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München - Für Max Kruse ist es ebenso die nächste Stufe wie für den VfL Wolfsburg. Spieler und Verein wollen nach oben, schnell und direkt. Extravaganzen gerne eingeschlossen.

Gehen Fußballer um zehn ins Bett, sind sie öde. Stehen sie zu spätstündlichem Vergnügen, kann ihnen kein Trainer trauen.

Mit diesem Mechanismus lebt Max Kruse seit seinen ersten Schritten im Profifußball. Kritische Kommentare hat ihm das eingebracht, sportlich geschadet dafür nicht nachhaltig.

Ansprüche in der Champions League

Sein Wechsel zum VfL Wolfsburg - der nach SPORT1-Informationen trotz aller gegenteiligen Beteuerungen sicher ist - ist zunächst der Höhepunkt seiner Entwicklung. Vor drei Jahren spielte er mit St. Pauli noch in der 2. Bundesliga. Jetzt schließt er sich einer Mannschaft an, die in der kommenden Champions-League-Saison den Anspruch aufs Achtelfinale haben sollte.

Ein Rapvideo als Jugendlicher, ein Maserati in Tarnfarben und dann noch diese - von Kruse stets bestrittene - Geschichte vor einem Jahr in London, als das spießbürgerliche Wort "Damenbesuch" direkt aus einem Heinz-Rühmann-Film in die Fußballberichterstattung flog.

Kruse bleibt souverän

Der 27-Jährige ist mit all dem so souverän wie ernsthaft umgegangen, deutlich seriöser als ihn viele gezeichnet hatten. Beim Poker erspielte er sich in Las Vegas während der WM sogar fast 40.000 Dollar.

Max Kruse wechselte 2013 von Freiburg nach Gladbach
Max Kruse gehört zur Fraktion der Großkopfhörer © Getty Images

Fest steht: Mit dem Stürmer setzt Wolfsburg eine Reihe fort, die bei Stefan Effenberg begann und über Marcelinho, Diego, Andres D'Alessandro und Arne Friedrich bis zu Kevin De Bruyne und Andre Schürrle reicht.

Bekannte Spieler lässt sich der VfL etwas kosten. Dafür spielen und leben diese Wolfsburg ins Bewusstsein der Fußballwelt.

Wolfsburg schlägt Konkurrenz

Mit dem Namen Max Kruse können die meisten Fans in Deutschland etwas anfangen. Und mal wieder besiegt Wolfsburg auf dem Transfermarkt starke Konkurrenten.

Für die Champions League braucht Trainer Dieter Hecking deutlich mehr Alternativen. Von De Bruyne hängt noch zu viel ab in der Offensive, Bas Dost und Nicklas Bendtner nehmen sich als Sturmspitzen zu oft frei.

Mit Kruse bekommt Wolfsburg einen hart arbeitenden Stürmer. 21 Spiele lang hatte er in der Bundesliga ausschließlich durch Elfmeter getroffen vor seinem Tor gegen Wolfsburg.

Rennen in Richtung Schmerzen

Dafür rannte er stets in Richtung Schmerzen. Sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hindert ihn nicht daran, sich zu schinden. Schon als Jungprofi beim FC St. Pauli hatte er fast immer die beste Laufleistung seiner Mannschaft.

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Max Kruse kommt für Gladbach bislang auf 20 Pflichtspieltore © Getty Images

Im Wolfsburg können sie sich jetzt auf die nächste dominante Figur auf dem Platz freuen. Je mehr Nationalspieler, Weltmeister und Champions-League-Sieger im Kader, desto herausfordernder wird die Jonglage. Kruse ist der nächste Hahn im Hahnenstall.

Anerkennung in Europa

Der VfL will unbedingt ein Verein von europäischer Dimension werden, der gute Lauf zumindest bis zum Viertelfinale der Europa League hat allen in Grün-Weiß gefallen. Und mit ihm die gestiegene Anerkennung. Auf einmal war auch in Spanien und Italien die Rede vom Titelfavoriten Wolfsburg.

Kruse selbst zweifelt jedenfalls kaum daran, der Aufgabe gewachsen zu sein, auch wenn er erst sieben Europapokalspiele hinter sich hat. Zuzutrauen ist es ihm.

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