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Mats Hummels lässt seine Zukunft bei Borussia Dortmund offen © Getty Images

Dortmund - Bleibt Mats Hummels oder geht er? Der Dortmunder Kapitän selbst sagt, es gebe noch keine Tendenz. Eine Entscheidung kündigt der 26-Jährige für die nächsten Wochen an.

Mats Hummels wollte nicht länger bleiben. Er wollte weg. Am liebsten sofort.

Doch weil der Nationalspieler eben doch ein gewissenhafter Profi ist, blieb er nach dem Duschen noch ein letztes Mal stehen und stellte sich den Fragen der Journalisten.

In den Erklärungen des Innenverteidigers von Borussia Dortmund für die 0:1-Niederlage gegen Bayern München stellte er vor allem die größere Effizienz des Bundesliga-Tabellenführers heraus.

Sein verlorenes Duell mit Robert Lewandowski vor dem entscheidenden Gegentreffer ärgerte ihn sichtlich. Doch als Sündenbock für die Niederlage sah sich der 26-Jährige deshalb noch lange nicht. 

Klopp nimmt Hummels in Schutz

"Ich habe sicher kein Problem damit, mir bei Gegentoren eine Mitschuld ankreiden zu lassen, aber in dem Fall glaube ich, dass es danach auch noch Möglichkeiten gegeben hätte, die Situation zu klären", sagte Hummels zu SPORT1.

Bei Lewandowskis Abschluss fehlte der herausgerückte BVB-Kapitän in der Viererkette.  "Wenn ein Innenverteidiger rausrückt, wäre es cool, wenn er den Zweikampf auch gewinnt", meinte Jürgen Klopp dazu im ZDF.

Gleichzeitig verteidigte Dortmunds Trainer seinen Abwehrchef. "Eigentlich muss da ein Sechser sein, dann sehen wir hinten ganz anders aus", meinte Klopp.

"Bedeutet nicht, dass ich weg bin"

So stand Hummels auch zum Ende der Woche im Mittelpunkt des Interesses. Bereits am vergangenen Montag hatten seinen Äußerungen über einen möglichen Wechsel ins Ausland für Wirbel gesorgt.

Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Robert Lewandowski war einst Dortmunder - jetzt trifft er für den FC Bayern © Getty Images

Am Samstag versuchte der Nationalspieler, die Wogen zu glätten. "Das bedeutet nicht, dass ich weg bin. Ich überlege", sagte Hummels nach dem Spiel bei Sky. Das sei beim BVB auch allen Verantwortlichen "längst bekannt", erklärte er.

Als "komplett legitim" bezeichnete Klopp die Gedankenspiele seines Kapitäns. "Das sollte man immer mal tun im Leben, über seine Zukunft nachzudenken", sagt Klopp. Er habe sich schon gedacht, dass Hummels das auch mache.

Hummels: "Gibt noch keine Tendenz"

"In erster Linie will Mats Hummels in einer vernünftigen Mannschaft spielen. Und er will natürlich immer Champions League spielen. Aber das kann ihm der Verein aktuell nicht bieten. Nur mit Marco Reus – das ist ihm zu wenig", schätzt SPORT1-Experte Thomas Helmer die Situation ein.

"Als Kapitän hat er das Recht zu sagen, dass er über seine Zukunft nachdenkt. Ich glaube es war auch ein Hilferuf", sagte Helmer am Sonntag im Volkswagen Doppelpass.

In dem kicker-Interview zu Wochenbeginn hatte Hummels auch eine schlagkräftige Truppe für die Zukunft gefordert. 

"Es gibt noch keine Tendenz. Es sind Gedankenspiele. Das wird sich in den nächsten Wochen ergeben", sagte Hummels am Samstagabend. Ende 2007 habe er sich "aus dem Bauch heraus zwischen Dortmund und Hoffenheim für Dortmund entschieden. Das mache ich jetzt auch.“

Schmerzgrenze von 40 Millionen?

Allerdings liegt die Entscheidung nicht allein bei ihm. Hummels' Vertrag bei der Borussia, läuft noch bis 2017. Ohne Ausstiegsklausel, wie er im vergangenen Jahr selbst erklärt hatte.

Hannover 96-Borussia Dortmund-Bundesliga-Jürgen Klopp
Trainer Jürgen Klopp äußert Verständnis für Hummels' Situation © Getty Images

Ohne das Okay der Vereinsführung, wird der Weltmeister nicht ohne Weiteres das Weite suchen können. Bei aller sportlichen Wertschätzung des Führungsspielers werden die Verantwortlichen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aber eine Schmerzgrenze haben.

Nach "Bild"-Informationen soll diese bei rund 40 Millionen Euro liegen. Manchester United hat angeblich eine 45-Millionen-Euro-Offerte im Petto. Laut Watzke – Stand Mitte dieser Woche – liegen jedoch keine Angebote für Hummels vor.

Klopps Mittel begrenzt

Dass der Verein im Einzelfall auf eine Vertragserfüllung pocht, hatte in der jüngeren Vergangenheit schon Robert Lewandowski zu spüren bekommen. Der wäre gerne schon vor 2014 zu den Bayern gewechselt, durfte aber nicht gehen.

Wie weit die Durchsetzungskraft des Vereins im Fall Hummels gehen würde, ist noch fraglich. Ob Hummels am Ende bleibt oder geht? Auch Jürgen Klopp sieht nach eigener Aussage im ZDF-Interview noch keine Tendenz.

Dass er gerne weiter mit Hummels zusammenarbeiten würde, stehe außer Frage, räumte aber ein: "Da sind meine Maßnahmen einigermaßen beschränkt."

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