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Dortmund - Mit Ilkay Gündogan bricht ein weiterer Mosaikstein aus dem erfolgreichen Gebilde des Double-Siegers von 2012. Zumindest bis Saisonende soll das eine positive Wirkung haben.

Die Erfolgself der Ära Klopp, die 2012 das Double holte und ein Jahr später ins Champions-League-Finale einzog, verliert einen weiteren wichtigen Baustein.

Ilkay Gündogan stellt sich künftig einer neuen Herausforderung abseits gewohnter Pfade. Seinen bis 2016 gültigen Vertrag wird der Nationalspieler nicht verlängern, wie Borussia Dortmund heute bekanntgab. Alles deutet auf einen vorzeitigen Wechsel im Sommer hin.

Nach Mario Götze und Robert Lewandowski ist der 24-Jährige damit der dritte Abgänger aus Reihen der Dortmunder Double-Helden.

Wegbereiter des Doubles

Bei den Fans klingt Verständnis für seinen Schritt und den Wunsch nach Veränderung durch. Wie im Fall des vorzeitigen Rücktritts von Jürgen Klopp überwiegt auch bei Gündogan die Dankbarkeit für das Geleistete.

Mit seinem Treffer in der 120. Minute im DFB-Pokalhalbfinale 2012 gegen die SpVgg Greuther Fürth schoss er den BVB ins Pokalfinale und ebnete so den Weg zum Double.

Gündogan hatte sich nach seinem Wechsel vom 1. FC Nürnberg vor vier Jahren in Dortmund zu einem der besten Sechser der Bundesliga und  Europas entwickelt. Sein überragendes Spielverständnis und seine feine Technik machten ihn zu einem beachteten und gefragten Akteur.

Nächster Nackenschlag

Zuletzt hatte sich der Mittelfeldstratege selbst einen Maulkorb verpasst und keine Interviews gegeben. Mit Wasserstandsmeldungen zu seinen Vertragsverhandlungen wollte Gündogan - auch aus Respekt vor Mannschaft und Verein - keine Unruhe aufkommen lassen.

Nach dem Aus von Jürgen Klopp ist die Absage von Gündogan zwar ein weiterer Nackenschlag für den Verein, allerdings kommt dieser weniger überraschend.

Bei voller Fitness verdient er sich häufig das Prädikat "Weltklasse", seine Ambition liegt in der Champions League. Die kann ihm der BVB aber zumindest in der nächsten Saison nicht bieten.

Hoffen auf neue Kräfte

Die Fokussierung auf die verbleibenden vier Endspiele um die Europa League in der Bundesliga sowie das Pokalfinale dürfte das BVB-Team durch Gündogans Entscheidung kaum beeinflussen.

Ganz im Gegenteil: So wie Klopps Rücktrittsankündigung nochmal neue Kräfte freigesetzt hat, könnte auch Gündogans Schritt die Mannschaft noch einmal zusätzlich anstacheln.

Rücktritt als Motivationsspritze

"Wer weiß, ob unter 'Rücktritt' im Duden irgendwann 'größte Motivationsspritze aller Zeiten' steht", witzelte Klopp auf der Pressekonferenz am Donnerstag mit Blick auf die jüngsten Erfolgsserie.

Die "befreiende Wirkung" seiner Rücktrittsankündigung soll auch am Samstag bei der TSG Hoffenheim durschlagen. "Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel", so der 47-Jährige. "Das ist keine Saisonphase, in der wir Kräfte schonen", fordert er Vollgas-Fußball in Sinsheim.

Die Abschiedstournee geht also weiter, nicht nur für Klopp. Jetzt ist auch für Gündogan jedes Spiel ein Endspiel. Auf dem Truck rund um den Borsigplatz hätte der Coach sicherlich noch ein Plätzchen neben sich frei. 

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