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Leverkusen - Das Debüt von Peter Knäbel als HSV-Trainer geht gründlich schief. Pechvogel Djourou prangert den Kampfgeist an. Gegen Wolfsburg soll Hoffnungsträger Lasogga stürmen.

Neuer Trainer, alte Fehler: Auch unter dem vermeintlichen Retter Peter Knäbel scheint Bundesliga-Dino Hamburger SV ein hoffnungsloser Fall zu sein, der sehenden Auges Richtung 2. Liga torkelt.

"Schlimm ist, dass wir noch nicht einmal kämpfen. Ich weiß auch nicht, ob das am Druck liegt oder ob wir einfach nur Angst haben", sagte eine desillusionierter HSV-Kapitän Johan Djourou selbstkritisch nach dem 0:4 (0:2)-Debakel bei Champions-League-Aspirant Bayer Leverkusen und stellte seinem eigenen Team damit ein Armutszeugnis aus.

Nächster Offenbarungseid

Die bislang zweithöchste Saisonpleite glich wie auch das 0:8-Desaster Mitte Februar bei Bayern München unter Knäbels Vorgänger Joe Zinnbauer einem Offenbarungseid. "Ich bin vorsichtig bei Spielern, die eine andere Muttersprache sprechen", kommentierte Knäbel die deutliche Kritik seines Spielführers an der Mannschaft, pflichtete in der Sache dem an der Elfenbeinküste geborenen Innenverteidiger aber ohne wenn und aber bei.

"Von der Einstellung war es nicht das, was man gegen Leverkusen zeigen muss und was wir uns vorgenommen haben", bemängelte der eigentliche HSV-Sportdirektor.

Knäbel kündigt Wechsel an

Knäbel kündigte bereits kurz nach dem Abpfiff personell Konsequenzen für das Nordderby am kommenden Samstag gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg an. "Ich habe heute gesehen, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht", sagte der 48-Jährige.

Dabei verriert Knäbel lediglich, dass er gegen die Niedersachsen wieder auf Marcelo Diaz und Pierre-Michel Lasogga setzt, die mangels ausreichender Fitness in Leverkusen zunächst auf der Bank saßen.

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Trost vom Gegner: Johan Djourou (r.) erlebte einen bitteren Nachmittag © Getty Images

Bayer diktiert nach Belieben

Von dort sahen sie wie auch der frühere Leverkusener Co-Trainer Peter Herrmann, den Knäbel in höchster Not zu seinem Assistenten gemacht hat, dass Bayer die Begegnung nach Belieben diktierte und die Werkself bei einer besserer Chancenverwertung noch höher hätte gewinnen können.

Bei ihrer Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale am kommenden Mittwoch gegen Bayern München beließen es die Gastgeber aber bei den Treffern von Gonzalo Castro (7., 64.) und Stefan Kießling (44., 56.), die ihrem früheren Mannschaftskollegen Rene Adler im HSV-Tor einen schlimmen Nachmittag bereiteten.

Adler: "Wir haben genug Qualität"

"Wir müssen jetzt weitermachen. Wir wissen, dass wir genug Qualität haben. Dass wir uns nach dem Spiel von den Fans einiges anhören mussten, gehört dazu, genau, wie sich in schönen Momenten von ihnen feiern zu lassen. Wir hoffen, dass wir mit ihnen die Saison noch zu einem guten Ende führen können", sagte Adler nach dem Spiel und flüchtete sich ähnlich wie sein Coach in Durchhalteparolen.

"Wir müssen in der kommenden Woche schauen, dass wir das nötige Selbstvertrauen tanken. Ich werde ansprechen, was ich von den Spielern erwarte", kündigte Knäbel an.

Der Interimstrainer machte dann noch gute Miene zum bösen Spiel: "Ich habe mich in meiner neuen Rolle sehr wohl gefühlt." Nach sieben Spielen ohne Sieg, der vierten Partie in Folge ohne eigenen Treffer und nur 25 Punkten wollte ihm das aber keiner so recht glauben.

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