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München - Passt Arturo Vidal zum FC Bayern oder nicht? Ex-Bayern-Star Oliver Kahn äußert im Volkswagen Doppelpass Zweifel. Franz Beckenbauer erklärt derweil seine Kritik.

Wie stark ist Arturo Vidal wirklich? Und welche Rolle kann der Neuzugang bei den Champions-League-Träumen des FC Bayern spielen?

Zumindest Bayerns Torwartlegende Oliver Kahn hat große Zweifel an Vidal als Teil der Münchner Passmaschine. Und das obwohl Vidal beim 3:0 in Darmstadt auftrumpfte und das erste Tor des Spiels erzielte.

"Vidal ist ein Spieler, der sehr stark von seiner Physis und den Zweikämpfen lebt. Ob er aber den Kombinationsfußball des FC Bayern auf allerhöchstem Niveau wirklich beherrscht, muss er in den nächsten Wochen noch beweisen, sagte Kahn im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1. "Ich bin mir da noch nicht hundertprozentig sicher."

Kahn: "Verschiedene Spielertypen wichtig"

Es sei andererseits aber auch wichtig, verschiedene Spielertypen im Kader zu haben - also auch Kämpfer wie den Chilenen.

"Es geht um die richtige Mischung einer Mannschaft. Wenn alle Spieler gleich sind, wird das auch manchmal problematisch, das hat man ja in den letzten Jahren gesehen", meinte Kahn und erinnerte dabei an seinen früheren Teamkollegen Jens Jeremies.

Der hatte einst die Münchner im Mittelfeld mitgerissen, sich für das Team aufgeopfert und so auch Anteil am Champions-League-Triumph 2001 gehabt.

Inzwischen scheint sogar Franz Beckenbauer von Vidal immer mehr überzeugt. Dabei hatte sich der "Kaiser" den Chilenen nach dem Champions-League-Auftakt bei Olympiakos Piräus recht rustikal vorgeknüpft. Stichwort: "Strandfußballer".

"Strandfußballer" - Beckenbauer rudert zurück

"Beim Piräus-Spiel habe ich mich halt geärgert, dass Vidal in einigen Situationen ein bissl wenig gelaufen ist. Diesen Satz habe ich aus der Emotion heraus gesagt", sagte der 70-Jährige der Bild am Sonntag und schob nach: "Natürlich ist Vidal ein wertvoller Spieler. Aber wenn ich ihn mit der Bemerkung gereizt habe, so dass er trifft, dann ist doch alles in Ordnung."

In Darmstadt fiel Vidals Arbeitseifer auf. Bis zu seiner Auswechslung nach 66 Minuten lief er 8,3 Kilometer - ein Topwert. Dazu die Passquote von 87,5 Prozent. Sein Tor war zudem das schnellste der Bayern in dieser Saison.

Sammer lobt die B-Elf

"Das sind wichtige Zeichen, wenn das Team so ein Mentalitätsspiel besteht", lobte Matthias Sammer den Auftritt der Bayern-Elf. Die Münchner funktionierten trotz Pep Guardiolas Großrotation - unter anderem dank Vidal.

Dabei sind Spiele wie in Darmstadt eigentlich nicht für Vidal gemacht - meint zumindest Thomas Strunz.

Wahre Qualität erst im Champions-League-Finale zu sehen?

"Die wahren Qualitäten von Arturo kommen erst dann zum Tragen, wenn es gegen gleichwertige Gegner auf europäischem Top-Niveau geht", erklärte der Europameister von 1996 im Volkswagen Doppelpass.

Der ehemalige Verteidiger stimmte Kahn zu, was Vidals Stärken angeht: "Er ist nicht der Kombinationsspieler, nicht der Typ für den Überraschungspass wie Thiago. Aber: Wenn es um den Champions-League-Titel geht, wird er ein großer Faktor sein können."

Strunz erinnerte an die Vorsaison, als Vidal mit Juventus das Finale der Königsklasse erreicht hatte: "Bei Juventus hat er Andrea Pirlos Spiel erst ermöglicht."

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