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Huub Stevens (l.) trainiert bereits zum zweiten Mal den VfB Stuttgart

München - Stevens und Labbadia haben den HSV und Stuttgart bereits gerettet. Jetzt treffen sie sich in umgekehrten Rollen - und wollen dem alten Klub richtig weh tun.

Über dem Tunnel zum Spielfeld des FC Liverpool steht "This is Anfield". Leonidas I. von Sparta kickt den persischen Unterhändler mit den Worten "Das ist Sparta!" in ein Loch. Kräftige Dreiklänge.

Dachte sich auch Huub Stevens und schleuderte seinen Spielern während des Trainings am Donnerstag entgegen: "Das ist Abstiegskampf!"

"Ihr seid Affen!"

Je näher der VfB Stuttgart der Entscheidung über seine Zukunft kommt, desto stärker rückt sein Trainer in den Vordergrund. Neben dem Offensichtlichen ließ Stevens seine Männer auch wissen: "Ihr seid Affen, Affen seid ihr!"

Kurz darauf war aus dem fürchterlichen Mr. Huub schon wieder Dr. Stevens geworden. "Es muss Spaß machen, eine Herausforderung vor sich zu haben - und das ist nach wie vor der Fall", sagte der Niederländer in der Pressekonferenz. (SERVICE: Tabellenrechner)

Direktes Abstiegsduell

Und meinte zunächst das Spiel am Samstag gegen den Hamburger SV (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER). Der Tabellenletzte kann sich gegen einen direkten Konkurrenten Luft verschaffen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Nebenbei hat Stevens die Gelegenheit, einem seiner ehemaligen Vereine die Saison zu vermasseln. 2007 hatte er den HSV kurz nach der Winterpause übernommen und von Platz 18 in den UEFA-Pokal geführt.

Labbadia sieht Chance

Auf der anderen Seite wartet ebenfalls ein Trainer auf sein Treffen mit dem Ex. Bruno Labbadia war vor nicht einmal zwei Jahren vom VfB entlassen worden. "Stuttgart ist eine Chance, um unsere Ausgangsposition zu verbessern", sagte er, jetzt in HSV-Klamotten.

"Wir stehen auch nach Rückschlägen immer wieder auf. Das macht mir Mut", sagte Labbadia: "Ich habe ein gutes Gefühl."

Labbadia hatte seinerseits Stuttgart 2011 vor der Zweiten Liga bewahrt.

Zinnbauer statt Stevens

Ihr persönliches Duell spielten beide Trainer herunter. Es gehe schließlich nur um den Abstiegskampf. Dabei ist es sehr wohl für beide auch die Gelegenheit, dem ehemaligen Arbeitgeber zu zeigen: Hättet ihr mich mal lieber behalten. Oder nochmal geholt: Stevens war in dieser Saison auch beim HSV im Gespräch, die Hanseaten entschieden sich dann jedoch für Joe Zinnbauer.

Labbadia hat jetzt die leicht bessere Ausgangsposition, ein Sieg beim VfB brächte den Klassenerhalt, wenn gleichzeitig mindestens zwei der drei Teams auf den Plätzen 15 bis 17 verlieren.

(Spielen Sie alle Konstellationen jetzt durch: Mit dem SPORT1-Tabellenrechner)

Eine Pleite brächte umgekehrt den Stuttgartern bei ungünstigem Verlauf bereits den ersten Abstieg seit 1974.

HSV hat es in der Hand

Andererseits sichern zwei Siege aus den letzten zwei Spielen dem HSV mit Sicherheit den Verbleib in der Bundesliga. (DATENCENTER: Tabelle)

Nach netten Worten über die "schöne Zeit" (O-Ton beide) müssen Stevens und Labbadia am Samstag ihr anderes Gesicht zeigen.

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