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Trainer Dieter Hecking und seine Wolfsburger entdecken bei einem Sicherheitstraining ihre Grenzen. Sportlich sind die Ziele für die neue Saison noch unterschiedlich.

Ein Tag voller symbolhafter Bilder: Wolfsburger auf dem Gaspedal, Wolfsburger orientierungslos, torkelnd, präzise. Vordergründig ging es um Fahrsicherheitstraining auf dem Testgelände von Hauptsponsor VW in Ehra-Lessien knapp 25 Kilometer nördlich von Wolfsburg, im Hintergrund baut sich aber längst die kommende Saison auf.

Dieter Hecking versucht sich an der Promille-Brille © SPORT1

Trainer Dieter Hecking hatte mit einer Brille Schwierigkeiten, die die Wahrnehmung im Vollrausch simuliert. "Das zeigt mir, dass ich noch nie 1,6 Promille hatte", sagte er SPORT1 nach einer Koordinationsübung mit einem Tennisball.

Und blickte dann voraus: "Die Erwartungen werden natürlich höher. Wir wissen: Mit dem ersten oder zweiten Misserfolgserlebnis wird Kritik kommen."

Das klare Ziel ist diesmal, "dass die Bayern nicht zu sehr weglaufen". Kevin De Bruyne ging noch einen Schritt weiter und verkündete, dass jeder zu Beginn einer Saison Meister werden wolle. "Wenn du am Anfang gleich Punkte verlierst, wird es schwer", blickte der Belgier auf den schlechten Start des VfL Wolfsburg vor einem Jahr zurück. "Danach haben wir aber fast die gleiche Rückrunde wie der FC Bayern gespielt. Das müssen wir auch jetzt machen."

De Bruyne wortkarg

Zu den seit Wochen kursierenden Wechselgerüchten um den frisch gekührten Fußballer des Jahres sagt dieser weiter nur: "Ich fühle mich hier wohl." Die Einschränkung folgt mit Blick auf beispielsweise ein 72-Millionen-Euro-Angebot von Manchester City sogleich: "Man muss sehen, was zwischen den Klubs passiert, dazu kann ich nichts sagen."

Der VfL Wolfsburg hat im letzten Jahr riesiges Selbstvertrauen gewonnen - und gibt sich dennoch Mühe, realistisch zu bleiben. Das Problem: Wie jede andere Mannschaft will man jetzt mindestens einen Schritt nach vorn machen, doch das würde automatisch die Meisterschaft bedeuten.

Allofs sieht nach hinten

Also wünscht sich Geschäftsführer Klaus Allofs zunächst, dass der VfL Bayernjäger Nummer eins bleibt. "Aber auch Borussia Dortmund gehört dazu, Mönchengladbach, Leverkusen oder Schalke. Diese Mannschaften werden auch versuchen, dichter heranzurücken und uns als Nummer zwei abzulösen", sagte er zu SPORT1.

Wolfsburg bemüht sich um Lockerheit, demonstriert von Max Kruse: "Mir hat alles Spaß gemacht, es waren ja ein paar actionreiche Sachen dabei. Bei ein paar Dingen wurde betrogen. Ich bin gleich mal gespannt, wie die Wertung ausfällt", sagte er im Gespräch mit SPORT1 über das Fahrtraining, an dessen Ende die Spieler mit den wenigsten Fehlern ausgezeichnet wurden.

Kruse: endlich ein Titel

Innerhalb von zweieinhalb Jahren unter Hecking entwickelte sich der VfL zu einer Mannschaft, die Spieler wie Kruse sagen lässt: "In Wolfsburg ist es meiner Meinung nach einfacher, Titel zu gewinnen als in Gladbach."

Dass er dazu in der Lage ist, hat der Pokalsieger erst bewiesen. Und kann beim Supercup am Samstag gegen den FC Bayern schon den nächsten nachlegen. "Unser Trophäenschrank ist noch nicht so überfüllt. Das ist auch ein Prestigeduell", merkte Allofs an. Auch wenn ein unbeeindruckter De Bruyne feststellte, das anstehende Duell zwischen Meister und Pokalsieger sei "nicht das speziellste Spiel der Saison".

Trotzdem hat Wolfsburg Gefallen gefunden an Siegen gegen die Münchner.

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