vergrößernverkleinern
Borussia Mönchengladbach spielt nächste Saison in der Champions League
Borussia Mönchengladbach spielt nächste Saison in der Champions League © Getty Images

Bremen - Borussia Mönchengladbach zieht nach einer Rekordspielzeit erstmals in die Champions League ein. Bei aller Freude bleiben die Fohlen dennoch weiter auf dem Boden.

Als Taktik-Tüftler Lucien Favre den historischen Erfolg noch in seiner typisch akribischen Art analysierte, platzte die Freude aus Max Eberl schon ungebremst heraus.

"Du kriegst keinen Pokal, du kriegst keinen Wimpel, aber trotzdem haben wir Großes geschaffen", sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach nach dem erstmaligen Einzug in die Champions League.

Mit dem 2:0 (0:0)-Sieg bei Werder Bremen setzten die Fohlen endgültig das i-Tüpfelchen auf eine grandiose Saison (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm). 37 Jahre nach der letztmaligen Teilnahme am Europapokal der Landesmeister ist der fünfmalige Meister zurück im Konzert der größten Vereine der Kontinents.

Borussia knackt alte Bestmarken

"Unsere Rückrunde und 66 Punkte sind klasse", sagte Trainer Favre recht nüchtern. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", meinte der seit Wochen überragende Granit Xhaka mit Blick auf mögliche Duelle gegen den FC Barcelona, Real Madrid oder Juventus Turin.

Auf ihrem Weg in die Königsklasse knackt die Elf vom Niederrhein weiter einen Klub-Rekord nach dem nächsten. Mit nun zwölf Siegen egalisierte die Borussia ihre eigene Rückrunden-Bestmarke der Saison 1973/74.

Torhüter Yann Sommer zog zudem nach 15 Spielen ohne Gegentor mit Marc-Andre ter Stegen gleich, der das Kunststück 2011/12 geschafft hatte. Zudem siegte Gladbach erstmals nach 28 Jahren wieder an der Weser.

Raffael wird zum Matchwinner

Favre hob in der Stunde des Erfolgs die Leistung des Kollektivs hervor: "Wir haben sehr geschickt gearbeitet und Fortschritte gemacht. Wir waren vorher eine Kontermannschaft, jetzt können wir Fußball spielen. Das ist ein sehr guter Schritt."

Der Auftritt in Bremen untermalte die Worte des Schweizers. Gladbach dominierte das Duell gegen wacker kämpfende Hausherren und hatte in Raffael den entscheidenden Mann.

Der Brasilianer erzielte das 1:0 nach exaktem Zuspiel von Nationalspieler Max Kruse (53.), in der 86. Minute sorgte er dann mit seinem zweiten Tor für die Entscheidung (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan). "Wir haben den dritten Platz einfach verdient", meinte der 30-Jährige überglücklich nach dem Duell.

"Sehr gute Mischung"

Weltmeister Christoph Kramer hob vor allem die Mentalität des Teams hervor. "Das haben wir uns erarbeitet", betonte der Mittelfeldmotor, der wie Kruse (VfL Wolfsburg) nach der Saison mit einem guten Gefühl den Verein verlässt: "Es freut mich sehr, dass ich mich mit Rang drei nach Leverkusen verabschieden kann."

Die beiden schwerwiegenden Abgänge gilt es für Eberl mit Blick auf die kommende Spielzeit zu ersetzen. Exorbitant hohe Gehälter oder Ablösesummen von 20 Millionen Euro und mehr will die Borussia aber weiterhin nicht zahlen.

"Wir werden unseren Weg weitergehen und keine verrückten Sachen machen", sagte Eberl, der seinem Trainer das größte Kompliment aussprach: "Wir haben eine sehr, sehr gute Truppe mit einem herausragenden Trainer. Das ist eine sehr gute Mischung."

Werder vor Endspiel um Europa

Auch Werder wähnt sich trotz des Rückschlags weiterhin auf dem richtigen Weg (Datencenter: Tabelle).

"Wir müssen froh sein, dass wir diese Runde gespielt haben und nicht da unten sind, wo alle derzeit hingucken", sagte Trainer Viktor Skripnik.

Eine kleine Chance auf die Europa League bleibt den Bremern. Am letzten Spieltag ist ein Sieg bei Borussia Dortmund jedoch Pflicht. Und dann müssen die Hanseaten im Finale des DFB-Pokals dem VfL Wolfsburg die Daumen drücken.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel