu verstecken. Aber durch Quatscherei kommt man auch nicht weiter. Ich muss Woche für Woche meine Leistung bringen, und die habe ich auch diese Saison im Großen und Ganzen gebracht. Wann vielleicht eine Einladung kommt, weiß ich auch nicht. Was mir übrig bleibt ist, meine Leistung zu bringen. Ich habe, wie nicht alle Torhüter in Deutschland, die Chance, Champions League zu spielen. Mir bleibt nur übrig, mich Woche für Woche zu präsentieren und mich weiter zu entwickeln. Ich glaube, mein Spiel ist deutlich offensiver geworden. Ich glaube, das werden schon auch ein paar Leute zur Kenntnis genommen haben. Ich mache mir keinen großen Druck, weil ich erst 23 bin. Ich werde weiter Gas geben, was anderes bleibt mir auch nicht übrig."

… den Wechsel von Stuttgart nach Leverkusen:

"Es ging alles sehr schnell. Als ich erfahren habe, dass Bayer Leverkusen mich verpflichten will, war das schon irgendwie komisch. Ich konnte das im ersten Moment nicht glauben. Man weiß nicht genau, was passiert wäre, wenn Bayer Leverkusen mir die Chance nicht gegeben hätte. Vielleicht wäre ich in Stuttgart versauert oder hätte die Chance nicht bekommen. Aber das Quäntchen Glück braucht man, und das habe ich gehabt."

… Ex-Klub VfB Stuttgart im Abstiegskampf:

"Es macht schon ein bisschen Sorge. In den letzten Jahren ist es ein bisschen schlechter geworden. Wir haben jetzt das Spiel gegen den VfB. Ich hoffe natürlich, dass wir gewinnen, aber danach kann der VfB von mir aus auch gewinnen. Ich habe da noch viele Freunde und Bekannte, mit denen ich noch immer in Kontakt stehe. Der VfB ist ein Traditionsverein. Es macht einem schon Sorgen, in welche Richtung das gegangen ist."

… Manuel Neuer als Vorbild:

"Wenn man sieht, was er alles erreicht hat, ob mit der Nationalmannschaft oder dem FC Bayern, ist es schon sehr beeindruckend. Er hat das Torwartspiel modernisiert. So offensiv wie er hat es bisher keiner gemacht. Wie er am Spiel teilnimmt ist beeindruckend. Ich persönlich versuche, mir mehr abzuschauen, als ihn als Konkurrenten zu sehen."

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