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Der scheidende Nationalspieler Ilkay Gündogan kann sich einen Verbleib bei Dortmund vorstellen und bezieht zu Gerüchten Stellung. Von einigen BVB-Fans ist er enttäuscht.

Kein Kommentar zu München, Barcelona oder England, ein ziemlich klares Nein zu Wolfsburg und ein Hintertürchen für Dortmund: Ilkay Gündogan hat sich erstmals seit knapp einem halben Jahr zu seiner Zukunft geäußert.

Dabei schließt Gündogan, der seinen bis 2016 laufenden Vertrag bei Borussia Dortmund nicht verlängern wird, einen Verbleib beim BVB bis Sommer nächsten Jahres nicht aus.

"Dass ich meinen Vertrag nicht verlängere, heißt nicht zwangsläufig, dass ich im Sommer weg bin", sagte der neunmalige Nationalspieler im Interview mit dem SID:

"Ich werde meinen Wechsel nicht auf Teufel komm raus erzwingen, sondern wäre natürlich bereit, noch ein Jahr hier zu bleiben, wenn dies die beste Option für beide Seiten wäre."

"Wichtig, dass mein Vereine eine Entschädigung bekommt"

Ansonsten sei es ihm "persönlich sehr, sehr wichtig, dass mein Verein eine entsprechende Entschädigung bekommt". Eine gute zweistellige Millionensumme wird es wohl werden.

In welchem Land er künftig spielen werde, wisse er noch nicht, erklärte Gündogan: "In erster Linie muss der Verein zu mir passen".

Zu einzelnen Klubs wie FC Bayern München "kann ich im Moment gar nichts sagen", beteuerte er. Nur einen Wechsel zum VfL Wolfsburg schließt er praktisch aus: "Das halte ich dann doch für eher unwahrscheinlich."

Auf die Frage, ob die Meldung stimme, er sei mit Manchester United einig, lachte er und fragte: "Ich müsste davon doch vermutlich als Erster wissen, oder?"

Und auch die Gerüchte über einen Wechsel zum FC Barcelona kommentierte der Mittelfeldspieler gelassen: "Das ist ein toller Verein. Aber es gibt da sicher noch den einen oder anderen Verein, der auch klasse ist."

Zu den Katalanen könnte er wegen deren Transfersperre frühestens im Januar 2016 wechseln. Ein Wechsel in der Saison scheint nicht ausgeschlossen, ist aber sicher nicht Gündogans erste Option. Aktuell hat er nach eigenem Bekenntnis sowieso noch mit keinem Verein gesprochen.

Absprache mit Löw

Wichtig bei seinem neuen Verein sei ihm "dass ich spiele", erläuterte Gündogan, der sich vor der Entscheidung in jedem Fall auch mit Bundestrainer Joachim Löw absprechen will.

Bis wann die Entscheidung gefallen sein wird, ist noch nicht absehbar.

"Ich mache mir keinen großen Druck. Ich muss erst einmal alle Optionen kennen und sie dann abwägen", erklärte der Mittelfeldspieler, der sich erst auf das Saisonende mit dem BVB konzentrieren und den Beschluss danach aber zügig öffentlich machen will:

"Ich muss es jetzt nicht ewig hinauszögern und hätte kein Problem, die Entscheidung sofort mitzuteilen, sobald sie gefallen ist."

Enttäuscht über Vorwürfe der Fans

Der ehemalige Nürnberger zeigte sich zudem enttäuscht über die Vorwürfe vieler BVB-Fans.

"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich manche Reaktion nicht getroffen hat. Man bekommt so etwas natürlich über Freunde mit, auch wenn man versucht, nicht alles zu lesen", sagte der 24-Jährige im Vorfeld des Heimspiels gegen Hertha BSC (Sa., ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

In diversen Internet-Foren warfen Anhänger Gündogan vor, er sei undankbar.

Als vergangenen Freitag die absehbare Trennung verkündet wurde, sei er "schon ein Stück weit erleichtert" gewesen, gab Gündogan im ersten Interview über seine Zukunft seit rund einem halben Jahr zu: "Jetzt ist es raus, und das ist für alle Seiten gut. Nun kann man den Blick nach vorne richten."

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