vergrößernverkleinern
Hamburger SV v FC Schalke 04 - Bundesliga
Ivica Olic brachte den HSV mit seinem Führungstreffer auf die Siegerstraße © Getty Images

Hamburg - Der HSV muss wie im Vorjahr im Nachsitzen um den Klassenerhalt kämpfen. Olic bringt die Hamburger auf die Siegerstraße. Schalke präsentiert sich desolat.

Der Bundesliga-Dino Hamburger SV stirbt doch noch nicht aus. (Der Abstiegswahnsinn zum Nachlesen im TICKER)

Dank eines 2:0 (0:0)-Sieges gegen ein ganz schwaches Schalke 04 haben die Hanseaten den ersten Abstieg in ihrer 128-jährigen Vereinsgeschichte vorerst noch vermeiden können und sich wie im Vorjahr in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten gerettet. (Zum Nachhören bei SPORT1.fm: Olic hält den HSV am Leben)

Audio

Schützenhilfe leistete ausgerechnet Nordrivale Hannover 96 mit einem 2:1 gegen den SC Freiburg, der direkt abstieg. Der 2:1-Sieg des VfB Stuttgart beim zweiten Absteiger SC Paderborn verhinderte allerdings den direkten Klassenerhalt der Hanseaten. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Die Anspannung war enorm, aber jetzt bin ich schon wieder etwas ruhiger", sagte Bruno Labbadia: "Ich bin mit der Art und Weise, wie meine Mannschaft sich diesen Sieg erkämpft hat, sehr zufrieden. In der Relegation habe ich keinen  Lieblingsgegner, ich nehme es wie es kommt."

Die HSV-Treffer erzielten Ivica Olic in der 49. Minute sowie Slobodan Rajkovic (58.) per Kopfball. Der Kroate Olic, in der Winterpause vom Ligarivalen VfL Wolfsburg in die Hansestadt zurückgekehrt, war nach einem Eckball mit einem halbhohen Schuss aus sechs Metern Entfernung erfolgreich. (Datencenter: Tabelle)

Rajkovic drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. (Die Statistik des Spiels)

Viel Beifall für den HSV

Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Tobias Welz aus Wiesbaden verwandelten die 57.000 Zuschauer die seit Wochen ausverkauften WM-Arena am Volkspark in ein Tollhaus. Mit nicht enden wollendem Beifall wurden die Platzherren, die als Tabellenvorletzter in den letzten Spieltag gestartet waren, gefeiert.

Besondere Ovationen erntete Trainer Bruno Labbadia, der die Hanseaten vor wenigen Wochen auf Rang 18 übernommen hatte.

Für das Publikum war die Begegnung ein wahres Zitterspiel. Insbesondere in der ersten Halbzeit scheuten die Platzherren das letzte Risiko und waren sehr bemüht, bloß nicht in Rückstand zu geraten.

Schalke, bereits sicher für die Europa League qualifiziert, zeigte eine desolate Leistung. "Ich kann mich nur entschuldigen", sagte Torwart Ralf Fährmann bei "Sky": "Das war riesengroße Scheiße. Wir müssen wieder Männer auf dem Platz sein."

Ähnlich sah es Robert Di Matteo: "Wenn der Wurm erst einmal drin ist, dann ist er drin. Ich bin natürlich unzufrieden mit dem Resultat, so gesehen beenden wir die Saison mit einem Tiefpunkt."

Zweifellos eine Schwächung für die Gastgeber war die frühe Auswechslung von Pierre-Michel Lasogga. Bei einem Zweikampf fiel der Torjäger erneut auf seine ohnehin lädierte rechte Schulter und musste nach 27 Minuten durch Artjoms Rudnevs ersetzt werden.

Der Lette war zwar enorm engagiert, verdeutlichte aber, warum er bei den Norddeutschen meist nur zweite Wahl ist. Nach exakt einer halben Stunde verzog der Nationalspieler in aussichtsreicher Position, acht Minuten später verfehlte sein Distanzschuss erneut das Ziel.

Huntelaar prüft Adler

Die Gelsenkirchener wirkten kombationssicherer, doch bis zum Halbzeitpfiff fehlte es eindeutig an der Torgefahr. Nur in der 41. Minute wurde es einmal brenzlig für den HSV, doch der Chilene Marcelo Diaz klärte auf der Linie. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Nach dem Seitenwechsel hatten die Hamburger eine Schrecksekunde zu überstehen, als 04-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar Adler mit einem Schrägschuss prüfte. Drei Minuten später traf Olic auf der Gegenseite, nach dem Tor von Rajkovic fehlte es den Schalkern dann
mehr und mehr an Engagement.

Im Gegenzug beflügelten die beiden Erfolgserlebnisse den HSV. Die Aktionen wurden druckvoller, die Gäste mussten sich mehr und mehr auf Konter verlegen. Schalkes Trainer Roberto di Matteo reagierte auf diese neue Spielsituation und ersetzte Jungspund Leroy Sane durch Julian Draxler.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel