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München - Zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund eröffnet sich eine interessante Transferoption. SPORT1 analysiert, was für und was gegen ein Tauschgeschäft spricht.

Ein Tauschgeschäft zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund? Mario Götze gegen Ilkay Gündogan?

Was am Sonntag erstmals im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 kolportiert wurde, ist nach der Pleite der Bayern in Barcelona (0:3) wieder ein heißes Thema.

Fakt ist: Gündogan wird den BVB nach der Saison höchstwahrscheinlich verlassen, weil die Dortmunder nur dann noch eine Ablöse kassieren. Nach übereinstimmenden Medienberichten denken die Bayern über den Nationalspieler nach.

Götzes Kurs beim FCB sinkt gleichzeitig mit jeder Woche. In Barcelona saß er trotz der angespannten Personallage einmal mehr auf der Bank.

SPORT1 analysiert, was für und was gegen ein Tauschgeschäft spricht.

Das spricht dafür:

  • Götzes Form- und Vertrauenskrise beim FC Bayern:

WM-Held Götze hat in nur einem Jahr den Abstieg vom "Besser-Messi zum Gefangenen" hingelegt. Beim Rekordmeister ist er in der entscheidenden Saisonphase nur noch Reservist - und das trotz der erheblichen Personalprobleme, insbesondere im Angriff. Guardiola und die Verantwortlichen vertrauen Götze offenbar nicht mehr. Franz Beckenbauer bezeichnete ihn gar als "Jugendspieler".

  • Hohe Wertschätzung beim BVB:

Während die Bayern nicht mit Kritik an Götze sparen, meldete sich BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke mit lobenden Worten: "Er hat das Potenzial, bei jedem Verein der Welt den Durchbruch zu schaffen." Und: "Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten." Klares Statement.

  • Gündogan mit Leader-Potenzial: 

Der 24-Jährige könnte beim FC Bayern mittelfristig Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm sowohl von der Position im zentralen Mittelfeld als auch in der Teamhierarchie als Führungsfigur ersetzen. Er wäre perspektivisch ein Mann für den bevorstehenden Umbruch.

  • Passt ins Transferkonzept beider Teams:

Zwei junge, deutsche Spieler im Tausch: Götze erlebte beim BVB seine beste sportliche Zeit, es fließen keine riesigen Summen und Bayern holt nicht noch einen Spanier.

Das spricht dagegen:

  • Götze bei BVB-Fans unten durch:

Gellende Pfiffe und "Judas"-Rufe - das ist noch das netteste, was sich Götze bei seiner Rückkehr in den Signal-Iduna-Park regelmäßig anhören darf. Die Fans wären von der Entscheidung, den Abtrünnigen zurückzuholen, wohl wenig begeistert.

  • Verlustgeschäft für die Bayern:

Vom Marktwert her ist Götze nach wie vor mehr als doppelt so viel wert wie Gündogan, dessen Vertrag 2016 ausläuft. Zudem hat der 22-jährige Götze Markencharakter wie kaum ein anderer Bayern-Spieler. Dass Dortmund bereit wäre, noch zusätzlich draufzuzahlen, ist unwahrscheinlich.

  • FCB-Mittelfeld überbesetzt:

Gerade auf Gündogans Position im defensiven bzw. zentralen Mittelfeld hat Bayern bereits zahlreiche Hochkaräter (Schweinsteiger, Lahm, Thiago, Javier Martinez), dazu als Backup Sebastian Rode und Gianluca Gaudino, auch David Alaba kann die Position spielen. Eher wäre kreative, schnelle Verstärkung auf den Flügeln und im Angriff notwendig.    

  • Kein glamouröser Startransfer:

Die Stimmen nach dem ganz großen Coup werden in München nach den letzten Enttäuschungen lauter. Namen von Weltformat wie di Maria oder Griezmann laden zu Spekulationen ein und sind reizvoller als ein - zudem aktuell formschwacher - Gündogan.

Fazit:

Sportlich würde das Tauschgeschäft in der aktuellen Situation durchaus Sinn machen - Götze kommt beim FCB nicht auf die Beine, Gündogan will den BVB verlassen. Allerdings wird vor allem die Bereitschaft der Bayern entscheidend für ein Zustandekommen sein. 

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