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Mönchengladbach - Bei Borussia Dortmund richtet sich nach der Niederlage in Gladbach der Blick wieder nach unten. Ein Umbruch ist unvermeidbar. Auch Jürgen Klopp wirkt angezählt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Tabelle zu lesen. Vor allem für Borussia Dortmund.

Dabei kommt es auch darauf an, ob das Glas grundsätzlich halb voll oder halb leer ist. Für Mats Hummels ist es erst einmal halb leer. 

Denn der Blick des BVB-Kapitäns richtete sich nach unten. Also dorthin, wo man in Dortmund in dieser Saison eigentlich nicht mehr schauen wollte. (DATENCENTER: Tabelle)

Hummels mahnt

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder unten reinrutschen", sagte der Abwehrchef nach der 1:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. Denn den Abstiegskampf hatte man in Dortmund eigentlich längst abhaken wollen.

Borussia Moenchengladbach v Borussia Dortmund - Bundesliga
Mats Hummels warnt den BVB nach der Pleite in Gladbach © Getty Images

Platz sechs und die Europa League ist zwar "nur" sechs Punkte weg (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan). Paderborn auf Relegationsplatz 16 allerdings auch.

Stillstand also. Und die Erkenntnis, dass es dann offenbar doch nicht reicht. Nicht einmal für ein Trostpflaster. Denn in Gladbach bekamen die Dortmunder ihre Grenzen deutlich aufgezeigt (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm). Der Frust stand den Spielern ins Gesicht geschrieben.

Und auch da gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, selbigen zu verarbeiten.

Die einen fressen ihn in sich hinein. Hadern mit sich und dem Geschehenen. Still und leise. Wie der Großteil der Dortmunder Mannschaft, der schweigend von dannen zog.

Zorc lässt Dampf ab

Andere wiederum machen ihrem Ärger Luft, lassen Dampf ab. Wie Michael Zorc. Der Sportdirektor des BVB machte seinem Ärger über die Entstehung der Gegentore Luft und stellte die Einstellung der Spieler infrage.

Sebastian Kehl nannte die Vorstellung in Gladbach "ein bisschen einen Rückfall in alte Zeiten. Es bleibt ein Spiegelbild einer doch sehr frustrierenden Saison", meinte der Mittelfeldspieler.

Der 35-Jährige kennt auch noch bessere Zeiten. Kehl hat mit dem BVB 2011 die Meisterschaft geholt, 2012 das Double gefeiert und war 2013 ins Champions-League-Finale gestürmt.

Die Mannschaft der Gegenwart hat mit der Erfolgstruppe nicht mehr viel gemein. Und so wird ihr Bild weiter ändern. Kehl hört nach der Saison auf. Mats Hummels und Ilkay Gündogan beschäftigen sich mit einem Wechsel ins Ausland.

Thomas Berthold hat dafür Verständnis. "Für mich ist es nachvollziehbar, dass Spieler wie Mats Hummels und Ilkay Gündogan über eine neue Erfahrung nachdenken und auch an ihre persönliche Entwicklung denken. Es wird einen größeren Umbruch im Sommer in Dortmund geben, als wir im Moment glauben", sagt der SPORT1-Experte.

Es gibt sogar Spekulationen, dass es auf dem Trainerposten einen Wechsel geben könnte. Bei Jürgen Klopp werden Abnutzungserscheinungen sichtbar, dem Coach fehlt häufig eine Alternative zum einst hochgelobten Pressing.

Das hat auch SPORT1-Experte Thomas Strunz erkannt. "Jürgen Klopp musste sich bisher noch nie hinterfragen, aber jetzt braucht er einen Plan B. Ich bin allerdings überzeugt, dass er das schaffen kann", sagte der Ex-Nationalspieler im Volkswagen Doppelpass.   

Klopp bezeichnete den Auftritt seiner als "sehr bescheiden", zum Defensivverhalten sagte er spöttisch: "Wir waren stets bemüht." In der Halbzeit hatte er zwar noch reagiert und auf ein 3-4-3-System umgestellt, letztendlich funktionierte aber auch das nicht.

Systemumstellung hilft nichts

Stattdessen bekam sich der Coach noch mit Kehl in die Wolle, lieferte sich in der 82. Minute mit dem Routinier ein Wortgefecht.

Borussia Moenchengladbach v Borussia Dortmund - Bundesliga
Jürgen Klopp redete nach Dortmunds Pleite in Gladbach Klartext © Getty Images

"Ich habe den Jungs gesagt, dass sie die Bälle auf die Flügel spielen sollen. Das ist nicht so gut angekommen. Dann haben wir uns ein bisschen angebrüllt. Das kommt vor und zeigt, dass wir das Spiel nicht abgeschenkt haben", erklärte Klopp hinterher. 

Kehl meinte: "Das war eine Situation, die ich anders gesehen habe als der Trainer. Aber das ist abgehakt." Dennoch zeigt die Szene, dass es zwischen Mannschaft und Trainer Differenzen gibt.

Letzte Hoffnung DFB-Pokal?

Klar ist: Die Dortmunder müssen die Pleite schnell abhaken. Die Möglichkeit, in der kommenden Saison europäisch zu spielen, besteht immer noch. Der BVB steht im Halbfinale des DFB-Pokals, der Pokalsieger qualifiziert sich bekanntlich für die Europa League.

Der Gegner im Halbfinale: der FC Bayern. Und selbst wenn der BVB in München scheitern sollte, bliebe noch die Hoffnung, bei einem Pokalsieg des FCB oder des VfL Wolfsburg als Siebter das Ticket für die Europa League zu buchen.

Doch das Glas ist in Dortmund derzeit ja eher halb leer. 

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