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Sport-Club Freiburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Nils Petersen (M.) erzielte gegen die Bayern schon sein fünftes Jokertor in dieser Saison © Getty Images

Freiburg - Die Freiburger Fans feiern das Last-Minute-Tor von Nils Petersen gegen die Bayern schon wie die Rettung. Doch der Matchwinner und der Trainer warnen.

Die Fans schwebten schon auf Wolke sieben, Matchwinner Nils Petersen sprach von "enormen Rückenwind". Christian Streich hingegen versuchte krampfhaft, Bodenhaftung zu bewahren, auch wenn er sie kurz nach dem Schlusspfiff für einen kurzen Moment selbst verlor (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Als er wie entfesselt in Richtung Kabine stürmte, stolperte er völlig euphorisiert und verlor kurzzeitig den Boden unter den Füßen (Datencenter: Tabelle).

Streich mahnt: "Nicht anfangen zu spinnen"

"Wir dürfen jetzt nicht fliegen und anfangen zu spinnen", mahnte der Trainer des SC Freiburg  nach dem historischen 2:1 (1:1)-Erfolg gegen Meister Bayern München: "Für diesen Sieg gibt es auch nur drei Punkte. Aber es gibt uns die Möglichkeit, auch nächstes Jahr vielleicht in der Bundesliga zu bleiben."

Tatsächlich besitzen die Freiburger, die nach fünf Spielen ohne Dreier in immer größere Abstiegsgefahr geraten waren, nach dem ersten Erfolg gegen die Bayern seit fast 20 Jahren wieder ziemlich gute Chancen auf den Klassenerhalt.

Dritte Bayern-Pleite in Serie

Für die Bayern, bei denen Philipp Lahm, Thomas Müller und Thiago zunächst nur auf der Bank saßen, war es die dritte Bundesliga-Niederlage hintereinander. Eine solche Negativserie haben die Münchner zuletzt vor 17 Jahren hingelegt (Die Highlights zum Nachhören in unserem Sportradio SPORT1.fm).

Vor dem letzten Spieltag liegen die Breisgauer auf dem 14. Platz. Ein Zähler im "Endspiel" beim punktgleichen Konkurrenten Hannover 96 in der kommenden Woche sollte für ein Happy End reichen - vor allem dank Petersen, der mit seinem Last-Minute-Treffer (89.) gegen seinen Ex-Klub aus München einmal mehr zum Matchwinner wurde.

"Der ist hier so langsam eine Legende", schwärmte Teamkollege Felix Klaus nach einem "megageilen Spiel" gegen das Starensemble aus der bayerischen Landeshauptstadt. "Das ist wie ein Lernvideo für jeden Stürmer: Es ist einfach unglaublich, dass Nils so oft so richtig steht."

Bescheidener Matchwinner

Petersen selbst blieb hingegen bescheiden. "Es ist doch meine Aufgabe, im Sechzehner die Dinger zu verwerten", sagte der von Werder Bremen ausgeliehene Stürmer. Seinen achten Treffer in der Rückrunde, für ihn persönlich "mit der wichtigste" der Karriere, erzielte er eiskalt. "Das gibt enormen Rückenwind und ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich den nicht gemacht hätte", sagte Petersen.

Doch er tat es und traf mit seinem Schuss ins lange Eck voll ins Schwarze. Der 26-Jährige verwandelte das Schwarzwald-Stadion damit schlagartig in ein Tollhaus, nachdem Admir Mehmedi (33.) die Bayern-Führung von Bastian Schweinsteiger (13.) bereits egalisiert hatte.

Fans aus dem Häuschen

"Oh, wie ist das schön", schallte es nach dem Schlusspfiff aus den meisten der 24.000 Kehlen. "Wir dürfen das nun genießen. Aber es bringt nichts, wenn wir nicht nachlegen", betonte Petersen.

Denn nicht alle Konkurrenten spielten am Samstag für den Sport-Club. Man könne "immer noch direkt absteigen", sagten Streich und sein starker Schlussmann Roman Bürki daher unisono. Der Schweizer Keeper wollte wie Petersen zwar "den Moment genießen", hob aber ebenso mahnend den Zeigefinger: "Wir müssen in Hannover volle Konzentration zeigen."

Mit der Moral und der Leidenschaft vom Samstag sollte der Punktgewinn möglich sein - glaubt zumindest Streich: "Wir lagen schon oft am Boden, aber diese Mannschaft hört einfach nie auf."

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